Dr. Thomas Stucki

Die Angst vor Unbekanntem bewegt die Märkte

Im März 2020 haben sich auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle in der Schweiz an einem Tag 12 von 100'000 Personen angesteckt. Der Swiss Performance Index hat als Reaktion auf die erste Welle 25% an Wert verloren. Im November 2020 während der zweiten Welle waren es 90 von 100'000. Der SPI verlor 7%, wobei das mehr mit den Präsidentschaftswahlen in den USA als mit Corona zu tun hatte. Aktuell liegt die Ansteckungsrate bei 250 von 100’000 und steigt weiter stark an. Der SPI verlor nach dem Auftauchen von Omikron kurzfristig 3% und liegt heute höher als damals. Sind die Anlegerinnen und Anleger herzlos oder handeln sie rational?

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Fed, EZB, SNB: Eine geballte Ladung Geldpolitik

Diese Woche kommt eine geballte Ladung an geldpolitischen Informationen auf die Finanzmärkte zu. Am Mittwoch Abend wird die Fed den Reigen beginnen. Am Donnerstag Mittag schliessen die Bank of England und die EZB den Strauss an geldpolitischen Entscheiden ab. Dazwischen wird die SNB ihre Lagebeurteilung publizieren. Die Fed und die Bank of England werden die Märkte auf Zinserhöhungen vorbereiten, die EZB solche auf längere Zeit ausschliessen und die SNB will möglichst wenig Aufsehen erregen.

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Die tiefen Zinsen schaffen ein grosses Anlagerisiko

Viele Pensionskassen haben in den letzten Jahren ihre Aktienquote und die Gewichtung verschiedener Alternativen Anlagen kräftig aufgestockt. Auslöser war in den meisten Fällen das Tiefzinsumfeld, allenfalls kombiniert mit einer grösseren Risikofähigkeit dank gestiegenen Schwankungsreserven. Die finanzielle Situation der Pensionskassen ist momentan gut, nachdem die Aktienmärkte in den letzten 10 Jahren eine Performance von mehr als 300% hingelegt haben. Gemäss der Swisscanto Pensionskassenstudie lag der durchschnittliche Deckungsgrad der privatrechtlichen Pensionskassen Ende 2020 bei 116% und dürfte in diesem Jahr weiter gestiegen sein.

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Ein „Déjà-vu“: Corona-Saison und Situation an den Finanzmärkten

Die Finanzmärkte haben am Freitag mit einem Anflug von Panik auf die Meldungen über die neue Coronavariante aus Südafrika reagiert. Sie folgten dabei den gewohnten Mustern. Die Aktien und die Rohstoffe verloren deutlich an Wert. Die sicheren Häfen wie die US-Treasuries, der Franken oder das Gold waren gesucht. Die aktuelle Situation rund um Corona erinnert stark an die Vorweihnachtszeit des letzten Jahres.

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Zinserhöhungen: Nicht das „wann“ ist entscheidend, sondern das „wie“

Fed-Präsident Jerome Powell wird am Mittwoch den Start für das sogenannte „Tapering“ bekanntgeben. Damit ist die sukzessive Reduktion der monatlichen Käufe von US-Treasuries und US-Hypothekenanleihen gemeint. Mitte 2022 wird das Kaufprogramm beendet sein und niemand wird es vermissen. Die Finanzmärkte werden sich spätestens dann der Frage zuwenden, wann die Fed beginnen wird, ihren Leitzins zu erhöhen. Aktuell liegt dieser bei 0.00%-0.25%. Die Fed-Watcher und die Finanzkommentatoren werden rätseln, ob die erste Zinserhöhung noch 2022 erfolgen wird oder doch erst 2023.

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Aktienmärkte: Verschnaufpause oder Start des Abstiegs?

Die Aktienmärkte haben seit dem letzten November im Stile eines Trail-Läufers neue Höhen erklommen. Der Swiss Performance Index hat mehr als 30% zugelegt, der technologielastige Nasdaq gar 40%. Den Startschuss gaben Meldungen über eine rasche Verfügbarkeit von Corona-Impfungen. Angetrieben wurde der Lauf durch zusätzliche Hilfsgelder, insbesondere in den USA und der EU. Zusätzlichen Schub gaben sehr gute Quartalszahlen der Unternehmen für das erste und das zweite Quartal 2021. Seit Anfang September gerät der Steigerungslauf jedoch ins Stottern.

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US-Schuldenobergrenze - einmal mehr

Die Geschichte wiederholt sich alle paar Jahre wieder. Das US-Treasury erreicht mit seinen ausstehenden Schulden die vom Kongress bestimmte Obergrenze und kratzt überall Geld zusammen bis ein Beschluss zur Erhöhung der Schuldengrenze vorliegt. In den letzten zwei Jahren wurde die Obergrenze ausgesetzt. Seit dem 1. August ist sie nach dem Auslaufen dieser Regelung wieder in Kraft. Seither darf das Treasury keine neuen Schulden mehr machen. Irgendwann zwischen Mitte Oktober und Anfang November wird es trotz ausserordentlichen Massnahmen nicht mehr in der Lage sein, ohne Erhöhung der Schuldengrenze seine Rechnungen zu bezahlen. Der nächste Government Shutdown droht.

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Geldpolitische Lagebeurteilung: Noch nichts Neues von der SNB

Am nächsten Donnerstag wird die SNB das Resultat ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung veröffentlichen. Das Verfassen des Berichts wird für die Pressestelle eine Herausforderung sein. Es ist nicht so, dass sie präzise und verständlich eine Neuausrichtung der Geldpolitik erklären muss. Die SNB wird die Notwendigkeit der Negativzinsen und ihre Bereitschaft für Devisenmarktinterventionen bekräftigen. Sie wird weiter von einem überbewerteten Franken sprechen und lediglich die bedingte Inflations- prognose leicht anheben. Der Bericht wird eine Kopie vom Juni sein, weshalb die Pressestelle aufpassen muss, dass sie wirklich alle Daten anpasst und nichts vergisst.

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Keine Angst vor dem Platzen einer Immobilienblase

Der Immobilienblasenindex der UBS ist im zweiten Quartal von 1.78 auf 1.90 Punkte gestiegen. Ab einem Wert von 2.00 spricht die UBS von einer Immobilienblase. Begründet wird der Anstieg mit einer Erhöhung der Eigenheimpreise in der Schweiz von 5.4% und einer wachsenden Hypothekarverschuldung der Haushalte. Im Kanton St.Gallen sind die Preise gemäss dem SGKB Immobilienmarktbericht gar noch stärker gestiegen.

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Negative Realzinsen dürfen kein Dauerzustand werden

Die Inflationsraten sind in den letzten Monaten deutlich gestiegen. Dennoch sind die Zinsen gefallen. Sowohl im kurzfristigen Geldmarkt als auch bei den länger laufenden Obligationen liegen die Zinsen deutlich unter der Inflationsrate, was eine negative Realrendite zur Folge hat. Das heisst, dass auf sicheren Anlagen weniger verdient wird als die Inflation an Kaufkraft wegfrisst. Das trifft die Sparer, die über die Zeit kaufkraftbereinigt weniger Geld zur Verfügung haben werden. In der Schweiz beträgt die negative Differenz zwischen Inflation und Sparzins 0.7%. Das ist im internationalen Vergleich wenig und auch kein neuer Zustand. Bereits zwischen 2016 und 2019 befand sich die Realrendite in der Schweiz im negativen Bereich.

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Fed: Kommunikatives Fingerspitzengefühl ist gefragt

Die Fed kauft immer noch für 120 Mrd. US-Dollar pro Monat US-Staatsanleihen und amerikanische Hypothekenpapiere. Ihren Leitzins hält sie im Bereich zwischen 0.00% und 0.25%, faktisch somit bei Null. Gleichzeitig erholt sich die amerikanische Wirtschaft, unterstützt durch den Fortschritt bei den Corona-Impfungen und den Zahlungen des im Frühjahr beschlossenen Hilfspakets von Präsident Biden.

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