Schweizer Spitäler nach wie vor mit Problemen

06.12.2016 |  Von  |  News
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Schweizer Spitäler nach wie vor mit Problemen
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Die Studie „Schweizer Spitäler: So gesund waren die Finanzen 2015“ von PwC Schweiz kam zu dem Ergebnis, dass die Margen vieler Schweizer Spitäler nach wie vor zu tief sind. Mit innovativen und patientenfreundlichen Ansätzen könnten die Ergebnisse verbessert werden. Die neue Spitalfinanzierung habe die Branche dynamisiert, den Wettbewerb verstärkt und das Gesundheitswesen effizienter und transparenter gemacht.

Die neue Spitalfinanzierung hat zu einem verstärkten Wettbewerb und einer erhöhten Transparenz und Effizienz geführt. In Bezug auf die Kosteneindämmung bleibt die gewünschte Wirkung weitgehend aus, und die Gesundheitskosten steigen weiter an.

Problem der geringen Profitabilität

Eine wesentliche Ursache für das Kostenwachstum im Gesundheitswesen liegt in steigenden Fallzahlen, d. h. einer Zunahme an behandelten Patienten. Unter anderem führen der demografische Wandel, gesellschaftliche Erwartungen an das Gesundheitswesen und der medizinische Fortschritt bei Schweizer Spitälern zu einer jährlichen Umsatzsteigerung von durchschnittlich drei bis sechs Prozent.

Der Gesundheitssektor wird gesamtwirtschaftlich auch in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen und wachsen. Neben nachvollziehbaren Gründen tragen aber auch Fehlanreize zur Entwicklung bei. Die Studie nimmt verschiedene Vorschläge dazu auf, wie Anreize in Bezug auf das künftige Mengenwachstum richtig zu setzen sind, insbesondere Vorschläge im Tarifbereich.

Interessant: Die mittelgrossen Spitäler sind profitabler als kleine und grosse Spitäler. Dafür gibt es viele Gründe. Allerdings sind die Margen bei allen untersuchten Spitälern im Mittel nach wie vor zu tief. Eine Besserung der Lage dürfte vorerst noch auf sich warten lassen.

Patrick Schwendener, Head Deals Healthcare von PwC Schweiz: „Die Ursachen sind vielfältig, liegen unter anderem aber in den Tarifstrukturen und Finanzsystemen, die Innovationen wie die Ambulantisierung bremsen oder zu einer Überversorgung von zusatzversicherten Patienten führen. Wollen Spitäler und Psychiatrien die Margen langfristig steigern, muss die heutige Leistungserbringung kritisch überdacht und mit innovativen Ansätzen kombiniert werden.“

Konzentration auf den spitalambulanten Bereich

Der spitalambulante Bereich wächst gegenüber dem stationären überdurchschnittlich stark. Diesen Trend haben zahlreiche Anbieter erkannt. Philip Sommer, Head Advisory Healthcare PwC Schweiz: „Wollen Spitäler künftig einen grösseren Teil der Leistungen ambulant erbringen, sind neue, innovative Betriebsmodelle wie beispielsweise ambulante Gruppenpraxen oder tagesklinische OP-Standorte zu erproben. Diese Modelle sind auf dem Vormarsch, werden sich jedoch erst auf breiter Front durchsetzen, wenn Tarif- und Finanzierungssysteme entsprechende Anreize setzen.“

Zur Studie

Diese Studie ist die fünfte in einer Serie, welche die Leistungsfähigkeit von Schweizer Spitälern und Psychiatrien sowie das Umfeld im Schweizer Gesundheitswesen untersucht. Die von PwC Schweiz durchgeführte Studie stützt sich primär auf die publizierten Jahresrechnungen von 28 akutsomatischen Spitälern und 11 Psychiatrien zwischen 2007 und 2015.

Die Studie geht vertieft auf drei innovative Fallbeispiele aus der Praxis ein (Tagesklinik für operative und interventionelle Eingriffe des Kantonsspitals Baselland und des Universitätsspitals Basel, Spital Uster, Universitätsspital Zürich).

PDF Dokument: Schweizer Spitäler

 

Quelle: PwC Schweiz
Artikelbild: © eyed – shutterstock.com (Symbolbild)

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