Was bewirkt der Gas-Stopp aus Russland?

19.06.2014 |  Von  |  News
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Was bewirkt der Gas-Stopp aus Russland?
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Russland hat seine Gangart im Konflikt mit der Ukraine verschärft und die Gaslieferungen ausgesetzt. Als Grund gab man an, dass Kiew seine Schulden bislang nicht bezahlt hätte. Ob das tatsächlich die Wahrheit ist, sei dahingestellt – aber würde langfristig nicht auch die Schweiz betroffen sein?

Schliesslich führen zahlreiche Pipelines, welche Gas aus Russland nach Europa führen, quer durch die Ukraine. Im Falle eines anhaltenden Versorgungsstopps wären wir also auch hier möglicherweise vom Verhalten Russlands abhängig. Inwieweit das zutrifft oder ob sich dahinter nicht doch nur eine durch die Medien geschürte Panik verbirgt, schauen wir uns ein wenig näher an.



Gazprom dreht den Hahn zu

Ganz Europa wäre für mehrere Monate mit Erdgas versorgt, selbst wenn praktisch über Nacht alle Leitungen gekappt würden. Zwar wird es gar nicht erst so weit kommen, aber für den Fall der Fälle sieht man sich in der Schweiz gerüstet: Zwar stammen etwa 25 % des hierzulande verbrauchten Erdgases tatsächlich aus Russland, aber 65 % des grossen Kuchens entfallen auf skandinavische Länder wie Norwegen. Grund zur Sorge sieht Daniel Bächtold, Mitglied der Schweizerischen Gasindustrie, daher nicht.

Insbesondere die grossen und gefüllten Speicher sollen dafür sorgen, dass ein Versorgungstopp ohne weitere Folgen bleiben würde – und schliesslich gäbe es noch andere Lieferanten als Russland. Aber: Auch Bächtold hält es nicht für völlig ausgeschlossen, dass es möglicherweise zu leichten Preisanstiegen kommen könnte. Während der einfache Verbraucher davon zunächst nichts merken würde, könnten mittel- bis langfristig zumindest auf Unternehmen Probleme zukommen.

Geringes Risiko für die Einwohner der Schweiz

Da diese Art von Problemen dann wahrscheinlich doch wieder auf dem Rücken der Konsumenten ausgetragen würde, arbeitet die Schweizer Erdgas-Wirtschaft bereits an Wegen, um für dieses Szenario gerüstet zu sein. Dass tatsächlich etwas passieren wird, dürfte also äusserst unwahrscheinlich sein. Auch solle man sich keine Gedanken um die Stromversorgung machen: Nur 12 % des Erdgases werden in der Schweiz für die Generierung von Strom benutzt, in anderen Ländern liegt dieser Anteil deutlich höher. Das sorgt dafür, dass auch im absolut schlimmsten Fall zumindest die Schweiz sorgenfrei leben kann – und noch ist solch ein Fall nicht eingetroffen.



 

Oberstes Bild: © Ladislav Krajca – Shutterstock.com


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