Was macht ein Profiler?

10.04.2021 |  Von  |  Personalleitung

Profiler sind nicht nur Programmierwerkzeuge, die das Laufzeitverhalten von Software analysieren, sondern es gibt auch ein Berufsfeld mit diesem Namen: Profiler gibt es in Wirtschaft und Kriminologie!

Sie helfen  schädliche Personen zu finden.

Jeder, der ein Unternehmen mit einigen Mitarbeitern führt weiss, dass einzelne Personen sehr schädlich für den Erfolg des Unternehmens sein können. Entweder sind es Mobber, die das Betriebsklima und damit die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter negativ beeinflussen oder es sind Betrüger und Trickser, die nur auf ihren eigenen Vorteil aus sind und den Arbeitgeber verraten.

Ein Profiler kann mit einer scharfen Analyse der Persönlichkeiten herausfinden, wer dem Unternehmen schadet und das schon vor der Einstellung neuer Mitarbeiter.

Sich diesen Beruf und seine Arbeitsweise einmal genauer anzusehen, ist zum einen hochspannend, zum anderen wirklich erhellend. Denn ein guter Profiler hat eine exzellente Menschenkenntnis, was einem in jedem Lebensbereich enorm weiter hilft. Profiling wird in verschiedenen Berufsbereichen benötigt.


Ein Profiler prüft eine Bewerberin. (Bild: shutterstock.com, stockfour, 366213614)


Criminal Profiler und Business Profiler

Die meisten kennen die Criminal Profiler aus dem TV und Serien. Sie erstellen die Täterprofile und helfen den Inspektoren und Polizisten bei der Aufklärung und Prävention von kriminellen Taten enorm weiter. Neben ihnen gibt es auch noch die Character Profiler und die Comportment Profiler. Erstere schauen, ob jemand zum Täter werden kann, zweitere sind dafür da, einzugreifen, wenn schon etwas geschehen ist.

Diese Kategorisierungen für Profiler gibt es auch im Business-Bereich. Und ja, es geht beides ineinander über! Denn auch Unternehmen können von Kriminalität aus den eigenen Reihen oder Sektenstrukturen bedroht sein. Und da hier die Strukturen so komplex sind, kann ein Chef und vertraute Mitarbeiter alleine nicht gross etwas dagegen unternehmen. Ein Profiler muss her!

Der Profiler wird dann verdächtige Personen genauer untersuchen. Hierbei wird er verschiedene Typisierungen vornehmen und die Mitarbeiter einordnen und einstufen. An diesem Punkt ist es ungeheuer wichtig, einen erfahrenen Profi zu beauftragen, denn es soll den Mitarbeitern kein Unrecht geschehen, sie sollen nicht in Schubladen gesteckt werden und unnötig verdächtigt werden. All das würde dem Unternehmen und dem Betriebsklima ja auch wieder unnötig schaden.

Kategorien nach Suzanne Grieger-Lange

Die prominente Profilerin Suzanne Grieger-Lange hat verschiedene Typisierungen gefunden, mit denen sich Mitarbeiter leichter einordnen lassen. Natürlich braucht es nicht für jeden Mitarbeiter eine Typisierung, aber für die, die auffällig sind und/oder Probleme machen. Auch hilft es, diese Typen zu kennen, wenn man neues Personal einstellen will.

Grieger-Lange nennt den „Performer“: Das ist jemand, der sehr ehrgeizig ist, etwas leistet und wichtig für das Unternehmen ist.
Als negative Typen nennt sie den „Eindrucksmanager“ oder die „Pfeife“: Nur heisse Luft produziert er oder sie, aus reinem Egoismus. Diese Mitarbeiter sind nur auf ihren Vorteil aus, leisten aber im Grunde wenig. Die „Pfeife“ möchte aber gerne eine gehobene Position und viel Geld verdienen. Leider schafft sie das oft, indem sie eben nur Eindruck schindet, ohne echte Substanz. Sie ist natürlich sehr selbstbewusst und von sich überzeugt. Auf keinen Fall ist sie bescheiden.



Grieger-Lange kennt aber auch „Psychopaten“ und „Trickser“: Sie wollen andere Menschen gezielt ausnutzen. Sie sind eher emotionslos, stets auf ihren eigenen Vorteil aus. Profiler sollten diese Art von Menschen schon bei der Bewerbung erkennen und aussortieren.

Ein solcher Mitarbeiter erledigt Aufgaben nur dann, wenn es seinem persönlichen Plan dient. Psychopathen bringen ein Unternehmen durchaus kurzfristig voran, aber nur, weil es  ihrem eigenen Ziel entspricht. Wird ihnen langweilig, oder sie kommen nicht weiter voran, dann fangen sie an, zu schaden. Entweder einzelnen anderen Kollegen, auch indem sie einfach so mobben, oder sie schaden dem Unternehmen, indem sie die Mitarbeiter spalten, da sie oft sehr charismatisch und dominant sind.

Entscheider sollten schauen, wie jemand kommuniziert. Ein Psychopath fordert vieles ein,  gibt es aber selbst nicht, wie Respekt oder Fairness. Während er selbst gut manipulieren kann, ist er selbst dafür unempfänglich. Hilfreich ist es zu beobachten, wie ein solcher Mensch mit anderen umgeht, die im Beruf rangniedriger sind oder ihm keinen Vorteil bieten.

Es gibt zwar nur weniger solcher „Psychopathen“, allerdings findet man sie gehäuft in gehobenen, leitenden Positionen. Umso wichtiger ist es, sie nicht so weit aufsteigen zu lassen.



Ein Criminal Profiler kommt dann, wenn ein Täter gestoppt werden muss. Er analysiert den Tatort, um die Signatur des Täters zu entdecken. Alle Profiler aber müssen akribisch genau analysieren, um die guten Mitarbeiter von den schlechten zu trennen.

Wo genau werden Wirtschaft Profiler eingesetzt?

  • Recruitment
  • Optimization
  • Negotiation

Im Recruitment wird natürlich geschaut, ob ein Bewerber für einen Job taugt. Dazu muss auch oft der Lebenslauf nachgeprüft werden, etwa die Hochschule angerufen werden, wo der angebliche Abschluss gemacht wurde. Hat der Profiler den Verdacht, dass der Lebenslauf zu sehr geschönt wurde, kann er bei einzelnen Punkten nachhaken. Aufgrund seiner Erfahrung ist er besser  geeignet, Lebensläufe zu analysieren als viele Chefs oder Leiter der Personalabteilung. Auch, weil ein Profiler Erfahrung mit Betrügern und Tricksern hat.

In der Optimization geht es darum, den jeweiligen Charakter für seine zukünftigen Aufgaben im Unternehmen einzuordnen und zu schauen, was eine Person alles übernehmen könnte, ohne sie zu überfordern. Dabei geht es um Persönlichkeitsentwicklung, denn natürlich können die Mitarbeiter mit den Aufgaben wachsen, was man bei der Bewerbung oft noch nicht sehen kann. Für eine optimale Entwicklung der Mitarbeiter muss das Unternehmen aber auch optimale Arbeitsbedingungen schaffen. Will man beispielsweise sehr kreative Mitarbeiter, so muss man dies auch fördern. Ein gutes Beispiel sind die Büros im Silicon Valley, wo die Mitarbeiter sogar Freizeitmöglichkeiten haben für absolut effizientes Arbeiten: Arbeiten im Silicon Valley

In der Negotiation geht es um die Verhandlung. Ein Profiler wird engagiert um den Verhandlungspartner, meist ein anderes Unternehmen, zu analysieren und eine genau passende Verhandlungsstrategie zu entwickeln. Profi Suzanne Grieger-Lange nennt hier zwei Typen: Den „Fuss-Soldaten“ und den „Sniper“. Klar, der Fuss-Soldat wird vom Unternehmen nur vorgeschickt und verhält sich auch so. Er schiesst vielleicht wild um sich und ist am Ende seiner Strategie, wenn die Munition aus ist. Der Sniper dagegen ist ein Scharfschütze, der auf den richtigen Moment lauert.

Betrüger und Trickser, die dem Unternehmen schaden, entlarven:

Ein Profiler wird aber in den meisten Fällen benötigt, wenn es unter den Mitarbeitern Probleme gibt, oder wenn jemand Einzelnes dem Unternehmen richtig schadet. Das kann natürlich bis in die hohen Ränge gehen. Daher ist es umso wichtiger, jemand von aussen zu beauftragen.

 

Titelbild: Pixel-Shot – shutterstock.com

About J. Florence Pompe

J. Florence Pompe hat Germanistik und Pädagogik studiert und ist seit 2010 hauptberufliche Texterin. Spezialisiert auf die Themen Mode und Schmuck, führt sie zu diesen Themen mit viel Freude eigene Blogs, auch in Gemeinschaft mit anderen Autorinnen. Da sie Erfahrung im Schneidern von passgenauer Kleidung hat, kennt sie sich gut mit Stoffen, Schnitten und sorgfältiger Verarbeitung von Modeartikeln aus!


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