Exporte: Bis zu einem Drittel der Waren kommt retour in die Schweiz

09.12.2016 |  Von  |  News
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Um zwei Drittel stiegen die Rücksendungen von Waren seit 2010 importseitig, exportseitig um die Hälfte.

Für die vier Warengruppen Bijouterie/Juwelierwaren, Bekleidung, Schuhe und Uhren besitzen Rückwaren Relevanz. So kommt z. B. ein Drittel der exportierten Bijouterie/Juwelierwaren wieder zurück in die Schweiz.

Rückwarenverkehr in ausgewählten Warengruppen, Januar-Oktober 2016

Warengruppe Exporte davon Rückwaren (= Reexporte)
in Mio. CHF in Mio. CHF Anteil in % der Exporte Anteil in % der Importe
Bekleidung 1.242 664 53,4 13,6
Schuhe 455 170 37,3 11,8
Gesamttotal 175.401 1.823 1,0 1,3
Importe davon Rückwaren (= Reimporte)
in Mio. CHF in Mio. CHF Anteil in % der Importe Anteil in % der Exporte
Uhren 3.255 1.286 39,5 8,1
Bijouterie/Juwelierwaren 8.092 2.985 36,9 32,5
Gesamttotal 143.683 4.734 3,3 2,7

Trotz ansteigender Tendenz spielen die Rückwaren1 insgesamt eine bescheidene Rolle: Im Zeitraum Januar-Oktober 2016 betrug deren Anteil an den Gesamtexporten lediglich 1 % (1,8 Mrd. Fr.) und bei den Gesamtimporten 3 % (4,7 Mrd. Fr.). Das darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass Rücksendungen für bestimmte Warengruppen sehr wohl ins Gewicht fallen. So machten ausfuhrseitig allein Bekleidung und Schuhe 46 % sämtlicher Rücksendungen (= Reexporte) aus. Noch deutlicher zeigt sich die Importseite: 90 % der gesamten Rückwaren (= Reimporte) entfielen einzig auf Uhren sowie Bijouterie- und Juwelierwaren.

Bei den Retourwaren dominieren Uhren und Schmuck

Im Zeitraum Januar bis Oktober 2016 entfielen im Uhrenbereich (Gesamtimporte: 3,3 Mrd. Fr.) anteilsmässig 40 % bzw. 1,3 Mrd. Fr. auf Rücksendungen von zuvor exportierten Uhren. Bei den Bijouterie- und Juwelierwaren (Gesamtimporte: 8,1 Mrd. Fr.) machten die Rückwaren 37 % bzw. 3,0 Mrd. Fr. aus. Der hohe Rückwarenanteil in diesen beiden Warenkategorien rührt daher, dass ein Teil der exportierten Erzeugnisse an Schmuck- und Uhrenmessen ausgestellt werden. Bleiben diese unverkauft, geht die entsprechende Ware wieder zurück in die Schweiz.

Der Blickwinkel lässt sich auch wechseln: Werden die Rückwaren direkt mit den Exporten in dieser Warengruppe verglichen, ergibt sich für die Uhren (Gesamtexporte: 15,0 Mrd. Fr.) wertmässig ein Anteil von 8 % der ausgeführten Uhren, die wieder in die Schweiz zurückkamen. Auffallend hierbei ist, dass überwiegend teurere Uhren retourniert wurden. So betrug der Durchschnittswert einer wiedereingeführten Uhr 6.978 Fr., verglichen mit durchschnittlich 723 Fr. pro exportierter Uhr.

In der Sparte Bijouterie- und Juwelierwaren (Gesamtexporte: 9,2 Mrd. Fr.) machte der Anteil hohe 33 % aus, womit ein Drittel der exportierten Bijouterie und Juwelierwaren wieder zurück in die Schweiz verschickt wurde.

In der anderen Handelsrichtung, das heisst beim Reexport, fallen die Bekleidung und Schuhe auf. Von den zwischen Januar und Oktober 2016 für 1,2 Mrd. Fr. exportierten Bekleidungen entfiel mehr als die Hälfte (664 Mio. Fr.) auf zuvor importierte Artikel. Im Schuhbereich (455 Mio. Fr.) belief sich dieser Anteil auf 37 %.

In beiden Fällen spielt der Online-Handel eine zentrale Rolle: so werden die von den Kunden retournierte Waren zentralisiert und als Sammelsendungen wieder ausgeführt – vor allem nach Deutschland. In direktem Vergleich mit den Importen zeigt sich, dass wertmässig 14 % der ursprünglich importierten Bekleidung später wieder ausgeführt wurde, während dieser Anteil in der Schuhsparte bei 12 % lag.

1 Der Rückwarenverkehr wird seit 2002 in der Aussenhandelsstatistik erfasst und je Handelsrichtung separat ausgewiesen: Bei den Reimporten handelt es sich um Waren, die zuvor aus der Schweiz exportiert und später unverändert wieder eingeführt wurden. Bei den Reexporten wurde die Ware in die Schweiz importiert und nachträglich wieder ausgeführt. Gründe für Rücksendungen können Unverkäuflichkeit, Mängel, Beschädigung, Annahmeverweigerung usw. sein.

 

Quelle: Eidgenössisches Finanzdepartement EFD Eidgenössische Zollverwaltung EZV
Artikelbild: © ssguy – shutterstock.com (Symbolbild)

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