Das erste Halbjahr 2014 – so schnitten die Banken ab

03.07.2014 |  Von  |  News
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Das erste Halbjahr 2014 – so schnitten die Banken ab
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Das erste Halbjahr 2014 ist beendet und es stellt sich die Frage, wie erfolgreich die letzten Monate für die Banken in der Schweiz waren. Konnten die Gewinne gesteigert werden oder steht eine schwere Zeit bevor? Hierbei spielen sowohl die Begebenheiten im Land selbst wie auch auf dem europäischen und internationalen Markt eine wichtige Rolle.

Zieht man ein Resümee, dann stellt man fest, dass das Jahr bisher für die Banken stark unterschiedlich gelaufen ist. Die Bankenwelt sieht sich neuen Herausforderungen gegenüber und muss aktuell mit vielen Schwierigkeiten kämpfen. Da die Anlage ausländischer Gelder in der Schweiz in puncto möglicher Steuerhinterziehung stark in der Diskussion steht, verschlechterte sich die Ausgangssituation für die Banken. Diese mussten daher Einnahmeneinbussen fürchten. Bereits das Jahr 2013 war sehr durchwachsen. Während die allgemeine Lage gut war, schrieb jede sechste Bank rote Zahlen.



Auch im Jahr 2014 unterscheiden sich die Ergebnisse. Viele grössere Banken blicken auf ein gutes Jahr zurück, auch wenn der internationale Markt schlechte Voraussetzungen geliefert hat. Vor allem der Druck aus dem Ausland, speziell den USA, hat die Banken beschäftigt. Die Schweizer Bankenwelt stand vermehrt im Zentrum der Diskussionen und musste sich behaupten. Dennoch gilt sie als ein guter Standort und wird auch in Zukunft allen Schwierigkeiten trotzen.

Zu den Gewinnern im Jahr 2014 zählen die Credit Suisse und die UBS. Beide Banken gehören zu den grössten in der Welt und verzeichnen einen Zuwachs an Geldanlagen ihrer Kunden. Auch Julius Bär ist auf dem Vormarsch und blickt auf ein gutes Jahr 2014 zurück. Die Krisen betreffen zwar auch diese Banken, doch haben diese schnell geeignete Massnahmen ergriffen und so die Situationen gemeistert. Gerade grössere Banken haben in diesem Bereich Vorteile, da sie Strategieänderungen unkomplizierter finanzieren können.

Die wechselhaften Prognosen und die Umstrukturierungen beunruhigen die Banker. Diese fürchten um ihren Job und gehen von einem massiven Stellenabbau aus. Vor allem Mitarbeiter in der Vermögensverwaltung für Privatpersonen und Investmentbanker rechnen mit einer schlechten Arbeitsmarktlage.

Eine einflussreiche Institution ist die EZB, die europäische Zentralbank. Diese hält seit einiger Zeit den Leitzins weit unten, was auch Auswirkungen auf die SNB hat. (Bild: Jorg Hackemann / Shutterstock.com)

Eine einflussreiche Institution ist die EZB, die europäische Zentralbank. Diese hält seit einiger Zeit den Leitzins weit unten, was auch Auswirkungen auf die SNB hat. (Bild: Jorg Hackemann / Shutterstock.com)




Eine einflussreiche Institution ist die EZB, die europäische Zentralbank. Diese hält seit einiger Zeit den Leitzins weit unten, was auch Auswirkungen auf die SNB hat. Ihr Handeln wird von internationalen Aktionen bestimmt, sodass die SNB beispielsweise den Mindestwechselkurs auf einem niedrigen Niveau halten muss. Die Massnahmen beider Institutionen weisen der gesamten Wirtschaft den Weg.



Der Leitzins lag in den letzten Monaten bei rund 0,25 %. Nun hat die EZB ein Massnahmenpaket verabschiedet, welches die Kreditvergabe für Unternehmen erleichtern soll. Erste Erfolge werden für September erwartet. Dieses Vorgehen wird in der Schweiz mit Freude erwartet, da sich in den nächsten Monaten die Nachfrage nach Krediten seitens der Unternehmen erhöhen wird. Investitionen sind ein wichtiger Schritt und auch die Banken profitieren von erfolgreichen Krediten.

Für die Bankengruppe Valartis allerdings ist das erste Halbjahr 2014 nicht besonders positiv verlaufen. Es wird ein deutlicher Verlust erwartet, wie Ende Juni bekannt gegeben wurde. Als Grund nannte ein Sprecher die gesunkenen Zinserträge. Die niedrigen Einnahmen aus Zinsen sind sowohl die Folge der allgemeinen Situation wie auch das Ergebnis des Verkaufs des Obligationenportfolios Ende 2013. Das damalige Ziel war, das Risiko für die Bank zu reduzieren.



Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Bank ist der geplante Verkauf der Valartis Bank Schweiz und des Valartis Wealth Managements. Im Mai wurde bekannt gegeben, dass die Cramer Bank eine Übernahme dieser Bereiche plant. Als Zeitpunkt wurde das zweite Halbjahr des Jahres 2014 festgesetzt. Die Cramer Bank hat ihren Sitz in Genf und ist ein Tochterunternehmen der Norinvest Holding.

Es ist nicht nur ein Verkauf, sondern eine Zusammenarbeit mit der Norinvest Holding geplant. Die Bankengruppe Valartis wird sich mit 25 % beteiligen und Verwaltungssitze in den Unternehmen Norinvest Holding und der Bank Cramer erhalten. Die Valartis Gruppe blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Die im Jahr 1988 gegründete Bank übernahm in der Vergangenheit andere Banken und baute ihre Stellung immer weiter aus.

In seiner heutigen Form existiert die Valartis Bank seit 2005. Sie entstand aus einem Zusammenschluss der OZ Gruppe und den operativen MC-Trustco-Gesellschaften der MCG Holding AG. Ihren Namen trägt die Bankengruppe erst seit 2007. In den folgenden Jahren schlossen sich die Anglo Irish Bank (Austria) AG und die Hypo Investment Bank (Liechtenstein) AG der Gruppe an. Der Verkauf und die Umstrukturierung sind demnach nur weitere Zwischenschritte im Unternehmen und stellen eine Chance für die Bank dar.

Die Valartis Bank ist international tätig und beschäftigt Mitarbeiter in vielen verschiedenen Ländern. So finden sich Standorte in Österreich, in Luxemburg und in Russland. Alles in allem steht die Schweizer Bankenwelt immer wechselnden Herausforderungen gegenüber, welche sie mit unterschiedlichem Erfolg meistert. Flexibilität und Anpassung, dies wird auch in Zukunft von den Institutionen verlangt werden, dann ist eine positive Zukunft zu erwarten.



 

Oberstes Bild: © Pincasso – Shutterstock.com


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