Resilienz-Programme – viele sind noch nicht so weit

05.10.2016 |  Von  |  News
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Resilienz-Programme – viele sind noch nicht so weit
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Control Risks ist eine internationale Management-Beratung, die schwerpunktmässig im Bereich Risikomanagement tätig ist. Eine Studie von Control Risks unter der Überschrift „The state of enterprise resilience 2016/2017“ hat sich mit dem Stand der „Resilienz“ in Unternehmen befasst – der Fähigkeit, auch bei gravierenden Ereignissen und Störfällen weiter zu funktionieren.

Die Studie umfasst eine Befragung von Mitarbeitern in Unternehmen. Untersucht wurde, inwieweit das Konzept von Resilienz in Unternehmen bekannt beziehungsweise etabliert ist. Über ein Drittel der Teilnehmer war danach der Ansicht, ihrem Unternehmen fehle es an der nötigen Kompetenz oder den geeigneten Fachkräften, um Enterprise Resilience effektiv umzusetzen.

Dies ist ein Anstieg von 17 % gegenüber 2015 – obwohl 27 % der Befragten angaben, Spezialkräfte zur Unterstützung ihrer Pläne im Bereich Resilienz eingestellt zu haben. Ausserdem war bei 46 % der erfassten Unternehmen in Schulungen und Kommunikation in diesem Bereich investiert worden.

Weitere zentrale Ergebnisse der Umfrage sind:

  • ISO 22316 ist eine Orientierungshilfe für Resilienz 

62 % der Befragten hatten schon von der Richtlinie ISO 22316 zur Resilienz von Unternehmen gehört oder den Entwurf gelesen; 92 % stimmten den Grundprinzipien der Richtlinie zu, in deren Mittelpunkt die gemeinsame Zielsetzung und Zusammenarbeit über alle Unternehmensbereiche hinweg steht. Jedoch deuteten 18 % der Befragten an, sie hätten nicht vor, die Grundprinzipien aktiv für sich umzusetzen und würden stattdessen weiterhin etablierte Verfahren nutzen.

  • Bedeutung einer effektiven Unternehmensführung

53 % der Befragten gaben an, dass eine effektive Unternehmensführung von oberster Priorität bei der Umsetzung der Resilienz-Agenda sei, ganz im Einklang mit der Richtlinie ISO 22316, für die effektives Management eindeutig zur Unterstützung der organisationsbezogenen Resilienz beiträgt. Veränderungen vorauszuahnen und sinnvoll umzusetzen hatte bei den befragten Unternehmen die nächsthöhere Priorität. Für grösstmögliche Flexibilität sollten Resilienz-Initiativen und -Massnahmen von der Führungsetage eines Unternehmens angestossen und dann unternehmensweit integriert werden.

  • Rufschädigung schlimmer als kurzfristige finanzielle Verluste

Über 70 % der Befragten sehen in der Rufschädigung im Falle einer Betriebsstörung die grösste Gefahr für ihr Unternehmen – erheblich mehr als in fallenden Umsätzen (38 %), dem Verlust neuer Geschäftschancen (25 %) oder dem gesunkenen Unternehmenswert (26 %).

  • Wachsende Angst vor Cyber-Attacken

Die Befragten sahen in Angriffen auf die Cyber-Sicherheit die potenziell grösste externe Bedrohung für ihr Unternehmen; für 47 % besteht hierin ihre Hauptsorge.

  • Bereichsübergreifendes Agieren nötig

92% der Befragten sind der Auffassung, dass ein bereichsübergreifender Ansatz und Austausch von Informationen Grundpfeiler für Resilienz sind – jedoch vertrauen 48 % der Befragten nach wie vor auf eine zentralisierte Steuerung und Kontrolle anstelle von interdisziplinären Risikomeetings, die eine engere bereichsübergreifende Zusammenarbeit und einen besseren Informationsaustausch fördern würden.

Studien-Co-Autor Mark Whyte kommentiert: „Die Bedrohung durch Störfälle im Betrieb hat Unternehmen aus allen Branchen dazu veranlasst, sich mit spezifischen Gefahren konkret auseinanderzusetzen und bestimmte Gefährdungsbereiche zu identifizieren. Viele Unternehmen wollen sich besser schützen, aber bisher fehlt es noch an der Umsetzung der entsprechenden Strategien und Taktiken“.

Und Andy Cox, ebenfalls Mitverfasser des Berichts, meint: „Die erfolgreiche Umsetzung eines Resilience-Programms braucht Zeit. Für die unternehmensweite Entwicklung der Rahmenbedingungen, die bereits vorhandene Massnahmen des Risikomanagements berücksichtigen und integrieren, braucht man Geduld und Ressourcen. Unsere Erfahrung zeigt, dass man diese grosse Aufgabe am besten in Form einer Reihe von vorrangigen Projekten angeht, um so die Resilienz des jeweiligen Unternehmens schrittweise zu steigern.“

 

Artikel von: Control Risks Deutschland GmbH
Artikelbild: © Jirsak – shutterstock.com

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