Die stille Kommunikation – Körpersprache (Teil 2)

20.05.2014 |  Von  |  Kommunikation
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Die stille Kommunikation – Körpersprache (Teil 2)
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Nachdem wir im ersten Teil der Serie im Wesentlichen allgemeine Aspekte der Körpersprache und ihrer Signale behandelt haben, wollen wir im zweiten Teil konkreter werden und uns mit Mimik und Gestik beschäftigen.

Die stille Kommunikation – Körpersprache Teil 1
Die stille Kommunikation – Körpersprache Teil 2



Mimik

Unter Mimik versteht man die Bewegungen des Gesichts bzw. seiner einzelnen Partien: Lächeln, Weinen, Stirn runzeln, Augen verdrehen, Nase rümpfen, Gähnen usw. Unsere Mimik ist ein wichtiger Bestandteil der nonverbalen Kommunikation und kann in gewissen Situationen mehr ausdrücken und unsere Stimmungslage genauer definieren, als es mit Worten möglich wäre. Vor allem die Bereiche um die Augen und den Mund als die beweglichsten Partien des Gesichts erraten unserem Gegenüber, was in uns vorgeht – manchmal mehr, als uns lieb ist.

Die Mimik ist ein Spiegelbild der Gefühle und wie diese nur sehr schwer zu kontrollieren. Im Gegenzug kann sie von anderen leicht interpretiert werden. Der Mensch hat diese Fähigkeit im Laufe seiner Entwicklung nahezu perfektioniert – dank spezialisierter Hirnareale, die ausschliesslich für die Gesichtserkennung zuständig sind. Selbst bei Menschen, die wir nie zuvor gesehen haben, können wir leicht erkennen, ob sie gerade fröhlich oder traurig, überrascht oder ängstlich, wütend oder angeekelt sind, und das quer durch sämtliche Kulturen.

Wie kann man Mimik gezielt einsetzen, um beispielsweise in Verhandlungen unseren Gesprächspartner von unserer eigenen Position zu überzeugen? Grundsätzlich gilt wie bei jeder Form von Körpersprache: Weniger ist mehr. Wer zu viele Emotionen per Gesichtsausdruck transportiert, wirkt schnell aufgesetzt und damit unglaubwürdig. Es sollten nur die wichtigsten Punkte oder Argumente in einem Vortrag oder einer Rede mimisch unterstützt werden.





Wer zu viele Emotionen per Gesichtsausdruck transportiert, wirkt schnell aufgesetzt und damit unglaubwürdig. (Bild: PathDoc / Shutterstock.com)

Wer zu viele Emotionen per Gesichtsausdruck transportiert, wirkt schnell aufgesetzt und damit unglaubwürdig. (Bild: PathDoc / Shutterstock.com)

Die erste Wahl ist immer ein Lächeln. Es wirkt offen und freundlich, kann die eigene Nervosität oder sogar Ängste verbergen und den Zuhörer positiv beeinflussen. Von einem ständigen Einsatz sei allerdings abgeraten. Kein Mensch lächelt immer. Vermeiden Sie also ein „Dauergrinsen“, das wirkt sehr bald gequält und völlig unnatürlich. Wichtige Punkte in einer Argumentation können Sie durchaus mit einem ernsten Blick unterstreichen, um überzeugender auf Ihr Gegenüber zu wirken. Sie sollten aber vermeiden, „böse“ zu wirken. Natürlich gibt es auch verschiedene Varianten negativer Mimik. Diese bewusst einzusetzen, würde aber als grobe Unhöflichkeit ausgelegt. Sie sollten jedoch in der Lage sein, eine ablehnende Mimik bei Ihren Zuhörern zu erkennen und gegebenenfalls Ihre Gesprächstaktik überdenken und ändern. Schiebt jemand seine Unterlippe vor oder legt die Stirn in Falten, lässt das auf Skepsis schliessen. Ein Rümpfen der Nase bedeutet Ablehnung, Gähnen drückt Langeweile aus.

Wenn Ihre Mimik stimmig sein soll, muss sie zur Wortwahl, zur Körperhaltung und zur Gestik passen. Funktioniert das Zusammenspiel dieser Komponenten nicht, werden Sie ihre Zuhörer kaum positiv beeinflussen.

Gestik



Unter Gestik verstehen wir hauptsächlich die Bewegungen der Hände, der Arme oder des Kopfes im Zusammenhang mit verbaler Kommunikation. Sie kann unbewusst ablaufen oder bewusst gesteuert werden. Das Herumspielen mit Gegenständen während eines Gesprächs oder ein Hängenlassen des Kopfes geschehen in der Regel unbewusst. Ein fester Händedruck zur Begrüssung oder ein Nicken in Richtung Zuhörer während eines Vortrags sind dagegen bewusst einsetzbare Mittel.

Gesten sind nicht so leicht zu interpretieren wie mimische Ausdrücke. Darüber hinaus können sie in verschiedenen Kulturen völlig gegensätzliche Bedeutung haben. Während etwa eine geballte Faust mit aufgerichtetem Daumen in Europa Zustimmung ausdrückt, bedeutet diese Geste in manchen asiatischen Ländern in etwa das, was bei uns der berühmte Mittelfinger transportiert.



Zwei wesentliche Aspekte für das richtige Verständnis von Gesten sind die Schnelligkeit der Bewegung sowie die Bewegungsrichtung. Wer sich hastig bewegt, hat meist mit Nervosität und Unsicherheit zu kämpfen. Um gesprochene Worte glaubhaft zu unterstreichen, sollten Ihre Gesten gelassen, aber bestimmt rüberkommen. Eine Geste vom Körper weg drückt Ablehnung oder Distanz aus, die Gegenrichtung Zustimmung und Nähe. Wenn Sie Ihre Handfläche nach oben richten, bedeutet dies Offenheit, die umgekehrte Haltung dagegen entweder Dominanz oder auch Beruhigung.

Das letzte Beispiel zeigt, wie wichtig es ist, jede Art von Gestik in den richtigen Zusammenhang zu stellen. Ein und dieselbe Geste kann je nach Situation etwas völlig Unterschiedliches ausdrücken. Dessen sollten Sie sich bewusst sein, egal, ob Sie jemand anderen interpretieren oder Ihre eigenen Bewegungen gezielt einsetzen wollen, beispielsweise bei einer Präsentation. In diesem Fall sollten Sie ruhig vor einem Spiegel proben, wie Ihre Gestik wirkt.

Allgemein ist ähnlich wie bei der Mimik zu sagen, dass ein bewusster Einsatz gestischer Mittel nur stimmig ist, wenn er mit den übrigen Komponenten Ihrer Kommunikation im Einklang steht. Wenn Sie „Ja“ sagen, aber gleichzeitig mit dem Kopf schütteln, stiften Sie bei Ihrem Gegenüber nur Verwirrung.



 

Oberstes Bild: © Pressmaster – Shutterstock.com

Über Ulrich Beck

hat Germanistik, Geschichte und Philosophie studiert und ist zusätzlich ausgebildeter Mediendesigner im Segment Druck. Er schreibt seit über 30 Jahren belletristische Texte und seit rund zwei Jahrzehnten für Auftraggeber aus den unterschiedlichsten Branchen.


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