Gastbeiträge als SEO-Massnahme: Google warnt davor

10.02.2014 |  Von  |  Marketing, Web
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Gastbeiträge als SEO-Massnahme: Google warnt davor
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Gastbeiträge sind ein weithin beliebtes Mittel, um sich Backlinks zu verschaffen und damit das Suchmaschinen-Ranking der eigenen Webseite zu verbessern. Matt Cutts, Webspam-Chef bei Google, hat sich jedoch jüngst in einem Blogbeitrag erneut dagegen ausgesprochen, Gastbeiträge als SEO-Massnahme einzusetzen.

Seiner Meinung nach könnte der Schuss sogar nach hinten losgehen. Im Zuge der Umkrempelung von Googles Suchalgorithmus gewinnt hochwertiger Content immer mehr an Bedeutung. Und Hochwertigkeit ist meist nicht das Kennzeichen der vergebenen Gastbeiträge.



Millionenfach wurde es schon praktiziert: Ein Seitenbetreiber stellt einem Autor oder Blogger den Platz für einen Artikel zur Verfügung. Das Ganze sieht auf den ersten Blick wie eine Win-Win-Situation aus. Der Blogger kann in dem Beitrag auf seine Seite verweisen, der Seitenbetreiber bekommt von dem Blogger im Gegenzug einen Backlink. So weit, so schlecht, meint Matt Cutts.

Guestblogging: Degeneriert und qualitativ minderwertig

In einem Blogbeitrag von Ende Januar nennt er das Einbinden von Gastartikeln als SEO-Massnahme „degeneriert“. Es habe gut begonnen, sei aber mittlerweile an einem Punkt angekommen, wo bestimmte Seitenbetreiber mit minderwertigem, spam-artigem Content versuchen sich ein besseres Ranking in den Google-Ergebnissen zu erschleichen. Als Beispiel und Beweis führt Cutts eine E-Mail an, in der er nach der Möglichkeit eines Gastartikels auf seinem Blog gefragt wird. Der Schreiber bietet Geld an und möchte Dofollow-Backlinks auf seine Seite bekommen, was laut Cutts eine klare Verletzung der Google-Qualitätsrichtlinien darstellt.

Doch nicht nur das, sondern vor allem die mangelnde Qualität der dargebotenen Texte sieht Matt Cutts als Hauptproblem an. Auf Linkspam hat Google schon lange Argusaugen gerichtet. Jetzt rückt auch die inhaltliche Komponente immer mehr in den Mittelpunkt. Die Suchmaschine wird immer besser darin, hochwertige Texte von reinem Linkbuilding-Spam zu unterscheiden – ein Grund, warum manche SEOs sich wahrscheinlich bald nach einem anderen Job umsehen müssen. Daneben erkennt Google auch anhand der abgehenden Links, wie gut deren Qualität ist. Sind viele Links auf minderwertige „Spam“-Webseiten vorhanden, wirkt sich dies negativ sowohl auf das Ranking der eigenen Seite sowie auf deren Reputation aus.

Soll man jetzt gar keine Gastartikel mehr zulassen? Matt Cutts verneint diese Frage. Gastartikel haben nach wie vor ihre Funktion. Sie können die Reputation oder die Reichweite erhöhen, auch für Branding taugen sie – vorausgesetzt, die Qualität stimmt. Genauso macht Cutts deutlich, dass seine Ausführungen nicht für Blogs mit mehreren Autoren gelten.

Insgesamt ist laut Cutts das Linkbuilding durch Gastbeiträge jedoch tot. Zu „spammy“ nennt er die Flut von Artikeln, die etwa in den letzten sechs bis zwölf Monaten das Internet überflutet haben – in seinem Blogbeitrag legt Cutts anhand von eigenen Q&A-Videos dar, wie sich über die Zeit das „Spam-Guestblogging“-Problem ausgeweitet hat. Anfangs (etwa Ende 2012) konnte er noch hoch qualitative Gastbeiträge als sinnvolle Massnahme empfehlen, während er gegen Ende 2013 nur noch über Linkspam sprach.

Wie kann man Spam-Anfragen erkennen?

Betreiben Sie eine Webseite mit einer nennenswerten Reichweite, kommen Ihnen früher oder später Anfragen ins Haus geflattert, die sich in etwa so lesen: „Hallo, mein Name ist XXXXX. Ich schreibe für die Agentur XY und möchte Sie fragen, ob ich bei Ihnen einen Gastartikel schreiben könnte. Meine einzige Bedingung sind zwei Dofollow-Links, die ich selbstverständlich auch angemessen vergüte.“ Vorsicht, hier verbergen sich gleich zwei klare Zeichen für Linkspam im Gastblogger-Kleid (fett hervorgehoben): Dofollow-Links in diesem Kontext widersprechen den Google-Richtlinien, und das Bezahlen von Links erst recht. Zudem kommt, dass die angebotenen Gastartikel meist keinen Bezug zum Thema des eigenen Blogs haben.

Hiervon sollte man lieber die Finger lassen. Ein qualitativ hochwertiger Text jedoch, am besten noch von einem bei Google schon bekannten Autor, ist immer zu empfehlen. Er bietet den Nutzern einen Mehrwert. Und darauf möchte Google hinaus. Ist das schon „Googliness„?



 

Oberstes Bild: © xurzon – Fotolia.com


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