Was Seriengründer von der Masse der Existenzgründer unterscheidet

22.05.2014 |  Von  |  Organisation, Selbstmanagement
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Was Seriengründer von der Masse der Existenzgründer unterscheidet
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Es gibt eine Spezies von Existenzgründern, die sich vom Durchschnitt oftmals dadurch unterscheidet, dass sie nicht nur ein Unternehmen gründet, sondern gleich eine ganze Reihe unterschiedlichster Geschäftsideen in entsprechend unterschiedliche Unternehmen giesst. Solche „Seriengründer“ sind in der Schweiz und in Europa überhaupt eher die Ausnahme, im kalifornischen Silicon Valley zählen sie zum gewohnten Standard. Was die Seriengründer tun und warum sie das genau so machen, untersucht dieser Beitrag.

Mehr Chancen auf Erfolg



Die Masse der Existenzgründungen in der Schweiz geht jeweils auf eine Geschäftsidee zurück. An dieser Idee wird gebastelt und gefeilt, es wird analysiert, optimiert und der Vergleich mit der Konkurrenz angestellt. Am Ende der Ideenfindung und -optimierung soll die eine möglichst rundum erfolgreiche Firma stehen, die sich schnell am Markt etabliert und mindestens genauso schnell zum wirtschaftlichen Erfolg führt.

Nicht selten scheitern solche Unternehmungen an den harten Realitäten der Wirtschaft. Der Markt ist heute ungeheuer beweglich, und was heute noch als neue Idee gilt, ist morgen eventuell schon Standard und übermorgen längst überholt. Da gilt es, bereits in der Vorbereitungsphase der Existenzgründung ein hohes Tempo vorzulegen. Dieses scheitert dann aber oftmals schon an der notwendigen Finanzierung. Träume sind schneller ausgeträumt, als sie konkrete Formen annehmen können.

Hier zeigt sich ein gewisses Phlegma in der Gründerszene, das sich nicht zuletzt auf eine recht einseitige Gründerpolitik zurückführen lässt. Oftmals monatelang wird an der Gründung einer einzigen Firma gebastelt, wertvolle Zeit verstreicht und noch weiss keiner so recht, wie und ob das neue Unternehmen erfolgreich sein wird.

In der Konsequenz legen viele Existenzgründer den Erfolg ihrer Selbstständigkeit in die Hand nur einer einzigen Idee. Daraus folgert auch das vielfache Scheitern der Gründerpersönlichkeiten, die sich nach erfolgloser kurzer Selbstständigkeit schnell wieder aus dem Markt zurückziehen.



Im berühmt-berüchtigten Silicon Valley läuft das alles oftmals ganz anders. Gründungswillige haben meist nicht nur eine Idee, sondern gleich vier, fünf oder gar mehr. Aus jeder dieser Ideen entsteht dann ein Unternehmen, in der Hoffnung, dass sich eines oder vielleicht auch zwei davon als langfristig erfolgreich erweisen. Damit setzen viele Gründer im Silicon Valley bereits von Beginn an auf eine breite Streuung der Chancen für letztlich mehr Erfolg.

Auch in einem anderen Beitrag habe ich bereits darauf hingewiesen, dass sich Existenzgründer möglichst nicht nur auf ein Angebot spezialisieren sollten, sondern den wirtschaftlichen Start auf eine breite Basis stellen können.

Fallen muss gelernt sein. (Bild: Dooder / Shutterstock.com)

Fallen muss gelernt sein. (Bild: Dooder / Shutterstock.com)

Fallen muss gelernt sein



Wer in Europa und speziell in der Schweiz ein Unternehmen gründet, ist fast schon existenziell auf Erfolg angewiesen. Scheitern ist hier ein echter Makel und erschwert für die Zukunft alle weiteren Versuche, sich auf die eigenen Beine zu stellen. Die Grundansicht, dass ein einmal erfolgloser Gründer auch das nächste Projekt in den Sand setzen müsse, ist weitverbreitet. Warum, kann eigentlich keiner so recht beschreiben.



Erbarmungslos trimmen sich die Gründer auf Erfolg, beten diesen wie eine Litanei daher und haben regelrechte Angst davor, dass sie sich am Markt nicht durchsetzen könnten. Dabei gehört doch gerade der gekonnte Umgang mit Niederlagen zur wirklich erfolgreichen Führungspersönlichkeit. Wer mit dem Fallen nicht klarkommt, wird letztlich auch nicht die wahren Höhen erklimmen können. Hier herrscht in der Schweizer Gründerszene eine regelrechte Höhenangst.

Für Amerikaner im Silicon Valley ist es zwar auch nicht schön zu scheitern. Hier wird mit dem Fallen jedoch völlig anders umgegangen. Wer gewinnen will, muss eben auch mit Verlust rechnen, und so ist der Fall nur die Vorstufe für einen neu angestrebten Aufstieg. Dieser Sichtweise sollten wir uns auch hier öfter bedienen.

Keine gute Idee ist es wert, vergessen zu werden

Wer bei der Ideensammlung für die eigene Selbstständigkeit ist, sollte jede dieser Ideen sorgfältig notieren und dazu immer auch ein kleines wirtschaftliches Grundkonzept aufbauen. Und zwar zu jeder einzelnen Idee, die irgendwie danach riecht, in bare Münze umgewandelt zu werden. Hier ist es keine Idee wert, vergessen zu werden.

In einem weiteren Prozess sollte die Ideensammlung daraufhin untersucht werden, welche Gründungsvorhaben wirklich umsetzbar erscheinen. Dann aber können Sie eigentlich schon mit dem Aussieben aufhören. Es muss nicht immer zwingend am Ende genau die eine Idee sein, die letztlich zum Erfolg führt.

Passen die Ideen unter ein einheitliches Unternehmenskonzept, dann bringen Sie alle in genau dieses eine Unternehmen ein und überlegen Sie, wie alle diese Vorhaben vermarktet werden können. Die Nachfrage selbst wird dann entscheiden, ob von vier, fünf oder mehr Ideen nur drei, zwei oder gar nur eine am Markt bestehen kann. Dann haben Sie aber von Beginn an dafür gesorgt, dass der Markt seine Entscheidung auch treffen kann.

Sind die einzelnen Gründungsideen zu unterschiedlich, um in einem einzigen Unternehmen umgesetzt werden zu können, dann gründen Sie doch mehrere Unternehmen parallel. Wenn von fünf Unternehmen drei scheitern, bleiben immerhin noch zwei mit der Aussicht auf Erfolg übrig. Und genau das ist es, was die Seriengründer im Silicon Valley machen. Sie setzen nicht auf eine einzige Idee, sondern nutzen die ganze Vielfalt ihrer Möglichkeiten. Und das sollten wir auch tun!



 

Oberstes Bild: © Ekapong – Shutterstock.com



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Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.


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