Trotz rasantem Anstieg des Ausbildungsniveaus droht der Schweiz ein Fachkräftemangel

22.07.2014 |  Von  |  News
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Trotz rasantem Anstieg des Ausbildungsniveaus droht der Schweiz ein Fachkräftemangel
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Obwohl in der Schweiz ein rasanter Anstieg des Bildungsniveaus festgestellt werden kann, droht schon bald ein Mangel an Fachkräften. Dies betrifft vor allem die Branche der Manager und Juristen sowie die Finanzbranche.

Mensch als wichtigste Ressource



Wer sich die Schweiz genauer ansieht, wird feststellen, dass es kaum natürliche Rohstoffe gibt. Die wichtigste Ressource für eine funktionierende Wirtschaft ist der Mensch, der in der Ökonomie als Humankapital bezeichnet wird. Darunter versteht man Fachkräfte wie Hochschulabsolventen oder Personen mit langjähriger Berufserfahrung. Und genau dieses Humankapital hat in letzter Zeit an Wert gewonnen. Denn das Ausbildungsniveau ist in der vergangenen Dekade enorm gestiegen, was dadurch belegt wird, dass sich die Zahl der Uni-Absolventen mehr als verdoppelt hat. Jeder vierte Einwohner besitzt mittlerweile einen Uni-Abschluss, vor einem Jahrzehnt waren es 11 %.

Zuwanderung als wichtiger Faktor

Unter anderem profitiert laut der genannten Studie die Schweiz von der Zuwanderung aus dem Ausland, die jedes Jahr knapp 20.000 Hochqualifizierte ins Land bringt. Würde man in die Ausbildung dieser Arbeitskräfte hier im Land investieren, wäre das eine budgetäre Belastung von immerhin bis zu 8 Milliarden Franken pro Jahr. Damit spart die Schweiz quasi ein Viertel ihres jährlichen Bildungsbudgets ein und bekommt die Hochqualifizierten umsonst.

Bedarf an Fachkräften steigt

Besonders häufig findet sich ein Mangel an Fachkräften im Bereich des Managements, bei der Administration oder im Rechtswesen. Betroffen sind natürlich aber auch Berufe, die mit der Gesundheit zu tun haben. Auch Informatik- und Technikberufe haben einen steigenden Bedarf an Nachwuchskräften, denn immerhin gehen in den nächsten zehn Jahren eine Million Schweizer in Rente. Weil deutlich weniger junge Arbeitskräfte nachkommen, fehlt bei weiterer steigender Beschäftigung knapp eine halbe Million Angestellte.

Um den Fachkräftemangel in den Griff zu bekommen, empfehlen die Experten der UBS die Fokussierung auf das duale Bildungssystem. Denn eine akademische Ausbildung allein ist oft nicht gerne gesehen. Klar ist aber auch, dass die beschlossene Zuwanderungsinitiative das Problem zusätzlich verschärfen wird. Die Wirtschaft wünscht sich hier eine moderate Umsetzung, die ihnen entsprechend viel Freiraum lässt.



 

Oberstes Bild: © Syda Productions – Shutterstock.com


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