Dr. Thomas Stucki

Konflikt zwischen Italien und der EU bedeutet nicht das Ende des Euro

Der Budgetstreit zwischen der EU-Kommission und Italien spitzt sich zu. Bis Mitte November muss die italienische Regierung ein revidiertes Budget für 2019 in Brüssel einreichen. Sie wird Korrekturen vornehmen, aber die Vorgaben der EU bei weitem nicht erfüllen. Der Machtkampf in der Eurozone hat dem Euro bisher aber nur wenig zugesetzt, auch gegenüber dem Franken. Während der Eurokrise zwischen 2010 und 2012 hat der Euro zum Franken noch deutlich an Wert verloren. Der EUR/CHF Wechselkurs sank von 1.50 auf 1.04, bevor die Nationalbank mit der Einführung des Euromindestkurses von 1.20 die Notbremse zog.

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Brexit wird von Finanzmärkten unterschätzt

Am 29. März 2019, in weniger als sechs Monaten, wird Grossbritannien die EU verlassen. Der Brexit wird dann Tatsache. Wie das zukünftige vertragliche Verhältnis zwischen der Insel und dem Kontinent dann aussehen wird, steht in den Sternen. Eine Lösung der offenen Streitpunkte wie die Grenze zwischen Irland und Nordirland ist nicht in Sicht. Dabei können es sich weder Grossbritannien noch die EU leisten, Ende März mit einem vertragslosen Zustand dazustehen.

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Geld- und Zinspolitik: Lange kann die SNB nicht mehr ruhig bleiben

Am 20. September wird die Nationalbank ihren geldpolitischen Entscheid bekanntgeben. Sie wird ihr Zinsziel nicht ändern und weiter einen Libor-Satz von -0.75% anstreben. Interessieren werden vor allem die Aussagen zum Franken und allfällige Hinweise auf die zukünftige Zinspolitik. Erfahrungsgemäss wird sich die SNB zu diesen Themen aber bedeckt halten. Sie wird die Gefahr eines zu starken Frankens betonen und ihre Bereitschaft für Interventionen bestätigen. Bezüglich Zinsen wird sie gar nichts sagen. Sowohl beim Franken als auch bei den Zinsen wird die SNB aber irgendwann Farbe bekennen müssen.

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Zuversicht an der Wall Street – trotz politischer Turbulenzen

328 km ist New York von Washington entfernt. Für amerikanische Verhältnisse ist das ein Klacks. Dennoch scheinen die politischen Turbulenzen und die immer schriller werdenden Drohungen und Gegendrohungen im Handelsstreit zwischen der Regierung Trump und dem Rest der Welt für die Wall Street weit entfernt zu sein. Die amerikanischen Aktienindizes haben seit Anfang Mai 5% zugelegt. Einen grösseren Einbruch gab es in dieser Zeit nie.

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Der Weg des US-Dollars zeigt nur kurzfristig nach oben

Seit Mitte Februar ist der US-Dollar im Aufwind. Gegenüber dem Schweizer Franken hat er in dieser Zeit rund 8% zugelegt und erstmals seit dem letzten November wieder die Parität überschritten. Das heisst, ein Dollar kostet mehr als einen Franken. Der Wert des Greenbacks befindet sich damit im oberen Bereich des Bandes von 0.95 Franken bis 1.02 Franken, in welchem er seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die SNB im Januar 2015 pendelt. Auch gegenüber dem Euro und dem Yen ist er in den letzten Wochen teurer geworden. Die handelsgewichtete Aufwertung des Dollars betrug seit Februar aber nur 3.5%. Nicht vergessen sollte man, dass der Dollar zum Euro immer noch 14% billiger ist als vor einem Jahr. Die Frage stellt sich nun, ob der Weg des Dollars auch in Zukunft nach oben zeigt.

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Welche Faktoren führen zum Ende der Börsenhausse?

Die aktuelle Börsenhausse dauert nun schon fast neun Jahre. Der S&P 500 ist in dieser Zeit um fast 300% gestiegen. Der Swiss Performance Index hat ebenfalls rund 200% zugelegt. Ein Ende der Hausse ist nicht in Sicht, zumindest wenn man die Mehrheit der Prognosen und das aktuelle Verhalten der Anleger betrachtet. Der Bullenmarkt wird aber nicht ewig weitergehen. Was sind die möglichen Faktoren, die die Stimmung an den Börsen drehen können?

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Krise der Eurozone: Comeback des Euro ist gefährdet

Der Euro hat in diesem Jahr ein starkes Comeback gezeigt. Vor drei Jahren wurde er von den Finanzmärkten noch dem Untergang geweiht. Griechenland stand vor dem Konkurs, das gleiche galt für die italienischen Banken. Im Internet wurden Wetten entgegengenommen, wann der Euro auseinanderbricht. Viele Analysten versuchten, sich bei ihrer Prognose für den Euro nach unten zu übertrumpfen. Das Durchbrechen der Parität zum Dollar war bei ihnen nicht eine Frage des „ob“, sondern nur des „wann“. Ende 2017 sieht die Welt für den Euro anders aus. Griechenland hält sich mit Geld der anderen Euroländer über Wasser. Die italienischen Banken haben einen neuen Anstrich erhalten, der die Probleme der notleidenden Kredite übertüncht.

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Expertenbeurteilung der geldpolitischen Lage - Fragen und Antworten

Weil die Europäische Zentralbank (EZB) an ihrem expansiven Kurs festhält, bleibt die Zinsdifferenz Euro/Franken historisch klein. Deshalb kann die SNB unmöglich vor der EZB ihren Libor-Zins erhöhen. Sie würde mit einem solchen Schritt ihre eigene Geldpolitik unterwandern. Der Referenzzinssatz behält die SNB diesen Donnerstag darum im negativen Bereich bei -0.75%. Ebenfalls wird die SNB bei Bedarf die Deviseninterventionen fortführen, weil diese ein Stabilisator im Währungsgefüge sind.

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Börsen gehen mit Zuversicht ins Jahr 2017

Die Börsen sind gut ins neue Jahr gestartet. In den ersten Wochen konnten Kursgewinne verzeichnet werden, bevor die nahende Einsetzung von Donald Trump als US-Präsident die Anleger vorsichtiger werden liess. Vor einem Jahr war es anders. Der Swiss Performance Index startete am ersten Handelstag mit einem Verlust von 1.8%. Bis zum Ende der ersten Woche verlor er fast 6% an Wert. Was ist aus den Befürchtungen von damals geworden?

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