Zu schlecht bezahlt: Physiker und Ingenieure bevorzugen Finanzjobs

15.12.2015 |  Von  |  Arbeitsmarkt, News
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Zu schlecht bezahlt: Physiker und Ingenieure bevorzugen Finanzjobs
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Von wegen mangelhaftes Bildungssystem. Der von der Wirtschaft immer wieder beklagte Mangel an MINT-Fachkräften (Mathematik, Ingenieurswesen, Naturwissenschaften und Technik) liegt an schlechten Löhnen.

Dieser Ansicht ist zumindest der Volkswirt Thijs van Rens von der University of Warwick. Die Fachkräfte würden sich in besser bezahlte Finanzjobs flüchten.

Qualifikation? Lohnt sich nicht

„US-Daten zeigen, dass marktübliche Gehälter die relative Nachfrage nach verschiedenen Fähigkeiten nicht widerspiegeln“, erklärt der Experte. Dieses Problem betrifft ihm zufolge auch kommunikative Soft Skills. Da technische und naturwissenschaftliche Fertigkeiten kaum adäquat bezahlt werden, landen zudem eigentlich hochqualifizierte Kräfte letztlich oft in der Finanzbranche.

Der MINT-Fachkräftemangel ist ein seit Jahren vielzitiertes Schlagwort. Oft werden Defizite im Bildungswesen als Ursache genannt, doch das stimmt van Rens zufolge nicht. „Unternehmen klagen über den Mangel an Kräften mit MINT-Fähigkeiten, sind aber nicht gewillt, die Löhne für diese Arbeitskräfte anzuheben“, so das Ergebnis seiner Analyse der Situation in den USA.

MINT-Fachkräfte sehen sich nach Alternativen um

Ein weiteres Problem ist, dass gleichzeitig die Löhne für wenig gefragte Fertigkeiten nicht sinken. Der Erwerb von MINT-Skills zahlt sich für Arbeitskräfte also eigentlich nicht aus – und eben das ist dem Volkswirt zufolge die eigentliche Ursache des MINT-Fachkräftemangels. Verschärfend kommt demnach noch hinzu, dass sich Fachkräfte mit auf dem Arbeitsmarkt effektiv finanziell unterbewerten Fertigkeiten sich nach lohnenderen Job-Alternativen umsehen.



„Während sich Unternehmen über einen Mangel an qualifizierten Physikern und Ingenieuren auf dem Arbeitsmarkt beschweren, arbeiten sehr viele Absolventen solcher Fächer im Finanzsektor“, erklärt van Rens. Dort nutzen die Fachkräfte ihre MINT-Fertigkeiten zwar nur sehr begrenzt, verdienen aber besser. „Universitäten zu ermuntern, mehr Physiker und Ingenieure auszubilden, wird nichts bringen, wenn die zusätzlichen MINT-Absolventen sich nach Jobs bei Investmentbanken umsehen.“

 

Artikel von: pressetext.redaktion
Artikelbild: © Matej Kastelic – shutterstock.com

Über Sorin Barbuta

Ich habe bildende Künste studiert und arbeite seit vielen Jahren als freiberuflicher Graphik Designer. Da für mich selbständiges Arbeiten und Eigenverantwortung sehr wichtig sind, bin sehr gerne in der Welt des Web Content Managements unterwegs.



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