Der Preis des Erfolgs

05.05.2014 |  Von  |  Finanzen, Marketing, Organisation

Geschätzte Lesezeit: 6 minutes

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“Im Schweisse deines Angesichts…” Vor dem Erfolg kommt harte Arbeit! Jedes erfolgreiche Unternehmen braucht die richtige Idee, dann kommt der Kampf um deren Durchsetzung und nicht selten bedarf es eines sehr langen Atems. Wenn es dann irgendwann geschafft ist, kann man sich immer noch nicht zurücklehnen, denn nun heisst es erst recht richtig rackern.

Kämpfen gegen alle Widerstände



Na klar, von nichts kommt nichts. Mit den drei magischen S – Sein, Schein und Schwein (haben)  – gelingt dann vielleicht der ganz grosse Erfolg. Aber der hat eben seinen Preis. Eine erste und wichtige Voraussetzung zum Erreichen eines gesetzten Ziels ist das Kämpfertum. Ohne die Bereitschaft zu kämpfen lässt sich ein hochgesteckter Wunsch kaum erreichen. Zahlreiche, teils wechselnde Widerstände stellen sich dem Erreichen eines selbst gesetzten Anliegens entgegen. Hier braucht man viel Durchsetzungsvermögen und immer auch ein wenig Glück, um letztlich erfolgreich zu sein.

Der Preis des Kämpfertums ist Kraft, Zeit und nicht selten auch eine gewisse Vereinsamung. Stellen Sie sich vor, Sie wollen aus einem festen Arbeitsverhältnis heraus in die Selbstständigkeit wechseln. Wie viele Ihrer Kollegen werden diesen Schritt verstehen oder gutheissen? Immerhin geben Sie ein festes Gehalt und eine klare Aufgabenstellung auf. Im Austausch dafür lassen Sie sich ein auf Phasen ohne oder mit geringem Einkommen, müssen tagtäglich um Aufträge kämpfen und sind letztlich vor einem Scheitern Ihrer Idee nicht gefeit. Das ist ein hoher Preis, den manchmal auch die eigene Familie nicht zahlen mag.

Selbst und ständig



Wer selbstständig zum Erfolg kommen will, muss eben tatsächlich selbst und vor allem ständig am Ball bleiben. Oftmals liegen zwischen dem Erfolg und dem Misserfolg nur wenige freie Tage, die man sich glaubte gönnen zu können. Bestehende Kunden springen ab, neue lassen sich erst gar nicht sehen und plötzlich steht man wie am Anfang da. Setzt sich hier der Gründer erfolgreich durch, dann kostet das Zeit, ein gutes Stück Leben und womöglich das Aufgeben selbstverständlich gewordener Kontakte. Für den einen oder anderen Freund, für so manches lieb gewordene Hobby und manchmal sogar für die Familie bleibt jetzt nicht mehr viel Zeit. Das kann ein durchaus hoher Preis für den angestrebten Erfolg sein.

Endlich oben, aber immer präsent

Wenn alles gut läuft, haben Sie es irgendwann einmal geschafft. Sie sind ganz oben in Ihrem Segment angekommen. Endlich müssen Sie nicht mehr irgendwo im Mittelfeld oder darunter herumdümpeln und dürfen sich endlich grösseren Aufgaben stellen. Mit diesem Erfolg rücken Sie aber auch stärker in das Blickfeld der Öffentlichkeit, was ganz nebenher viel von Ihnen abverlangt. Gerade mit der öffentlichen Wirkung ihres Erfolges kommen viele Selbstständige nicht so richtig klar. Selbstüberschätzung und nicht selten eine gewisse Ignoranz der Gefahren gesellen sich zum öffentlichen Auftritt und können alles Gewonnene infrage stellen. Wer hier nicht auf dem Boden bleibt, sondern den Bezug zur Realität verliert, riskiert so ziemlich alles, vor allem seinen weiteren Erfolg. Überheblichkeit und Grössenwahn kommen in der öffentlichen Wahrnehmung selten gut an. Der Preis des Rampenlichts heisst hier Zurückhaltung, Verzicht und Bescheidenheit. Alles andere könnte falsch ausgelegt werden und letztlich dem ganzen Unternehmen schaden.



An der Spitze ist man einsam



Einmal ganz oben angekommen, wird es einsam. Darüber kann auch die öffentliche Aufmerksamkeit nicht hinwegtäuschen. So manchen guten Freund hat man in der Schlacht um den Erfolg verloren, falsche Freunde sind entlarvt und bis in die Familie hinein herrscht eine gewisse Ruhe, die aber immer trügerisch bleibt. Jetzt muss die Position an der Spitze verteidigt werden. Zahlreiche Konkurrenten drängen ebenfalls nach oben und wollen auch nur das Eine: ganz oben sein.

So steht man an der Spitze des Unternehmens oder gar des Marktsegmentes recht einsam da. Jeder weitere Schritt will gut überlegt sein, kleine Verluste werden von der Öffentlichkeit als Schwäche verstanden und so bleibt nur der Weg zum Höher, Schneller, Weiter offen. Aber irgendwo ist dann Schluss. Wer dann um die Festigung seines Erfolges kämpfen muss, zahlt den nächsten Preis. Und der heisst Einsamkeit im Trubel der Geschäftigkeit. Spätestens hier scheitern viele der so erfolgreich Geglaubten.

Neider allenthalben

Ein Grund für das Scheitern sind die vielen Neider, die praktisch hinter jeder Ecke lauern. Schnell wird die Geschichte des Erfolgs aufgerollt, die Vergangenheit wird hervorgekramt und immer wieder finden sich Angriffspunkte, die alles gefährden können. Der Neid macht vor Denunziation und falscher Verdächtigung nicht Halt; in der Auseinandersetzung um die Führung gibt es kaum noch Skrupel. Nicht wenige erfolgreiche Unternehmer geraten in eine Sackgasse, die von einem gewissen Verfolgungswahn gekennzeichnet ist. Überall scheint Gefahr zu lauern, jede Beziehung zu einem anderen Menschen muss hinterfragt werden. Spätestens an dem Punkt scheitern sogar langjährige Ehen, die dem andauernden Druck trotz oder wegen des zunehmenden Erfolgs nicht mehr standhalten können.

Angst um den Verlust. (Bild: ratch / Shutterstock.com)

Angst um den Verlust. (Bild: ratch / Shutterstock.com)

Der endgültige Preis des Erfolgs heisst dann Angst. Angst um den Verlust all dessen, was in mühevoller, aufreibender, von Verzicht geprägter und anstrengender Arbeit gewonnen wurde. Schön, wenn dann der Erfolg geteilt werden kann. Dann wiegt auch dieser Preis nicht allzu schwer. Lassen Sie sich vom Preis der Erfolgs nicht entmutigen, Sie müssen ihn nur bezahlen wollen und können!



 

Oberstes Bild: © aslysun – Shutterstock.com

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.


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