Studie: Olympia-Medaillen führen zu sinkendem Aktien-Handelsvolumen

17.01.2018 |  Von  |  Finanzen, News, Studien
Keine Beiträge mehr verpassen? Hier zum Newsletter anmelden!
Studie: Olympia-Medaillen führen zu sinkendem Aktien-Handelsvolumen
Jetzt bewerten!

Wenn ein Land bei Olympia viele Medaillen holt, sinkt das Handelsvolumen auf dem nationalen Aktienmarkt. Das hat eine Studie von Forschern der University of East Anglia (UEA) und Kollegen der Nottingham Trent University (NTU) ergeben.

Die Aktienkurse bleiben aber trotz abgelenkter Investoren weitgehend unbeeinflusst. Doch könnte eine passende Handelsstrategie das Phänomen ausnutzen, um zu profitieren.

Ablenkung durch Erfolg

Die Experten haben Daten rund um die Olympischen Sommerspiele 2000 bis 2012 analysiert und festgestellt, dass sportliche Erfolge den Aktienhandel bremsen. Für jede Goldmedaille, die die USA bei Olympischen Spielen machen, sinkt beispielsweise am darauffolgenden Tag das Handelsvolumen der S&P 500 um fast drei Prozent. In Deutschland und Südkorea kostet ein Olympia-Sieg derart gar 6,7 beziehungsweise 7,3 Prozent Handelsvolumen. Zudem werden Olympia-Sponsoren nach Olympia-Erfolgen im Land des Firmenhaupsitzes deutlich weniger gehandelt. Die Kursentwicklung bleibt davon aber weitgehend unberührt.

Das alles liegt dem Team zufolge aber nicht daran, dass die Stimmung der Investoren durch die Olympia-Ergebnisse beeinflusst wird, sondern an einer daraus resultierenden Ablenkung. „Die zentrale Idee unserer Studie ist nicht neu. Seit dem alten Rom nutzen wir die Phrase ‚panem et circenses‘ – Brot und Spiele – um zu beschreiben, wie Sport- und andere Massenveranstaltungen die Aufmerksamkeit ablenken können“, meint dazu Raphael Markellos, Professor für Finanzwesen an der UEA.

Ausnutzbarer Nulleffekt

Dass der in „The European Journal of Finance“ erschienenen Studie zufolge eher die Aufmerksamkeit der Investoren als deren Laune jener Flaschenhals zu sein scheint, über den Sportereignisse den Aktienmarkt beeinflussen, könnte in manchen Situationen sogar von Vorteil sein. „Wenn Investoren von einer Niederlage im Sport abgelenkt sind, könnte ihre schlechtere Laune sich nicht auf den Aktienmarkt übertragen“, erklärt Markellos.

Für findige Investoren mag die Tatsache, dass Goldmedaillen das Handelsvolumen drücken, dennoch interessant sein. „Die Muster, die wir auf dem Aktienmarkt beobachten, lassen sich mit einer auf Olympia-Medaillen beruhenden Volatilitäts-Handelsstrategie ausnutzen“, erklärt Jessica Wang, Dozentin für Rechnungs- und Finanzwesen an der NTU. Das bringt laut der Studie mehr Profit als ein passiver Zugang. Andere wichtige Ereignisse könnten ähnliche Chancen bieten.

 

Quelle: pressetext.redaktion
Artikelbild: Symbolbild © lazyllama – shutterstock.com

Über belmedia redaktion

belmedia hat als Verlag ein ganzes Portfolio digitaler Publikums- und Fachmagazine aus unterschiedlichsten Themenbereichen aufgebaut und entwickelt es kontinuierlich weiter. Getreu unserem Motto „am Puls der Zeit“ werden unsere Leserinnen und Leser mit den aktuellsten Nachrichten direkt aus unserer Redaktion versorgt. So ist die Leserschaft dank belmedia immer bestens informiert über Trends und aktuelles Geschehen.


Ihr Kommentar zu:

Studie: Olympia-Medaillen führen zu sinkendem Aktien-Handelsvolumen

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die Agentur belmedia GmbH behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.