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Der steinige Weg zur Existenzgründung

04.04.2014 |  Von  |  Organisation

Geschätzte Lesezeit: 6 minutes

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Sie haben eine tolle Idee für ein Unternehmen und verjubeln in Ihrer Vorstellung schon die ersten Millionen, welche Sie ganz bestimmt verdienen werden? Möglich ist das zwar, aber bis dahin ist es ein weiter Weg. Wir haben daher einige Tipps für Sie zusammengestellt, die Sie bei der Unternehmensgründung unbedingt beachten sollten.

Die Ratschläge gelten übrigens für Betriebe jeder Grössenordnung – vom kleinen Geschäft vor Ort bis zum geplanten Grosskonzern.



Finde nur ich meine Idee gelungen?

Bevor Sie sich in das Unternehmerleben stürzen, sollten Sie sich rational mit dem Thema befassen und auch externe Quellen dazu befragen. In Ihrer Vorstellung funktioniert wahrscheinlich alles und auch die grössten Probleme scheinen lösbar zu sein. In der Praxis hingegen kann sehr viel unvorhergesehen schiefgehen. Stellen Sie sich ebenso einfache wie existenziell wichtige Fragen, darunter zum Beispiel:

  • Ist meine Geschäftsidee wirklich gut oder kommt sie mir nur so vor (befragen Sie dazu unabhängige und unvoreingenommene Personen)?
  • Ist die Idee finanziell umsetzbar und kann ich damit in absehbarer Zeit Gewinne erzielen (denn das ist bei Start-ups in der Regel erst Jahre nach der Gründung der Fall)?
  • Sind Sie sich des Risikos bewusst, dass Sie unter Umständen auch sehr viel Geld verlieren können?

Dazu hilft ein Blick auf eine einfache Statistik: Von zehn gegründeten Start-ups überlebt in der Regel nur ein einziges. Anders ausgedrückt, erhalten Sie eine Chance von 10 %, dass Ihr Plan am Ende tatsächlich aufgeht. Wenn Sie keine risikoaffine Persönlichkeit sind, müssen Sie also ein “dickes Fell” haben, um die Hochs und Tiefs der Existenzgründung nervlich zu überstehen.

Der Geschäftsplan muss stehen



Sofern Sie alle grundlegenden Fragen positiv beantworten können, sollten Sie einen Geschäftsplan erstellen. Dieser regelt vorab wichtige Fragen zur Betriebswirtschaftlichkeit und auch zu den rechtlichen Grundlagen, auf welchen Ihr Unternehmen fussen soll. Unter anderem sollten Sie dort anzeigen …

  • welche Idee Sie überhaupt mit Ihrem Unternehmen verfolgen.
  • welche Unternehmensform Ihr Start-up einnehmen wird, da dies für rechtliche Dinge von grosser Wichtigkeit ist.
  • über welche finanziellen und personellen Mittel Ihr Unternehmen verfügen muss, damit die Pläne in die Wirklichkeit umsetzbar sind.
  • welche strategischen Massnahmen Sie zu ergreifen gedenken, um Ihr Unternehmen gewinnbringend auf dem Markt zu platzieren.
  • in welcher Höhe Umsätze und Gewinne zu erwarten sind, wenn Ihr Unternehmen “abhebt”.

Dieser erste Geschäftsplan ist auch deshalb so wichtig, weil er dazu dient, Fördergelder von Banken oder staatlichen Institutionen zu erhalten (dazu mehr im nächsten Abschnitt). Holen Sie sich dazu zur Not einen Experten in Ihr Boot, der mit der Erstellung von Geschäftsplänen vertraut ist.

Wenn in Ihrem Geldbeutel Ebbe herrscht, müssen Sie sich an Fördergelder und andere Darlehen halten. (Bild: Dooder / Shutterstock.com)

Wenn in Ihrem Geldbeutel Ebbe herrscht, müssen Sie sich an Fördergelder und andere Darlehen halten. (Bild: Dooder / Shutterstock.com)

Woher kommt das Geld?

Wenn in Ihrem Geldbeutel Ebbe herrscht, müssen Sie sich an Fördergelder und andere Darlehen halten. Eine Existenzgründungsförderung ist dabei jederzeit möglich, allerdings müssen Sie dafür den erwähnten Geschäftsplan bei Ihrer gewählten Institution vorlegen.

Diese Kreditgeber geben ihr Geld jedoch natürlich nicht ohne Bedingungen weiter: Sie müssen unter anderem nachweisen, dass Sie dazu in der Lage sind, ein Unternehmen zu führen beziehungsweise die Stelle einzunehmen, die Sie für sich selbst geplant hatten.



Es ist ja sehr schön, dass Sie eine bahnbrechende Idee hatten, aber wenn Sie als Manager eine Katastrophe sind, werden Sie Ihr Ziel nicht erreichen. Das wissen auch die Banken – und deshalb müssen Sie Ihre Kompetenzen nachweisen. Kreditinstitute haben dafür in der Regel Fachkräfte, die Sie zu dieser Thematik unter die Lupe nehmen werden. Handfeste Beweise in Form von Zeugnissen, Urkunden oder ähnlichen Dokumenten müssen Sie dabei nicht zwingend vorweisen.

Die Anmeldung des Unternehmens

Wenn die Finanzierung gesichert ist, muss das neue Unternehmen angemeldet werden. An welche Behörden Sie sich genau wenden müssen, hängt von Ihrer Branche und auch der Rechtsform des Start-ups ab. Normalerweise sind Gänge zum zuständigen Finanzamt mindestens notwendig, dazu kommen je nach Tätigkeit auch Anmeldungen in diversen Handelskammern.

Diese Behördengänge können ebenso zahlreich wie leider auch langweilig sein, aber Sie dürfen sie nicht ignorieren. Gehen Sie so gewissenhaft wie möglich vor und lassen Sie sich keinerlei Fehler unterlaufen, die später vielleicht teuer werden können. Holen Sie sich auch hier, falls notwendig, Beratung in Form von erfahrenen Unternehmensgründern, um kein Detail zu vergessen.



Der graue Alltag naht

Spätestens jetzt werden Sie bemerken, dass der Alltag im Start-up nicht so rosarot ist, wie Sie es sich vorgestellt haben. Die finanziellen Fragen sind geklärt, Sie verfügen über alle notwendigen Mitarbeiter, die notwendige Ausstattung für Ihr Unternehmen ist besorgt und funktionstüchtig – und jetzt werden Sie feststellen, wie viel Arbeit in der Existenzgründung steckt.

An mindestens die Hälfte Ihrer neuen Aufgaben werden Sie vorher nicht einmal gedacht haben. Hier kommt es auf eine maximale Effizienz an, um Ihren Alltag zu erleichtern: Gibt es vielleicht eine Software, mit welcher Sie zahlreiche unternehmensinterne Prozesse schneller und einfacher erledigen können, aber die kostet viel Geld? Dann geben Sie es einfach aus. Geld sollte niemals Ihr Antrieb sein, sondern das Wohlergehen des Unternehmens. Wenn Sie nach diesem Grundsatz handeln, wird sich das liebe Geld nämlich von ganz allein in Ihre Richtung bewegen.



 

Oberstes Bild: © Tomnamon / Shutterstock.com



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