Janine El-Saghir

Der Arbeitsmarkt der Schweiz – mit widersprüchlichen Tendenzen

Den Arbeitsmarkt der Schweiz prägen derzeit widersprüchliche Tendenzen. Derzeit leiden die Mehrzahl der Unternehmen und damit auch der Arbeitsmarkt unter dem starken Franken. Gleichzeitig gehen Politik und Wirtschaft davon aus, dass der Mangel an Fachkräften in absehbarer Zukunft deutlich grösser wird. Bisher konnte sich die Mehrzahl der Schweizer Arbeitnehmer darauf verlassen, dass sich die Suche nach einer neuen Stelle unkompliziert gestaltet. Die offizielle Arbeitslosenquote der Schweiz liegt derzeit bei 3,1 %. Im Juni 2015 waren in der Schweiz 133´256 Personen erwerbslos, im Vergleich zum Vorjahr ist ihre Zahl allerdings um 6´624 Personen oder 5,2 % gestiegen. Trotzdem bedeuten solche Werte im internationalen Vergleich de facto Vollbeschäftigung. Auch von der Finanz- und Wirtschaftskrise wurde der Arbeitsmarkt der Schweiz nicht besonders hart getroffen, selbst auf dem Höhepunkt der Krise in den Jahren 2009 und 2010 lag die Arbeitslosenquote in der Eidgenossenschaft unter 4 %.

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Niedrigzins und Börsen-Hausse – werden die Reichen immer reicher?

Niedrige bis negative Zinsen sowie Höhenflüge an der Börse sind derzeit zwei Fakten, die auch Einfluss auf die Vermögensverteilung haben. Die Frage ist, welche sozialen Gruppen von den geldpolitischen Interventionen auf den Märkten am meisten profitieren. Für Bürger ohne Aktienvermögen stellt sich die aktuelle Entwicklung widersprüchlich dar: Einerseits profitieren sie durch niedrige Inflationsraten und damit günstigere Lebenshaltungs- und Shoppingkosten, auch Darlehen für Konsum oder Immobilienerwerb waren in den letzten Jahren ausgesprochen günstig. Andererseits wurden durch den Niedrigzins sämtliche konventionellen Modelle für den Vermögensaufbau wie Festzinsanlagen oder Lebensversicherungen obsolet, was sich in absehbarer Zukunft auch nicht ändern wird.

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Korruption in Unternehmen – auch in der Schweiz ein Thema

Korruption assoziieren wir gemeinhin vor allem mit Ländern in der „Dritten Welt“ und nur ganz am Rande mit dem öffentlichen und privaten Sektor in der Schweiz. Allerdings kann Korruption vor allem bei Auslandsgeschäften auch für Schweizer Firmen zu einem relevanten Thema werden. Im jährlichen Korruptionsindex der NGO „Transparency International“ erhält die Schweiz regelmässig gute Noten. Im Ranking der am wenigsten korrupten Länder belegte sie im vergangenen Jahr Platz 6, noch besser schnitten lediglich Dänemark, Neuseeland sowie mit Finnland, Schweden und Norwegen drei weitere skandinavische Länder ab.

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Die Schweizer Berufslehre – auch international künftig ein Erfolgsmodell?

Die Schweizer Berufslehre hat sich über Jahrzehnte als Erfolgsmodell erwiesen, das inzwischen auch ins Ausland expandiert. Der Uzwiler Technologiekonzern Bühler bildet in seiner US-amerikanischen Dependance Lehrlinge auf der Grundlage von eidgenössischen Konzepten aus. Das Beispiel Bühler kann als Fallstudie dafür dienen, wie andere Länder vom Schweizer Modell der Berufslehre profitieren können. Beispielsweise sind Experten seit Längerem der Ansicht, dass eine Renaissance der US-amerikanischen Wirtschaft nur gelingen wird, wenn dem dortigen Arbeitsmarkt künftig nicht nur ungelernte Arbeitskräfte und College- oder Uni-Absolventen, sondern auch ausgebildete Facharbeiter zur Verfügung stehen.

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Gefahren für den Arbeitsmarkt, Grundsatzurteil zum Kündigungsschutz älterer Arbeitnehmer

Die Auswirkungen des starken Frankens auf die Schweizer Wirtschaft sind ein Dauerthema – der Einfluss auf den Arbeitsmarkt wird sich sehr wahrscheinlich erst in der zweiten Jahreshälfte in vollem Ausmass zeigen. Das Bundesgericht hat in der vergangenen Woche ein Grundsatzurteil verabschiedet, das den Kündigungsschutz älterer Arbeitnehmer verbessern soll, ohne deren Arbeitsmarktchancen durch allzu strikte Auflagen für die Unternehmen zu verkleinern. Die Credit Suisse publizierte eine Studie, in der es darum geht, ob Kapitalverkehrskontrollen den Aufwertungsdruck auf den Franken mindern könnten. In Grossbritannien rückt das Referendum über die EU-Mitgliedschaft der Briten näher, die Abstimmung über den „Brexit“ könnte schon 2016 auf der Tagesordnung stehen.

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Leisure Sickness: Wenn statt Ferienfreuden eine Krankheit kommt

Kennen Sie die Situation? Sie freuen sich seit Wochen auf Ihre Ferien. Ihre Reise ist gebucht und das Ferienprogramm mehr oder weniger geplant. Jedoch kommen Sie gar nicht dazu, Ihre freien Tage zu geniessen – stattdessen schlägt gleich zu Anfang eine Krankheit zu. Mit solchen Problemen sind Sie keineswegs allein. Viele Berufstätige leiden nicht nur in den Ferien, sondern auch am Wochenende plötzlich unter Schmerzen, Unwohlsein oder Infektionen. Wissenschaftler bezeichnen das Problem als Leisure Sickness oder Freizeiterkrankungen, die oft erst dann wieder verschwinden, wenn auch die freie Zeit vorbei ist. Oft steht eine Stressreaktion dahinter.

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b24-Wochenrückblick: Babyboom und Zukunftssorgen

Das Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlichte in der letzten Woche überraschende Zahlen: Demnach erlebt die Schweiz derzeit sowohl bei den Geburten als auch bei den Eheschliessungen einen Boom. Trotzdem ist das Bevölkerungswachstum in der Schweiz fast ausschliesslich der Zuwanderung geschuldet. In der Schweizer Wirtschaft machen sich dagegen Zukunftssorgen breit. In einer aktuellen Umfrage zeigten sich vor allem exportorientierte KMUs unerwartet pessimistisch. Neben dem Franken-Hoch könnte sich auch der Börsencrash in China als Bremse für das Wirtschaftswachstum in der Schweiz erweisen – die ersten besorgten Stimmen dazu kamen aus der Uhrenindustrie.

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Altersarbeitslosigkeit: Welche Chancen haben ältere Arbeitnehmer in der Schweiz?

Arbeitsmarktexperten prognostizieren, dass der demografische Wandel in der Schweiz in absehbarer Zeit einen massiven Arbeitskräftemangel nach sich ziehen wird. Die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative dürfte die Zahl der verfügbaren ausländischen Arbeitskräfte begrenzen. Trotzdem ist Altersarbeitslosigkeit auch in der Eidgenossenschaft ein Thema. Im Vergleich zu den europäischen Nachbarländern erscheint der Arbeitsmarkt der Schweiz gut aufgestellt. Die offizielle Arbeitslosenquote der Eidgenossenschaft lag im Mai 2015 bei 3,2 %. Auch auf Basis der Berechnungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) stand die Schweiz im ersten Quartal 2015 mit einer Arbeitslosenquote von 4,4 % ausgezeichnet da. Aus volkswirtschaftlicher Sicht werden diese Zahlen als Vollbeschäftigung gewertet.

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Wie gefährlich ist der Börsencrash in China?

Der Börsencrash in China macht deutlich, wie fragil die wirtschaftlichen Grundlagen des Schwellenlandes sind. Offensichtlich ist, dass das chinesische Wachstumsmodell an seine Grenzen stösst. Für die Weltwirtschaft könnte das Debakel an den chinesischen Börsen fatale Folgen haben. Über der Griechenland-Debatte und der wachsenden Wahrscheinlichkeit des „Grexits“ hat die Öffentlichkeit die Entwicklungen in China derzeit etwas aus dem Blick verloren. Dabei schwächelt die Konjunktur im „Reich der Mitte“ bereits seit dem Jahreswechsel, Marktbeobachter warnen seit Längerem vor massiv überbewerteten Aktien und einem Börsencrash. Zur Realität wurde dieser in der vergangenen Woche. Zwar konnten massive Interventionen der chinesischen Regierung den Verfall der Aktienindizes vorerst stoppen, das Worst-Case-Szenario ist damit möglicherweise jedoch noch lange nicht erreicht.

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Wirtschaftskriminalität – wie Unternehmen darauf reagieren

Der global berühmteste Whistleblower ist bis auf weiteres Edward Snowden, der mit seinen Enthüllungen zur NSA-Affäre die USA international in Bedrängnis brachte – die Folgen der Affäre sind bis heute nicht völlig ausgestanden. Öffentlich weitaus seltener diskutiert wird, welche Rolle Geheimnisverrat und kriminelle Delikte im Wirtschaftsleben spielen. Im Unterschied zu Edward Snowdens Entscheidung, die NSA-Praktiken öffentlich zu machen, stehen hinter Wirtschaftskriminalität fast immer eigennützige Motive. Die Ermittler – zumindest anfangs eher private Detektive als die Polizei – agieren zum Teil selbst an der Grenze des Erlaubten, da sie für die Aufdeckung eines Falls oft auch die Privatsphäre der Verdachtspersonen genau durchleuchten müssen. Häufig haben sie eine hochkarätige Ausbildung genossen und verfügen über Berufserfahrung in verschiedenen sicherheitsrelevanten Arbeitsfeldern. Viele Täter werden jedoch auch deshalb überführt, weil sie sich zu irgendeinem Zeitpunkt selbst verraten.

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Die Ursachen für Burnout abbauen – woher der Stress kommt und was dagegen hilft

Fühlen Sie sich stressgeplagt und fragen sich an manchen Tagen, ob Sie bereits die ersten Zeichen eines Burnouts spüren? Allein sind Sie mit solchen Problemen nicht. Eine Studie der Uni Bern kommt zum Ergebnis, dass ein knappes Viertel der erwerbstätigen Schweizerinnen und Schweizer „ziemlich oder stark“ unter Erschöpfung leiden, bei 6 % von ihnen kündigt sich ein Burnout an. Noch dramatischer lesen sich die absoluten Zahlen: Erschöpft fühlen sich über eine Million Eidgenossen, akut Burnout-gefährdet sind in der Schweiz etwa 300’000 Menschen. Daraus entstehen pro Jahr volkswirtschaftliche Kosten in Höhe von 5,58 Milliarden Franken.

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b24-Wochenrückblick: Öffentliche Sparprogramme und mehr Studienplätze für Mediziner

Die prognostizierten Haushaltsüberschüsse für die Schweiz haben sich angesichts des Franken-Hochs und der abgeschwächten Konjunktur in ein strukturelles Defizit verwandelt. In den kommenden Jahren folgt daraus die Notwendigkeit umfangreicherer Sparprogramme. Weitgehend ausgenommen ist davon die Aktivierung des Schweizer Arbeitskräftepotenzials. Durch ein Förderprogramm im Umfang von 100 Millionen Franken soll innerhalb von vier Jahren bis zu ein Viertel mehr Medizinstudienplätze entstehen. Die CVP will ausserdem die Zulassung zum Medizinstudium reformieren und den Numerus clausus durch ein Praktikum ersetzen.

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b24-Wochenrückblick: Vier Abstimmungen und zwei Gesetzesänderungen

Am Sonntag haben die Schweizerinnen und Schweizer über vier Volksinitiativen abgestimmt. Die neue Gesetzesvorlage zur Präimplantationsdiagnostik (PID) war für eine klare Mehrheit überzeugend, für die Änderung des RTVG gab es dagegen nur ein äusserst knappes „Ja“. Die Erbschaftssteuer- und Stipendieninitiative sind bei den Wählerinnen und Wählern dagegen durchgefallen.

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Fleischatlas 2014: Wie die industrielle Fleischproduktion die Welt verändert

Mit ihrem Fleischkonsum sind die Schweizerinnen und Schweizer zumindest in einem Punkt auf der sicheren Seite: Knapp 80 % der hierzulande konsumierten Fleischwaren stammen aus dem Inland, etwa 30 % kommen als sogenanntes Label-Fleisch aus Betrieben mit umweltfreundlicher und artgerechter Haltung. Auf der „Insel der Seligen“ leben die Schweizer deshalb trotzdem nicht. Ein grösserer Teil der Fleischprodukte, die auf ihrem Teller landen, stammt von Tieren aus industriellen Mastanlagen, die – unter anderem durch entsprechende Medienberichte – immer wieder wegen „unhaltbarer Zustände“ und „Tierquälerei“ in die Kritik geraten. Diverse Fleischskandale haben sich auch in der Schweiz für viele Konsumenten, die ihrem Metzger zuvor vertrauten, als ein Schock erwiesen.

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b24-Wochenrückblick: Gebremste Konjunkturaussichten für die Schweiz

Die OECD hat ihre Konjunkturprognose für die Schweiz deutlich nach unten korrigiert – der Grund dafür ist der starke Franken. Die privaten Konsumausgaben sowie staatliche Investitionen könnten jedoch zu Wachstumstreibern werden. Das Franken-Hoch war auch auf dem Swiss Economic Forum Thema. Viele Firmen leiden unter Auftragseinbrüchen und sinkenden Margen – ihre Situation dürfte sich in den kommenden Monaten weiterhin verschärfen.

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