Google aus den Wolken

21.04.2014 |  Von  |  Dienstleistungen, Web
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Google aus den Wolken
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Google will nicht nur in der IT-Branche hoch hinaus: Ballons setzt der US-Konzern bereits ein, nun hat das Unternehmen auch einen Hersteller von Drohnen gekauft. Das Ziel dahinter soll sein, das Internet auch in die entlegensten Winkel der Welt zu bringen – und davon werden indirekt wohl auch andere Unternehmen profitieren.

Ein ehrbares Vorhaben



Anfang April hatte Projekt Loon sein Ziel erreicht: Hinter dem Namen verbirgt sich eine Art Wetterballon namens Ibis-167, welchen Google einmal um die Welt gesendet hatte. Der Start fand in Neuseeland statt, die Route führte den Ballon einmal um die Antarktis. Nach 22 Tagen hatte der Ballon sein Ziel erreicht, ausgegangen waren die Entwickler allerdings von 33 Tagen – eine Fehlkalkulation, welche sie jedoch nicht trübe stimmen dürfte. Probleme gab es während des gesamten Fluges nicht. Das Know-how von Google überschreitet wohl inzwischen das Angebot von Suchmaschinen und Internetbrowsern deutlich.

Aber wozu der ganze Aufwand? Hinter dem Projekt steht das ehrgeizige Ziel, eine Internetverbindung auch in ansonsten eher unzugänglichen Regionen zu ermöglichen (wozu die Antarktis sicherlich zählen dürfte). Das soll nicht zu reinem Selbstzweck geschehen: Google könnte sich vorstellen, Ballons dieser Art auch in Katastrophenregionen zu entsenden. Wenn alle verfügbaren Kabel durchtrennt sind, könnte der Google-Ballon nach wie vor eine Verbindung zum Internet ermöglichen und damit die Kommunikation erleichtern.

Der lange Weg zum Erfolg

Projekt Loon ist dabei jedoch nicht „einfach so“ ans Ziel gelangt. Zahlreiche Testballons schafften bereits Distanzen von 500’000 Kilometern, sie flogen in Höhen von bis zu 30 Kilometern und waren Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Stundenkilometern ausgesetzt. Ihr Ziel erreichten diese Ballons offensichtlich nicht. Die gewonnenen Erkenntnisse jedoch halfen Google, um Ibis-167 sicher um die Erde zu bringen. Geschwindigkeit und Stabilität konnten deutlich verbessert werden, so dass keinerlei brenzlige Situationen entstanden.



Inzwischen ist Googles Ballon sogar mit einer Art künstlicher Intelligenz ausgestattet: Er selbst kann sich geeignete Windströmungen aussuchen, um mit ihnen zu reisen. Sobald er an seinem Zielort angekommen ist, wechselt der Ballon in ruhigere Regionen und kann so über dem Gebiet verharren. Aus all diesen Erkenntnissen wird früher oder später auch ein grosser Vorteil für Unternehmen resultieren – und damit ist nicht nur Google selbst gemeint.

Der Umgang mit den unterschiedlichen Mitarbeitertypen. (Bild: produktionsbuero TINUS / Shutterstock.com)

Der Umgang mit den unterschiedlichen Mitarbeitertypen. (Bild: produktionsbuero TINUS / Shutterstock.com)

Internet immer und überall

In der IT-Branche entbrennt derzeit ein Kampf um die klügsten Köpfe der Forschung auf diesem Gebiet. Anfang März wollte Facebook den Hersteller Titan Aerospace kaufen, welcher für die Entwicklung der (zivilen) Drohnen Solara 50 und Solara 60 verantwortlich zeichnet. Entschieden hat man sich dann jedoch für Ascenta, ein ähnlich operierendes Unternehmen aus England. Der Weg war also frei für Google, und der Konzern hat die Möglichkeit sofort genutzt.

Wie teuer der Kauf war, ist zwar noch nicht bekannt, aber Titan Aerospace hatte Facebooks 60 Millionen US-Dollar ausgeschlagen. Google dürfte also noch einmal deutlich tiefer ins Portemonnaie gegriffen haben. Dass Google ohnehin durch Maps und andere Dienste ein Interesse an der Raumfahrt hat, war abzusehen, aber das eigentliche Ziel dahinter ist die flächendeckende Verfügbarkeit von schnellem Internet auch in abgeschiedensten Landschaften.

Das kann praktisch für jedes Unternehmen zum Vorteil werden: Wer einen Standort an einem entlegenen Flecken des Landes fürchtet, weil dort die Internetversorgung zu schwach ausfällt, kann in Zukunft einfach eine Google-Drohne für einige Jahre ordern. Die Standortflexibilität wird dadurch deutlich erhöht und Unternehmen müssen vielleicht nicht mehr zwangsweise in Ballungsgebieten ansässig sein.

Internet aus der Drohne



Ab 2015 sollen die neuen Google-Drohnen Aufgaben übernehmen, für die eigentlich Satelliten zuständig sind. Diese Drohnen werden nach derzeitigen Planungen etwa 20’000 Meter hoch fliegen und mehrere Jahre dort verbringen können. Während all dieser Zeit können Sie dazu dienen, die darunterliegenden Regionen mit einer stabilen und schnellen Internetverbindung zu versorgen. DSL im südamerikanischen Regenwald? Wenn es nach Google geht, ist das bereits in absehbarer Zukunft kein Problem mehr.



Es sollte allerdings niemanden verwundern, wenn Google daraus über kurz oder lang auch Profit schlagen wird. Privatkunden in entlegenen Winkeln der Erde könnten für den Internetanschluss zur Kasse gebeten werden, dasselbe gilt natürlich auch für Unternehmen. Eine erfolgreiche Kommunikation ist in jedem Betrieb heute von immenser Bedeutung, und diese findet nun einmal über das Internet statt. Wer also auch in Funklöchern über einen Internetanschluss verfügt – und diese Löcher gibt es auch hierzulande zahlreich –, hat seinen Konkurrenten etwas voraus.

Alles nur Zukunftsmusik?

Bis all die in diesem Artikel angesprochenen Visionen tatsächlich in die Tat umgesetzt werden, wird noch ein wenig Zeit vergehen. Das von Google genannte Jahr 2015 scheint noch zu optimistisch gefasst zu sein. Allerdings dürfte es nicht mehr allzu lang dauern, bis die Drohnentechnik sowohl für zivile als auch kommerzielle Zwecke eingesetzt werden kann – und davon profitieren früher oder später auch Unternehmen jeglicher Grösse und in jeder Branche.



 

Oberstes Bild: wikimedia.org



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