Grüner Fisher sieht in aktuellen Kurseinbrüchen Chancen

15.02.2016 |  Von  |  News

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Die Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments sieht in den aktuellen Kursturbulenzen am Markt grosse Chancen.

Das geht aus ihrer traditionellen Kapitalmarktprognose mit dem Titel „Die Welt steht Kopf“ hervor, die das Unternehmen jetzt für 2016 vorgelegt hat.

Der schwächste Jahresstart in der Börsengeschichte hat viele Marktteilnehmer extrem verunsichert. „Diese heftige Korrektur ist für langfristig orientierte Investoren eine günstige Gelegenheit, die strukturelle Aktienquote zu erhöhen. Wir erleben derzeit eine geradezu klassische Korrektur und das dazu passende Anlegerverhalten. Sämtliche positiven Faktoren werden ignoriert“, argumentiert Geschäftsführer Thomas Grüner. „Der Einstieg in qualitativ hochwertige Unternehmen mit guter Dividendenrendite ist nochmals deutlich attraktiver. Das Chance-Risiko-Verhältnis ist besser geworden.“

Dabei sollte das Börsenjahr 2016 weiterhin grosse Herausforderungen an die Marktteilnehmer stellen. „Wir erwarten eine – wie auch in der zweiten Hälfte der Neunziger Jahre – gesteigerte Volatilität“, so Grüner. Wichtig sei in diesen oftmals hektischen Phasen vor allem, eine disziplinierte und strikt faktenorientierte Marktanalyse zu betreiben. „Nicht die Korrekturen selbst bedrohen die langfristigen Anlageziele“, bemerkt Grüner. „Der Anleger wird sich in Korrekturphasen oft selbst zum Feind, indem er emotionale Entscheidungen trifft.“

Die skeptische Grundhaltung vieler Anleger werde durch die jüngsten Kursrückgänge zusätzlich verstärkt. „China-Krise, Ölpreisverfall, Banken-Krise, Flüchtlingsdebatte, Terroranschläge, Staatsverschuldung, politische Instabilität und grosser Druck auf Kanzlerin Merkel – die Liste der potenziellen Gefahrenquellen ist lang“, so Grüner. Die robusten wirtschaftlichen Rahmendaten und Fakten gingen dabei völlig unter. Medien – und das neue Phänomen Social Media – würden die Angst vor einem möglichen Crash dabei zusätzlich verstärken. Aufgeregte Diskussionen seien bei der rationalen Meinungsfindung absolut kontraproduktiv. Für die Schlagzeilen gelte leider oftmals: „Subjektive Meinungen statt Fakten.“

Eine Wiederholung des Crash-Szenarios wie im Jahr 2008 hält Grüner für 2016 extrem unwahrscheinlich. „Allein schon die Tatsache, dass die Mehrheit der Marktteilnehmer diese Parallele befürchtet, macht dieses Szenario tatsächlich unwahrscheinlich“, so Grüner. „Weitere signifikante Unterschiede sind das Zinsniveau und die Zinsstrukturkurve.“ Die deutsche Umlaufrendite habe Anfang 2008 bei 4,34 Prozent gelegen, zu Jahresbeginn 2016 bei 0,49 Prozent. Heute liege sie nur noch bei 0,06 Prozent. „Die Umlaufrendite hat sich quasi in Luft aufgelöst und verdeutlicht die relative Attraktivität der Aktienmärkte im Vergleich zu Anleihen.“

Zusätzlich gebe es heute keine inverse Zinsstrukturkurve wie in 2008. „Die Notenbanken befinden sich auch Anfang des Jahres 2016 noch immer im Krisenmodus“, so Grüner. Im Hinblick auf eine mögliche Wiederholung der Bankenkrise bemerkt Grüner: „Banken sind im Jahr 2008 relativ unvorbereitet in die Krise geschlittert.“ Heute seien die warnenden Stimmen vor einer erneuten Bankenkrise dagegen mehr als zahlreich. „Fundamental stehen die Banken weitaus besser da als vor acht Jahren. Banken-CEOs scheuen seit der Krise grosse Risiken, die Kapitaldecke ist deutlich stärker. Es schlummern keine riesigen, versteckten Risikofaktoren mehr in der Bilanz“. Die Bilanzrisiken würden heute tendenziell eher überschätzt.

Die Prognose von Grüner Fisher Investments ist auch für den derzeitigen Bärenmarkt im Rohstoff- und Ölsektor tendenziell optimistisch. „Die Stimmung hat bereits ein hohes Mass an Skepsis erreicht. Übergrosser Pessimismus ist nicht mehr angebracht“ argumentiert Grüner, auch wenn weitere Übertreibungen nach unten einkalkuliert werden sollten. Tendenzen zur Bodenbildung sollten im Jahresverlauf erkennbar werden. „Auch der Goldsektor hat Chancen auf eine nachhaltige Stabilisierung. Der Bärenmarkt seit 2011 bei Gold wurde überhaupt erst als solcher erkannt, als er möglicherweise schon vorbei war – echte Bärenmärkte tarnen sich jeweils gut.“

Trotz zahlreicher Unsicherheitsfaktoren dürften die globalen Aktienmärkte aus Sicht der Rodenbacher Vermögensverwaltung im weiteren Jahresverlauf wieder positiver verlaufen. „Der von uns bereits öfter gezogene Vergleich mit der Entwicklung in der zweiten Hälfte der Neunziger Jahre ist intakt.“, so Grüner. „Wir erwarten moderates, globales Wachstum und wenig Inflation.“ Die „Mauer der Angst“, an der Aktienmärkte üblicherweise emporklettern, sei durch die aktuelle Hysterie wieder signifikant höher geworden. „Echte Risiken werden oft gar nicht als solche identifiziert, weil die grundlegenden Zusammenhänge vorher nicht erkannt werden. Lediglich hinterher sind alle klüger.“



„Die erhöhten Schwankungsbreiten dürfen jedoch in ihrer emotionalen Wirkung nicht unterschätzt werden“, warnt Grüner. „Scharfe Korrekturen und eine gesteigerte Volatilität gehören zur reifen Phase eines Bullenmarkts dazu. In den Neunziger Jahren war dies nicht anders, vor allem die Jahre 1997 und 1998 haben sich durch extreme Volatilität ausgezeichnet – und dennoch per Saldo positive Ergebnisse abgeliefert.“

Regionale Schwächephasen könnten durch eine globale Aufstellung ausbalanciert werden. „Gerade in der aktuellen Phase zeigen sich die Vorteile eines global diversifizierten Portfolios. Der deutsche Aktienindex DAX hat zu seinem vorangegangenen Hoch im April 2015 bisher in der Spitze 29,8 Prozent verloren, der MSCI World Index dagegen 17,9 Prozent. Der führende US-Index S&P 500 sogar „nur“ 15,2 Prozent.“ Faktenorientiertes Handeln und eine gewisse Akzeptanz für Volatilität gehörten dabei zu den unverzichtbaren Grundlagen für den langfristigen Anlageerfolg, so Grüner. Weitere Details und Aussagen finden Sie in der ganz aktuellen Kapitalmarktprognose für 2016.

 

Artikel von: Grüner Fisher Investments
Artikelbild: © gopixa – shutterstock.com

Über Samuel Nies

Als gelernter Informatikkaufmann war für mich schon schnell klar, dass die Administration von verschiedenen Systemen zu meinem Gebiet werden sollte. Um aber auch einen kreativen Anteil in meinen Arbeitsalltag zu integrieren, verschlug es mich in die Welt des Web Content Management.


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