Körpersprache als Chef

14.05.2014 |  Von  |  Allgemein, Selbstmanagement
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Körpersprache als Chef
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Die richtige Körpersprache als Chef zu haben – wie wichtig ist das eigentlich? Wenn es nach den Experten zu diesem Thema geht, sagen die Körpersprache und Mimik eine Menge über die Person aus. Sie können auch dazu genutzt werden, Signale – wenn auch nur unterbewusst – an die Mitarbeiter zu senden. Sehen wir uns an, was die Haltung über den Menschen sagt.

Was ist ein Alpha-Tier?



Das Bild vom traditionellen Chef, der die Zügel des Unternehmens in guten wie in schlechten Zeiten fest in der Hand hält, wird meist auch von einer bestimmten Körpersprache begleitet. Wichtig ist dafür unter anderem ein konsequentes Auftreten, das sich aber von Person zu Person unterscheiden kann. So gibt es beispielsweise den aufbrausenden, explodierenden Chef à la Steve Ballmer, Ex-CEO von Microsoft. Dieser Vulkan auf der offenen Bühne ist durch seine Auftritte bereits zur lebenden Legende geworden, die Mitarbeiter haben aber auch nichts anderes erwartet – und er hat sich auf der öffentlichen Bühne tatsächlich nie anders verhalten.

Als Kontrast kann Apples verstorbener Leiter Steve Jobs dienen. Ruhig und konzentriert wirkte er stets in Interviews wie auch bei Vorstellungen von Produkten und Dienstleistungen. Auch er wurde dadurch sowohl für die Öffentlichkeit als auch die Mitarbeiter gut einschätzbar. Keines dieser Rezepte ist „richtig“, denn beide Führungsstile sind in Ordnung. Wichtig ist jedoch die angesprochene Konsistenz: Sie vermittelt Sicherheit, und das wiederum kommt auch den Mitarbeitern zugute. Personen, die absolut von sich überzeugt sind, ordnen wir uns leichter unter – denn so einer macht bestimmte keine Fehler, oder?

Ist das Verhalten wirklich vollkommen nebensächlich?

Nein, nicht komplett. Einfache Bewegungen dienen dabei bereits als Anhaltspunkt. Nehmen wir an, jemand hält einen Vortrag und benutzt dazu nicht nur Worte, sondern auch Körpersprache. Wenn diese Person ihre Bewegungen permanent abbricht, ändert oder abrupt von einer Geste in eine andere überwechselt, sieht das übereilt und ratlos aus. „Soll ich mich jetzt lieber so oder doch anders verhalten?“ Das ist das Signal, das aus diesem körpersprachlichen Wirrwarr ausgeht. Das Resultat ist klar: Die Sicherheit, die ein Chef eigentlich ausstrahlen soll, geht völlig verloren.



Auch kann daraus abgeleitet werden, welche Person in einer bislang vielleicht unbekannten Gruppe neuer Geschäftspartner den höchsten Status innehat: Der Chef in einer Gruppe oder zumindest der vorübergehende Leiter wird angesehen und schaut selbst nur selten anderen Personen zu. Als einfaches Experiment können Fotos aus der Politik dienen: Die dortigen ranghöchsten Politiker stehen immer im Mittelpunkt, ohne dies absichtlich zu forcieren. Wer dieses Merkmal verinnerlicht, kann in Situationen mit neuen Kontakten sehr schnell erkennen, welche Person wichtig und welche „nur“ ein einfacher Mitarbeiter ist.



Aber wie trete ich denn richtig auf?



Unter anderem ist Vielfalt ein Schlüssel: Zurückhaltung, wenn die anderen Mitarbeiter diskutieren, kann richtig sein. Ebenso ist es aber nicht verkehrt, bei wichtigen Ansagen Raum einzunehmen und sich in den Mittelpunkt zu stellen. Grosse Gesten sagen aus: Achtung, jetzt wird es wichtig, hört mir bitte zu. Informationen können von langsamen, ruhigen Gesten begleitet werden, um damit mehr Raum für das Gesagte zu lassen. Eine druckvolle, energiegeladene Körpersprache hingegen symbolisiert, dass jetzt die Zeit für schnelle Entscheidungen gekommen ist – wie vielleicht bei einer Abstimmung über ein Reiseziel für einen Tagesausflug mit den Kollegen.

Umgekehrt dürfen diese Tipps nicht überbewertet werden: Ruhige Menschen, die plötzlich wild gestikulieren, wirken unglaubwürdig. Das Gegenteil trifft ebenfalls zu. Die Grundstruktur eines Menschen in einer leitenden Position darf sich also nicht ändern. Sie muss nur von den passenden Impulsen erweitert werden, um das ohnehin Gesagte durch die richtige Körpersprache zum richtigen Zeitpunkt zu untermauern. Natürlich dauert dies eine Weile: Chef wird man nicht über Nacht.

Der lange Weg zum Erfolg

Es gibt Coachings, welche eine angeblich richtige Körpersprache in jeder Situation lehren möchten. Leider ist das nicht immer so einfach, wie es die Werbung für diese Lehrveranstaltungen vermuten lässt. Breitbeinig hinstellen und die Arme in die Hüften stemmen und schon ist man das typische Alpha-Tier? So einfach funktioniert es leider nicht. In der Praxis ist diese Vorstellung auch gar nicht umsetzbar, was schon an den unterschiedlichen Persönlichkeiten der Menschen liegt. Auch fallen die Unterschiede zwischen Frauen und Männern in der Körpersprache teilweise eklatant aus.

Es kann daher nicht schaden, zu Beginn einfache Tipps zu befolgen, zum Beispiel zum Lächeln. Wer viel lächelt oder zumindest einen positiven Gesichtsausdruck an den Tag legt, nimmt sich selbst einen Teil der gefährlichen „Chef-Aura“. Gegen angespannte Chefs bauen Mitarbeiter nämlich instinktiv Schutzwälle auf, die von der eigentlichen Arbeit ablenken. Weiterhin könnten die Kollegen Anspannung so werten, dass der Chef ganz einfach überfordert ist – was dann wiederum die bislang gewonnene Sicherheit aushebelt. Chef zu sein, ist also eine Kunst, die bis in die kleinste Bewegung hinein übertragbar ist.



 

Oberstes Bild: © sharpshutter – Shutterstock.com



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