Warum Gründer zweigleisig fahren sollten?

11.04.2014 |  Von  |  Organisation
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Warum Gründer zweigleisig fahren sollten?
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Wer sich eingehender mit Gründungen von neuen Unternehmen beschäftigt, stellt fest, dass die meisten Gründer lediglich von einer einzigen unternehmerischen Idee leben. Dieser Umstand ist nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass sowohl Gründungsberater als auch eventuell notwendige Finanziers immer nur die eine, die wirtschaftlich erfolgversprechende Ausrichtung sehen wollen.

Nicht selten scheitern solche jungen Unternehmen dann gerade an dieser einseitigen Orientierung, weil keine alternativen Ideen oder Produkte und Leistungen im Portfolio vorhanden sind. Wenn sich die ursprüngliche Gründungsidee nicht schnell und erfolgreich am Markt durchsetzt, ist der Traum vom eigenen Unternehmen schneller ausgeträumt als die Entwicklung angedauert hat. Aus der Erfahrung zahlreicher Beratungen und Gründungsbegleitungen empfehle ich, immer auch eine zweite, gut ausgereifte Idee parat zu haben.



Zweigleisig am Markt auftreten

Gründer verschätzen sich gern bei der Wahl des richtigen Produkts oder der passenden Leistung. Besonders der potenzielle Markt wird oftmals falsch eingeschätzt. Das liegt nicht daran, dass Produkte oder Leistungen nicht nachgefragt würden. Doch wird diese Nachfrage meist überschätzt und auch die Wege zur Kundenakquise sind mangelhaft oder sogar stark fehlerbehaftet. Damit stimmt dann das gesamte Rechenwerk nicht mehr und bedürfte einer Neuausrichtung. Dafür ist aber in der Gründungsphase meist gar keine Zeit. Das junge Unternehmen ist auf einen schnellen Erfolg und besonders auf Umsätze und Gewinne angewiesen.

Wenn die eine Idee nicht zur schnellen Initialzündung führt, sollte zumindest eine weitere Alternative zur Auswahl stehen. Damit ergeben sich Möglichkeiten, den Markt für die angebotenen Produkte und Leistungen in einer grösseren Breite zu eruieren und eine der beiden Ausrichtungen zu favorisieren. Das steigert letztlich die Chancen auf den Unternehmenserfolg.

Wer als Unternehmen am Markt mit mindestens zwei Leistungen oder Produkten auftritt, erhöht gerade in der ersten Phase der Gründung seine Chancen auf Erfolg deutlich.

Welche Kombinationen sind möglich?



Nicht alle Unternehmen sind in der Lage, just in der Gründungsphase gleich zwei oder mehr Produkte oder Leistungen anzubieten. Hier besteht dann die Gefahr, dass die Gründungsidee mangels Interessenten und Kundschaft schnell wieder verworfen werden muss – das junge Unternehmen steuert geradezu von der Gründung in die Schliessung.

Dabei bietet sich für viele Gründer die Kombination mehrerer Gründungsideen an. Solche Kombinationen müssen nur erkannt und gewagt werden. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, ist hier die passende Anwendung einer alten Volksweisheit.

Kombinieren kann ein Unternehmer beispielsweise die Herstellung eines neuen Produktes mit einem Serviceangebot für bereits am Markt erhältliche vergleichbare Produkte. Sprich: Wer mit EDV-Ware handeln will, kann vielleicht auch EDV-Beratungsleistungen anbieten. Auch die Verbindung zweier unterschiedlicher Segmente ist in vielen Fällen möglich. Am Beispiel EDV bietet sich hier beispielsweise die Verbindung von EDV-Beratung und der Schaffung innerbetrieblicher Infrastrukturen an. Dazu bedarf es natürlich immer auch der passenden Fachleute im Betrieb, die solche Leistungen zuverlässig und qualitativ hochwertig erbringen können.

Auch Kombinationen von Beratungsleistungen mit schöpferischen Leistungen sind möglich. Wer in der Beratung direkt mit den Wünschen und Problemen der Kunden konfrontiert wird weiss oftmals auch, was an neuen Lösungen erforderlich wäre. Auch dieses Wissen kann wirtschaftlich genutzt werden.

Was hat ein Gärtner mit der Gastronomie zu tun?

Jede Menge. So lassen sich beispielsweise in einem neu gegründeten Restaurant auch Speisen zubereiten, die mit Produkten aus dem eigenen Gewächshaus eine ganz individuelle Note bekommen. Hier verbinden sich Produktion und Gastgewerbe zu einer Mischung, in der sich die beiden Elemente gegenseitig unterstützen. Läuft das eine nicht, kann das andere durchaus ein echter Renner werden. So oder so.



Viele Kombinationen scheinbar fremder Marktsegmente sind möglich. Dazu bedarf es nur ein wenig Phantasie und natürlich den Mut, diese Kombination anzubieten. Das ist nicht bei allen Gründungsberatern und Finanziers gern gesehen, lässt sich aber mit einer passenden Beratung gekoppelt bestens vermitteln. Letztlich sind vor allem die Geldgeber weniger am wirklichen Erfolg, sondern viel mehr an der Rentabilität des Unternehmens interessiert.

Jede Unternehmensgründung ist ein Wagnis. (Bild: Dooder / Shutterstock.com)

Jede Unternehmensgründung ist ein Wagnis. (Bild: Dooder / Shutterstock.com)




Wagen, was ungewöhnlich klingt

Jede Unternehmensgründung ist ein Wagnis. Je einseitiger dabei das Angebot ist, desto gewagter ist letztlich auch der Schritt auf den Markt. Wer sich von Beginn an auf eine breitere Basis begibt, steigert damit seine Chancen auf Erfolg. Sollte dann eine der mindestens zwei Ideen nicht funktionieren, kann sie jederzeit wieder aus dem Angebot genommen werden. Dann bleibt zumindest noch die andere Idee, die möglicherweise erfolgreicher ist und besser funktioniert. Wer hier nicht wagt, vergibt von Beginn an wichtige Chancen.

Erfahrungen der grossen Player nutzen

Vor einigen Jahrzehnten noch haben sich heute bestehende Unternehmen oftmals nur in einem einzelnen Marktsegment etabliert. Mit der Zeit wurde dann aber besonders bei den Global Playern die Produkt- und Angebotspalette deutlich erweitert. So baut Siemens beispielsweise nicht nur moderne Telefoniegeräte, sondern überzeugt auch mit ausgereifter Haushaltstechnik. Warum nicht gleich so? Das ist die Frage, die sich viele Gründer stellen sollten. Warum nicht gleich zwei oder mehrere Leistungen anbieten, wenn diese in der Gründungsphase durchaus umsetzbar sind? Dann erweitern sich die Chancen für das Etablieren am Markt und die Risiken des Totalverlustes werden eingegrenzt.

Mancher Gründungs- oder Unternehmensberater meint, hier würde der zweite Schritt vor dem ersten getan. Mag sein. Aber wer verbietet es eigentlich, zwei Schritte zügig hintereinander zu gehen? Doch wohl keiner. Letztlich geht es um Ihren Erfolg, solange Sie sich dabei nicht übernehmen.



 

Oberstes Bild: © Mino Surkala – Shutterstock.com

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.


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