Was Unternehmen von „Digital Natives“ lernen können

15.11.2014 |  Von  |  Allgemein, Neue Medien
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Social Software, Projektarbeit und auch veränderte Arbeitsbeziehungen: Sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeiter werden sich zukünftig auf eine rundum veränderte Arbeitswelt einstellen müssen. Noch hat das Industriezeitalter mit seinen Auswüchsen rund um Schichtarbeit, Routine und feste Arbeitszeiten die Gestaltung der Arbeitswelt fest im Griff. Der Trend geht aber eindeutig in eine andere Richtung.

Vor allem der Einfluss der Social Media wird sich immer stärker bemerkbar machen, sind sich Trendforscher sicher. Dabei verändern die sozialen Medien und auch Technologien nicht nur die Konsumenten, sondern auch die Unternehmen. Durch die neuen Möglichkeiten kommunizieren Kunden weitaus schneller sowie inhaltsfokussierter als in früheren Zeiten. Diesen regen Informationsfluss können die Unternehmen noch gar nicht leisten, geschweige denn abarbeiten und auf ihn reagieren. Im Wege stehen den meisten Unternehmen dabei vor allem die internen, zu komplexen Hierarchien.



Generation der „Digital Natives“ hat informelle Vorteile gegenüber den Firmen

Ein Wandel in der Unternehmenswelt erscheint also dringend nötig. Schliesslich haben die Konsumenten schon jetzt einen riesigen Vorsprung bei der Informationsnutzung und -verarbeitung. Beispiel: Bevor sich ein neues Produkt überhaupt auf dem Markt etablieren kann, haben in den Foren, auf den Plattformen, in den zum Alltagsbestandteil mutierten sozialen Netzwerken rund um Facebook, schlichtweg im Internet, schon unzählige Kunden direkt ein Feedback über ebendieses Produkt online gestellt. Ist dann ein negativer Tenor in den jeweiligen Beurteilungen erkennbar, kann der Umsatz einbrechen oder auch die Reputation – zumindest kurzfristig – negativ in Mitleidenschaft gezogen werden. So gesehen agieren die Konsumenten hier inzwischen äusserst souverän, da sich die Transparenz der abgegebenen Beurteilungen deutlich auf das betroffene Produkt und damit auf das jeweilige Unternehmen auswirkt.

Was sollte sich also schleunigst aus Unternehmenssicht ändern? Ökonomen und Unternehmensberater sind sich diesbezüglich sicher: Die Kommunikation muss sich grundsätzlich ändern. Stichwort „Digital Natives“; übersetzt bedeutet dies „digitale Ureinwohner“. Hierbei handelt es sich um Personen oder sogar ganze Generationen, die mit digitalen Technologien wie Mobiltelefon, Computer, mp3-Player und vor allem dem Internet aufgewachsen sind. Genau diese Gruppe ist es dann auch schon gewohnt, ihre Meinung, aber auch ihr Wissen zu teilen. Wenn Unternehmen diesen Vorsprung rund um die Informationsweitergabe verkürzen oder gar aufholen möchten, müssen sie Schwerpunkte, fernab von Denkweisen, wie sie im Industriezeitalter üblich sind, setzen.

Feste Aufgaben waren gestern – heute sind Herausforderungen projektbezogen



So muss die Kommunikation in zunehmendem Masse virtuell ablaufen. Dabei werden gerade unternehmensinterne Social-Media-Angebote respektive Plattformen an Bedeutung gewinnen. Oder auch das „Internet der Dinge“, das die Grenzen zwischen realem Leben und digitaler Welt verwischt. Letztendlich wird sich das prompte Teilen von Informationen und Wissen aber auch auf jeden einzelnen Arbeitsplatz an sich, auf das Verhältnis zwischen Unternehmen, Arbeitnehmern und Konsumenten, auf die Effektivität und Produktivität sowie auf das Arbeitsumfeld auswirken. So sind jetzt schon die ersten Risse im Konstrukt der festen Arbeitszeiten und der Stellenbeschreibungen zu beobachten. Immer mehr Beschäftigte sind nicht mehr nur für einen festen Aufgabenbereich eingeteilt, sondern verbringen inzwischen oftmals über ein Drittel ihrer normalen Arbeitszeit in Projektteams.

Dort arbeiten sie – quasi auf Projektbasis – in immer wieder neu zusammengestellten Teams temporärer Art. So soll der Know-how-Transfer optimiert und Fachwissen permanent gezielt eingesetzt werden. Dies wird wohl insbesondere Wissensarbeiter betreffen, die kaum noch ihren Standardtätigkeiten nachgehen werden. Noch nicht viele Unternehmen sind aber auf Szenarien dieser Art wirklich vorbereitet. Wer aber in der projektorientierten Zukunft weiterhin auf den lokalen bis globalen Märkten mitmischen möchte, muss die überkommenen Strukturen des Industriezeitalters endlich aufbrechen. Dies betrifft aber nicht nur die Unternehmen, auch die Organisation der Mitarbeiter steht auf dem Prüfstand.





Digitalisierung bzw. Virtualisierung revolutionieren auf Dauer die Arbeitswelt. Trendforscher sagen ein neues Zeitalter voraus. (Bild: Ozerina Anna / Shutterstock.com)

Digitalisierung bzw. Virtualisierung revolutionieren auf Dauer die Arbeitswelt. Trendforscher sagen ein neues Zeitalter voraus. (Bild: Ozerina Anna / Shutterstock.com)




Zukunftsszenario: Von der Talent Cloud über Sozialkompetenz bis zur Social Software

So gehen Trendforscher davon aus, dass Teams sich zukünftig selbstständiger organisieren müssen, um weitaus ergebnisorientierter sowie eigenverantwortlicher arbeiten und eigenständig Konflikte lösen zu können. Damit Mitarbeiter auch wirklich freier und eigenverantwortlicher in Unternehmen tätig sein können, gehen die entsprechenden Gedankenspiele in Richtung unternehmenseigener Talent Cloud. Dabei geben die Mitarbeiter ihre Fähigkeiten und Talente in spezielle Profile ein. Aus diesem Talentpool können sich Führungskräfte dann die entsprechenden Mitarbeiter, die sie für ein Team benötigen, heraussuchen. In sozialen Netzwerken wie zum Beispiel LinkedIn wird dies in ähnlicher Form bereits umgesetzt. Allerdings werden hier auch besonders die Führungskräfte gefordert sein. Denn flexible Wissensarbeiter werden projektlose Zeiten wohl nur zähneknirschend mit langweiligen Routinearbeiten überbrücken.

Daher werden die Entscheidungsträger mehr Team-bildende Events als bisher veranstalten müssen. Zudem werden sie mehr und mehr in eine Art Mentoring-Rolle schlüpfen und zudem den Sozialcharakter innerhalb des Unternehmens, der Abteilung oder auch des Teams deutlich präsenter positionieren. Denn Fakt ist diesbezüglich, dass ein Mitarbeiter nicht vorschnell den Arbeitgeber wechselt, wenn er die Atmosphäre, seine Kollegen und auch seine Vorgesetzten schätzt. In Zukunft könnte beim Austausch von Informationen und auch beim Zusammenhalt aller Betriebsangehörigen diesbezüglich die so bezeichnete Social Software helfen. Sie ermöglicht einen stets leichten Zugang zu allen relevanten Informationen; zudem können Ansprechpartner respektive Experten wirklich zeitnah gefunden werden. Ob die bereits angesprochenen unternehmensinternen Social-Media-Plattformen, interne Wikis oder das nahezu noch innovative betriebsinterne Micro-Blogging: Das Wissen-Bunkern gehört augenscheinlich nicht mehr in diese Zeit.




 

Oberstes Bild: © faithie – Shutterstock.com


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