Wie man Bewerbungskiller vermeidet (Teil II): Was ist im Bewerbungsanschreiben zu vermeiden?

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Wie man Bewerbungskiller vermeidet (Teil II): Was ist im Bewerbungsanschreiben zu vermeiden?
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Ziel eines Bewerbungsanschreibens und eines daran anschliessenden Interviews im Hause des Unternehmens muss es immer sein, die eigenen Chancen auf die Besetzung der Vakanz signifikant zu erhöhen. Darum gilt es, bestimmte als problematisch bekannte Formulierungen zu vermeiden oder entsprechende Antworten im Personalgespräch zu umschiffen. Aus diesem Grund haben wir einige Sätze, Fragen und Formulierungen gesammelt, die sich in Bewerbungsanschreiben und Interviews nicht nur als kritisch erwiesen haben, sondern regelmässig Bewerbungsbemühungen „töten“.

Natürlich ist nicht nur exakt die vorgestellte Form zu meiden; es geht darum, dass die hinter den Sätzen verborgene Botschaft und das Signal an den Personalentscheider zu meiden sind. Stilmittel der Überspitzung dienen hierbei dazu zu verdeutlichen, welches Prinzip es zu beherzigen gilt, will man seine Jobchancen beim Unternehmen vergrössern.





Dies ist ein dreiteiliger Bericht zum Thema „Wie man Bewerbungskiller vermeidet“:

Teil I: Grundlagen: Wieso manche Formulierungen zu vermeiden sind und was man sich vor dem Anschreiben sowie dem Gespräch vergegenwärtigen muss
Teil II: Was ist im Bewerbungsanschreiben zu vermeiden?
Teil III: Was darf man im Bewerbungsgespräch niemals fragen und antworten?


Welche Formulierungen und Sätze sollte man im Bewerbungsschreiben vermeiden?

– Ich könnte mir sehr gut vorstellen/denken, für Ihr Haus zu arbeiten. – Das kommt sehr unsouverän rüber und wirkt absolut nicht überzeugend. Es ist mehr Begeisterung gefordert, und wer einen Personaler überzeugen möchte, muss seinen Elan deutlich vermitteln.



– Die von Ihnen ausgeschriebene Vakanz ist eigentlich die perfekte Position für mich. – Das Wort „eigentlich“ zerstört hier den guten Willen. Wenn die Position nur „eigentlich“ perfekt ist, was ist sie dann „uneigentlich“? Doch nicht so richtig?



– Beim Lesen Ihrer Ausschreibung fühlte ich, dass meine lange Suche nach einer passenden Stelle ein Happy End nehmen wird. – Niemals pathetisch werden; eine Besetzung einer Vakanz ist kein Popcorn-Movie, in welchem es ein Happy End gibt. Und ein Bewerber sagt niemals – wirklich niemals –, dass er lange Zeit nach einer passenden Position gesucht hat. Daraus ergibt sich stets die Frage: Wieso hat er so lange vergeblich gesucht? Ist er nicht qualifiziert genug? Oder zu „picky“, was seine Vorstellungen angeht?

– Beim Lesen Ihrer Ausschreibung wusste ich endlich, wo ich richtig aufgehoben bin. – Auch wenn die Grundintention nicht schlecht ist, dass man verdeutlicht, wie sehr man die Vakanz als passgenau ansieht, so ist hier die Umsetzung schlicht mangelhaft. Es fehlt die Begründung, wieso es exakt diese Position ist, die man zum Vorteil des Unternehmens besetzen sollte. Hier wurde etwas sehr gut gemeint und auch richtig gemeint, aber leider sehr schlecht umgesetzt, wenn man auf die Argumente verzichtet.



– Ihre ausgeschriebene Vakanz fügt sich nahtlos an das, was ich bisher gemacht habe. – Hierbei handelt es sich um ein zweischneidiges Schwert. Es mag Personalentscheider geben, die das gut finden und sehen: Es fällt eine lange Einarbeitungsphase weg. Es kann dem Manager aus dem Bereich Human Resources aber auch deutlich machen, dass es keine fachlichen Gründe sind, die einen Jobwechsel bedingen, sondern dass es eher persönliche Gründe gibt, die eine neue Arbeitsstelle verlangen. Und in dem Moment wird man als guter HR-Manager hellhörig und beginnt, tiefer nachzubohren.

Nach mehreren Jahren in meiner angestammten Position suche ich jetzt nach einer angemessenen Herausforderung für mich. (Bild: aslysun / Shutterstock.com)

Nach mehreren Jahren in meiner angestammten Position suche ich jetzt nach einer angemessenen Herausforderung für mich. (Bild: aslysun / Shutterstock.com)

– Nach mehreren Jahren in meiner angestammten Position suche ich jetzt nach einer angemessenen Herausforderung für mich. – Was nahezu schmeichelhaft und umgarnend klingen soll, ist in Wirklichkeit ein garantierter Bewerbungskiller. Die Message, die dem Personaler gesendet wird, lautet: Ich habe mich in meiner alten Position extrem gelangweilt, sah das Tätigkeitsfeld als nicht adäquat an, habe mich aber trotzdem mehrere Jahre alimentieren lassen. Ja, man kann unterfordert sein, aber dann spricht man das beim Unternehmen an. Erst wenn sich nichts ändert, wechselt man – und dann kann man einfliessen lassen, sanft, dass man keine passende Position im angestammten Hause findet.

– Meine Qualifikationen entnehmen Sie bitte meiner Vita, den Zeugnissen und weiteren Anlagen. – Strike-out! Hier würde man im TV rufen: Hoëcker, Sie sind raus! Man mache sich deutlich, was hinter dem Satz steckt, wenn man das K.-o.-Kriterium erkennen will: Lesen Sie doch meine Unterlagen, wenn Sie etwas zu meinen Fähigkeiten erfahren wollen, denn ich habe keine Lust, mich nochmals zu erklären. Das ist ein No-go. Das kann niemand, der ernsthaft an einem Job interessiert ist, sagen wollen. Wer nicht in der Lage ist, seine Befähigungen und Vorteile, die er für eine Position X mitbringt, seinem Gegenüber komprimiert mitzuteilen, wird ganz sicher keine Chance haben, sich persönlich zu präsentieren. Dieser Satz ist nah an der Höchststrafe in einer Bewerbung, wenn es um Killersätze geht.

– Ich hoffe darauf, in Ihrem Hause bessere Rahmenbedingungen als in meinem alten Unternehmen zu finden. – Und wieder ist man raus, denn wer durch die Blume sagt, sein vorheriges Unternehmen sei eine „Imbissbude“, zeigt keine Loyalität, und niemand wird illoyale Mitarbeiter einstellen.

– Das Verhältnis zu meinen Vorgesetzten war stets einwandfrei. – Niemals so rüberkommen, als würde man aus dem Arbeitszeugnis abschreiben. Zudem verlangt das nach der Frage: Und wie war Ihr Verhältnis zu Kolleginnen und Kollegen? Ganz schlechter Satz!

– Leider bringe ich einige der von Ihnen geforderten Qualifikationen nicht mit, aber ich zeige mich lernbereit. – Und wieder wird man vom Bewerbungsplatz gestellt. Wieso Schwächen in den Vordergrund rücken und darauf hinweisen, dass man diese Lücken zulasten des Unternehmens ausmerzen wolle? Fehlen einem selbst gewisse Dinge, wartet man umgehend mit Lösungsansätzen auf und zeigt Argumente, wieso man doch die richtige Person für die Vakanz ist!



 

Oberstes Bild: © iluistrator – Shutterstock.com


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