Es ist nicht alles sicher, was glänzt – der Mythos Gold und seine Eignung als Vermögensanlage

25.07.2014 |  Von  |  Finanzen
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Es ist nicht alles sicher, was glänzt – der Mythos Gold und seine Eignung als Vermögensanlage
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Gold ist das wohl bekannteste und sagenumwobenste Material der Welt. Es findet sowohl in Mythen, Märchen und Sagen als auch in religiösen Texten wie der Thora oder der Bibel Erwähnung. Was aber macht das edle Metall so besonders, dass es bis heute eine derartige Faszination ausübt? Und ist es wirklich wertvoll genug, um als sichere Vermögensanlage zu dienen? Wir haben uns für Sie umgehört und sind dem Mythos Gold dabei ein gutes Stück nähergekommen

Was ist das Besondere an Gold?



Gold kommt in der Natur ausschliesslich als „gediegenes“ – also reines, ungebundenes – Element vor. Durch diesen Umstand war es eines der ersten Metalle, die der Mensch be- und verarbeiten konnte. Indem es im Zuge dessen zunächst hauptsächlich bei der Herstellung und Verzierung ritueller Gegenstände zum Einsatz kam, symbolisiert Gold in unzähligen Sagen und Berichten die besonderen Eigenschaften eines Menschen oder einer Sache. Beispiele für diese übertragene Bedeutung des Metalls sind die redensartlich „goldenen Hände“ oder das spruchreife „goldige Wesen“ einer besonders geschickten oder liebenswerten Person.

Darüber hinaus hatte Gold durch alle Kulturen hindurch schon immer auch materiellen Wert, sodass es häufig als Zahlungsmittel diente oder als Material für Münzen verwendet wurde. Während des Mittelalters stieg der Preis für Gold aufgrund seiner Seltenheit ins beinahe Unermessliche. Erst durch die (Wieder-)Entdeckung Amerikas und die Nutzung der dort lagernden Goldvorräte konnte diese Deflation gestoppt werden.

Des Weiteren verkörpert Gold wie kein anderer Rohstoff Sehnsüchte und Wünsche. Die diesbezüglich markanteste Ausprägung waren die sich wiederholenden „Goldräusche“ der Geschichte, welche zahlreiche Menschen veranlassten, ihr bisheriges Leben aufzugeben und in fernen Ländern nach Reichtum und Glück zu suchen. Die wohl bekanntesten Emigrationswellen führten in jene Gebiete, die auch heute noch für ihre Vorkommen an Gold berühmt sind: Amerika, Australien und Südafrika.

Welche Bedeutung hat Gold heute?



Die Zeiten, in denen etwas „Gold wert“ ist, sind vorbei – allerdings noch nicht so lange, wie moderne Zahlungsmittel glauben lassen. Bis 1914 liessen sich die Währungen Europas und Amerikas noch im wahrsten Sinne des Wortes „mit Gold aufwiegen“: Basierend auf dem sogenannten Goldstandard von 1890, legte jedes Land einen Betrag fest, den seine jeweilige Währung im Verhältnis zu einer Feinunze – also 31,1 Gramm – Gold wert war.



Während die meisten Länder nach dem Zweiten Weltkrieg keine solche Festlegung mehr trafen, galt der Goldstandard in den USA noch bis zum 15. August 1971. Hier konnte sich jedermann den Gegenwert seines Geldes in Gold auszahlen lassen. Der Wechselkurs belief sich zum Schluss auf 35 US-Dollar pro Feinunze bzw. auf 1,13 US-Dollar pro Gramm.

Heute kommt das edle Metall vorwiegend bei der Anfertigung von Schmuck, bei der Herstellung optischer und elektronischer Bauteile sowie im medizinischen Bereich zum Einsatz. Ein beträchtlicher Teil des weltweit geförderten Goldes wird ausserdem weiterhin als Währungsreserve bereitgehalten. Mehr als 7000 Tonnen davon lagern in der Federal Reserve Bank of New York, die damit rund ein Viertel des gesamten Vorrates an Gold beherbergt.

Wie sicher ist Gold als Vermögensanlage?

Die Beantwortung dieser Frage ergibt sich aus den drei wichtigsten Eigenschaften, die eine Vermögensanlage aufweisen muss, um als „sicher“ zu gelten: Sie sollte



  • den Anleger vor Inflation schützen,
  • einen gleichbleibend hohen Zinsertrag gewährleisten und
  • den Wertverlust des Vermögens verhindern.

Unter diesen Aspekten muss die Sicherheit von Gold als Vermögensanlage jedoch äusserst kritisch betrachtet werden. So bietet es weder Schutz vor Inflation noch lässt sich mit einem Vorrat an Gold Zins erzielen. Auch hinsichtlich des Wertes von Gold ist diese Variante der Vermögensanlage alles andere als zuverlässig, weil der Goldpreis beträchtlichen Schwankungen unterliegt. Allein in den letzten 20 Jahren gab es immer wieder extreme Ausschläge nach oben und unten. Während erfahrene Anleger sich den unsteten Preis des Edelmetalls durchaus zunutze machen können, sind Durchschnittsbürger wie Urs und Heidi Mustermann mit der ständig wechselnden Lage auf dem Goldmarkt in der Regel heillos überfordert. Für sie scheidet Gold als Vermögensanlage also aus.

Warum gilt Gold dennoch als wertvoll?

Wider besseren Wissens und entgegen den oben aufgeführten Einwänden erfreut sich Gold immer noch des Rufes, ein ganz besonderes Vermögen zu bilden. Bis heute gilt aus diesem Metall gefertigter Schmuck als eindeutiges Statussymbol und jegliche Verwendung in anderen Bereichen wird automatisch mit Reichtum gleichgesetzt – selbst dann, wenn das Gold hier aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften zum Einsatz kommt.

Psychologen begründen diese falsche Annahme mit der Bedeutung, die Gold seit Anbeginn seiner Entdeckung in der (Kultur-)Geschichte spielt. Tatsächlich gehen die meisten Menschen nach wie vor davon aus, dass das Metall einen gleichbleibend hohen Wert besitzt und deswegen zwangsläufig immer einen entsprechenden Preis erzielt.



 

Oberstes Bild: © ded pixto – Shutterstock.com



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Über Christiane Dietering

Christiane Dietering hat eine handwerkliche, zwei kaufmännische und eine Autoren-Ausbildung absolviert. Sie arbeitet als freie Texterin, Rezensentin und Journalistin in den Themenbereichen Kunst und Kultur. Ihre Hauptauftraggeber sind Veranstalter von Musikaufführungen, Lesebühnen und Erotik-Events.


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