Studie zeigt Stärken und Herausforderungen der Schweizer Fintech-Industrie

27.10.2015 |  Von  |  Finanzen
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Studie zeigt Stärken und Herausforderungen der Schweizer Fintech-Industrie
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Der Finanzplatz Schweiz bietet für Fintech-Firmen vielversprechende Bedingungen. Im Vergleich zu den führenden Fintech-Hubs (z. B. London oder Silicon Valley) bleibt die Schweiz aber noch deutlich hinter den Erwartungen zurück. Mit einer Öffnung über die Landesgrenzen hinaus kann es der Schweiz gelingen, ihr Potenzial als globaler Fintech-Hub zu stärken und weiter auszubauen.

Rund Dreiviertel der befragten Schweizer Fintech-Unternehmen geben an, dass sie ihre Produkte und Dienstleistungen welt- bzw. europaweit vertreiben möchten. Für die Weiterentwicklung des Fintech-Hub Schweiz werden nebst einem gesunden Wettbewerb auch innovative Kooperationen und erste Erfolgsgeschichten von entscheidender Bedeutung sein.

Die globale und nationale Fintech-Welt dreht sich rasant. London als einer der führenden Fintech-Hubs führt seine starke Wettbewerbsposition einerseits auf seiner Rolle als globales Finanzzentrum und andererseits auf einer frühen Standortpolitik zur selektiven Förderung der zukunftsträchtigen Fintech-Industrie zurück.

Andere wichtige Fintech-Hubs zeichnen sich durch ein unternehmerisches Umfeld (z. B. Silicon Valley), eine breite, attraktive Kundenbasis (z. B. New York oder Singapur) sowie einer breiten Innovationskraft über verschiedene Branchen (z. B. Berlin) aus. Die rasante Entwicklung der Schweiz als Fintech-Hub spiegelt sich in den Zahlen wieder: Mehr als die Hälfte der befragten Fintech-Unternehmen wurden in den Jahren 2014 / 2015 gegründet.

Sehr günstige Ausgangslage für die Schweiz

Der Finanzplatz Schweiz bietet für Fintech-Unternehmen eine vielversprechende Basis, um auch im globalen Wettbewerb bestehen zu können. Dafür sprechen die geballte Finanzindustrie-Expertise und die zahlreichen Finanzdienstleister, insbesondere im Business-to-Business-Bereich (B2B). So die neue Studie von Roland Berger in Kooperation mit Swiss Finance Startups in Zürich, die im Rahmen der Fintech Nite gestern Abend lanciert wurde.

Die Studie basiert auf Expertengesprächen mit Fintech-Startups, etablierten Finanzdienstleistern, Technologie-Unternehmen, der FINMA sowie Vertretern aus der Politik und Investoren. Darüber hinaus wurde eine repräsentative Internetumfrage unter mehr als 50 Schweizer Fintechs durchgeführt.


Die Schweiz – ein bedeutender Fintech-Hub in naher Zukunft? (Bild: © obs/Roland Berger AG)

Die Schweiz – ein bedeutender Fintech-Hub in naher Zukunft? (Bild: © obs/Roland Berger AG) Copy


Stärken der Schweizer Fintech-Industrie

Als wettbewerbsfähig zeigt sich die Schweiz vor allem in den Bereichen von gut ausgebildeten Arbeitskräften und einer attraktiven Kundenbasis, speziell im Banken- und Versicherungsbereich. Es hat sich auch gezeigt, dass die Schweizer Fintech-Industrie in den Disziplinen „Investment / Wealth Management“ und „Crypto / Blockchain“ derzeit stark wächst und dabei auf die Stärken des Finanzplatzes Schweiz – Vermögensverwaltung, Sicherheit und Stabilität – aufbauen kann.

„Positiv ist, dass unsere Fintech-Industrie gerade in den letzten Monaten wesentlich an Fahrt aufgenommen hat. Für die erfolgreiche Weiterentwicklung eines Schweizer Fintech-Hub werden nebst einem gesunden Wettbewerb, Weiterentwicklung von innovativen Ideen und deren schneller Implementierung auch eine gezielte Zusammenarbeit zwischen neuen Unternehmen und den etablierten Finanzdienstleistern von entscheidender Bedeutung sein“, so Philipp Angehrn, Managing Partner bei Roland Berger in Zürich.

Fintech-Herausforderungen in der Schweiz

Trotz einiger positiver Nachrichten liegt die Schweiz gegenüber den weltweit führenden internationalen Fintech-Hubs aus unterschiedlichen Gründen dennoch zurück. „Ausbaufähig sind vor allem die politische Unterstützung und die regulatorischen Rahmenbedingungen. Diese müssen so gestaltet sein, dass der Finanzplatz Schweiz auch in Zukunft eine bedeutende internationale Rolle spielt und dass der Fintech-Szene keine zusätzlichen Steine in den Weg gelegt werden. Zudem müssen wir es schaffen mehr professionelle Startup Investoren in die Schweiz zu holen, um die guten Fintech-Startups zu kapitalisieren“, so Urs Haeusler, Gründer von Swiss Finance Startups.



„Die Studie zeigt klar auf, wir können uns nicht darauf verlassen, dass wir als heute etablierter globaler Finanzplatz auch in Zukunft eine entscheidende internationale Rolle in der Finanzindustrie spielen werden. Fintech ist für die Schweiz eine grosse Chance weiterhin eine gewichtige Rolle in der globalen Finanzmarkindustrie zu spielen“, fügt Philipp Angehrn an.

 

Artikel von: Roland Berger AG
Artikelbild: © Syda Productions – shutterstock.com

Über Samuel Nies

Als gelernter Informatikkaufmann war für mich schon schnell klar, dass die Administration von verschiedenen Systemen zu meinem Gebiet werden sollte. Um aber auch einen kreativen Anteil in meinen Arbeitsalltag zu integrieren, verschlug es mich in die Welt des Web Content Management.


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