Katastrophale Arbeitsbedingungen in chinesischer Spielwarenindustrie enthüllt

06.12.2018 |  Von  |  Handel, News
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Katastrophale Arbeitsbedingungen in chinesischer Spielwarenindustrie enthüllt
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450 Millionen Franken geben Schweizer KonsumentInnen vor Weihnachten für Spielzeug aus. Das meiste davon stammt aus China, wo ArbeiterInnen in den Spielzeugfabriken unter massiven Überstunden, Schlafmangel und sehr tiefen Löhnen leiden. Ein minimaler Aufpreis könnte den ArbeiterInnen bereits die Existenz sichern. Doch die menschenunwürdigen Bedingungen gehören weiterhin zum Geschäftsmodell der Markenunternehmen.

Dies zeigt der neue investigative Report aus China. Zur Verbesserung der Missstände startet Solidar Suisse heute ein Onlineaktion: Die CEOs der Spielwarenkonzerne werden von KonsumentInnen zur Zahlung von Existenzlöhnen aufgefordert.

Zwei von drei Spielzeugen, die unter Schweizer Christbäumen liegen, kommen aus China. Die neue verdeckte Recherche von China Labor Watch und Solidar Suisse zeigt, dass die Arbeitsbedingungen in den chinesischen Fabriken noch immer katastrophal sind. Gefertigt werden die chinesischen Spielzeuge im Auftrag der grossen Player der Branche: Disney, Hasbro und Mattel, aber auch Unternehmen aus Deutschland wie etwa Simba Dickie, Schleich oder Ravensburger.

Exklusive Fotos der Undercover-Ermittler von China Labor Watch zeigen die katastrophalen Arbeitsbedingungen und Lebensumstände der ArbeiterInnen.






Bildquelle: solidar.ch


Erschöpfung am Fliessband

Die tiefen Löhne zwingen die ArbeiterInnen zu horrenden Überstunden. In der Regel stehen ArbeiterInnen elf Stunden pro Tag am Fliessband. Nach der erschöpfenden Arbeit sind die kargen Schlafsäle und oft dreckigen Duschen ihre einzige Erholung. Ohne eine unabhängige Gewerkschaft haben sie keine Chance sich zu wehren.

„Es ist ein Skandal, wie rücksichtslos die Markenunternehmen die chinesischen ArbeiterInnen ausbeuten. Es ist höchste Zeit, dass sie ihre Verantwortung übernehmen. Aber die Erfahrung zeigt: Ohne Druck und klare Spielregeln – wie sie beispielsweise die Konzernverantwortungsinitiative in der Schweiz fordert – passiert nichts“, sagt Simone Wasmann, Kampagnenverantwortliche von Solidar Suisse.

Eine Industrie ohne öffentliche Aufmerksamkeit

Die Bedingungen in der Spielwarenindustrie sind in der Öffentlichkeit kaum bekannt. „Es kann doch nicht sein, dass unsere Weihnachtsgeschenke anderswo ArbeiterInnen Leid zufügen“, sagt Simone Wasmann. Solidar Suisse lanciert deshalb eine Aktion, bei der KonsumentInnen die CEOs der grossen Spielwarenkonzerne per Email auffordern, Existenzlöhne zu zahlen. Denn die westlichen Unternehmen diktieren letztlich die Arbeitsbedingungen der ArbeiterInnen, indem sie die Preise drücken und Aufträge in letzter Minute vergeben. Vom Ladenpreis fliessen im Schnitt 75 Rappen pro Spielzeug in die Löhne der ArbeiterInnen. Ein Aufpreis von 75 Rappen pro Spielzeug im Verkauf könnte also den Lohn aller beteiligten ArbeiterInnen bereits verdoppeln.

Internationale Zusammenarbeit für fair produziertes Spielzeug

Die Kampagne wird dieses Jahr erstmals in der europäischen „Fair Toys Coalition“ durchgeführt, welche Solidar Suisse mitbegründet hat. Gemeinsam mit Action Aid France und der Christlichen Initiative Romero Deutschland will Solidar Suisse so den Druck auf die Spielwarenhersteller erhöhen, damit diese ihrer Verantwortung gerecht werden.

Titelbild: Erschöpfte Arbeiterinnen in der chinesischen Spielzeugfabrik Wah Tung

 

Quelle: Solidar Suisse
Titelbild: obs/Solidar Suisse/China Labour Watch

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