Schweizer Gaswirtschaft – Potenzial von Biogas voll nutzen

23.11.2016 |  Von  |  News

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Auf 267 GWh Biogas hat die die Schweizer Gaswirtschaft innerhalb der letzten fünf Jahre die Einspeisung ins Erdgasnetz vervierfacht. Und das ohne öffentliche Förderung im Gegensatz zum Biogas, das verstromt wird. Damit Biogas, das zum Heizen genutzt wird, auch als erneuerbare Energie im Sinne der kantonalen Vorschriften anerkannt wird, müssen die Weichen von Politik und Verwaltung jetzt richtig gestellt werden. Nur so kann das Potenzial von Biogas als klimaneutraler und nachhaltiger Energieträger voll genutzt werden.

In der Schweiz steigt die Nachfrage nach Biogas stark an. In Kombination mit Erdgas wird es nicht nur als Treibstoff, sondern zunehmend auch zum Heizen eingesetzt. Immer mehr lokale Gasversorger mischen dem Erdgas einen festen Biogas-Anteil bei. Biogas ist eine erneuerbare und CO2-freie Energie aus natürlichen Abfallstoffen.

Da das Angebot im Inland begrenzt ist, wird es auch aus den Nachbarländern importiert. Die Gaswirtschaft geht davon aus, dass der Anteil des verkauften Biogases in den kommenden Jahren noch wesentlich steigen wird. Was oft vergessen geht: Durch die Einspeisung von Biogas ins Netz erreicht man einen höheren Gesamtwirkungsgrad als bei der Biogas-Verstromung.

Biogas hat als erneuerbare Energie ein grosses Potenzial; kombiniert mit Erdgas und anderen erneuerbaren Gasen könnte es einen wichtigen Beitrag leisten, die Energie- und Klimaziele des Bundes umzusetzen.

Bereits 2010 hat die Gaswirtschaft einen Förderfonds ins Leben gerufen, in den die lokalen Versorger jährlich rund 3 Millionen Franken einzahlen. Damit werden Investitionen in neue Produktionsanlagen sowie die Einspeisung unterstützt. Inzwischen sind zwischen Genfer- und Bodensee 25 Anlagen in Betrieb.

Noch stellt sich die Bürokratie quer

Schwer nachvollziehbar sind die rechtlichen und bürokratischen Hindernisse bei der Anerkennung von Biogas. Solche bestehen auf zwei Ebenen: bei den Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn 2014) und beim Import von Biogas.

Seitens der Kantone wird Biogas zum Heizen in Wohngebäuden heute nicht als erneuerbare Energie anerkannt. Die Gasbranche hat im Hinblick auf die Revision der MuKEn 2014 ein Modell entwickelt, das von kompetenten juristischen Stellen als gangbar beurteilt wird und Einwände betreffend Kontrollaufwand entkräftet. Bei der Umsetzung der MuKEn 2014 in den kantonalen Gesetzgebungen bleibt den Kantonen und ihren Parlamenten die Chance, die notwendigen Verbesserungen vorzunehmen.

Das im Inland begrenzte Angebot und die Verfügbarkeit von ökologisch hochwertigem Biogas in den Nachbarländern machen den Import von Biogas zu einer sinnvollen Option. Mit Verweis auf strikte zollrechtliche Bestimmungen und daraus abgeleitete Anrechnungsfragen betreffend CO2-Emissionen verweigern die zuständigen Bundesbehörden solchen Importen allerdings nach wie vor die Anerkennung.

Politik und Verwaltung sind gefordert, sinnvolle Lösungen zu finden, damit Biogas für alle Nutzungen als erneuerbare Energie anerkannt wird. Nur so kann das Potenzial dieses nachhaltigen und klimaschonenden Energieträgers voll genutzt werden, der einen bedeutenden Beitrag leisten kann beim Umbau des Schweizer Energiesystems.

 

Artikel von: Verband der Schweizerischen Gasindustrie VSG
Artikelbild: © Lena Wurm – shutterstock.com (Symbolbild)

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