Mobile Arbeit – vor allem für Top-Talente motivierend

31.03.2014 |  Von  |  Web
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Mobile Arbeit – vor allem für Top-Talente motivierend
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Auf Flughäfen, in Zügen oder in Cafés ist es ein alltägliches Bild: Die Arbeit ist mobil geworden. Vor allem Fach- und Führungskräfte sind schon aus Zeitgründen darauf angewiesen, auch unterwegs jede Gelegenheit zum Arbeiten oder zur Kommunikation mit ihren Unternehmen zu nutzen.

Der Software-Experte Toni Bernal stellt jetzt jedoch noch eine andere These auf: Vor allem Top-Talente geniessen die Arbeit unterwegs und betrachten die Möglichkeit dazu als motivierend.



Bernal arbeitet für den US-amerikanischen Software-Hersteller Citrix als Country-Manager Schweiz. Zum Kerngeschäft von Citrix gehören Virtualisierungstechnologien, Cloud-Lösungen und die XenApp, die es ermöglicht, von externen Terminalanwendungen auf Unternehmensserver zuzugreifen. Citrix und Bernal agieren damit an einer Schnittstelle, an der sich der Wunsch von Mitarbeitern nach professioneller Mobilität und die Interessen von Unternehmen an hoher Datensicherheit direkt berühren. Mit der „Handelszeitung“ sprach der Manager über die Perspektiven der mobilen Arbeit, Mobilität als Motivationsfaktor und Sicherheitsaspekte.

Mobilität – wichtiges Kriterium für die Wahl des Arbeitgebers

Wenn es um Home-Office-Lösungen und mobile Arbeit geht, kommt das Gespräch derzeit wohl fast zwangsläufig auf Marissa Mayer. Die Yahoo-Chefin hat ihre Mitarbeiter vor kurzem von ihren Telearbeitsplätzen ins Büro zurückbeordert. Vermutet wird, dass sie damit grössere Kontrollmöglichkeiten über deren Arbeitsleistungen verbindet. Bernal hat allerdings eine völlig andere Perspektive auf virtuelle Arbeit. Für eine zunehmende Zahl von Mitarbeitern wird sie die Arbeitsform der Zukunft sein.

Im Hinblick auf die Entscheidung von Marissa Meyer nimmt er an, dass es dabei vor allem darum ging, den Teamgeist bei Yahoo zu stärken. Auch der IT-Manager hält regelmässige soziale Kontakte der Mitarbeiter zwar für wichtig, durch moderne digitale Technik könnten diese jedoch auch virtuell erfolgen. Analog zu Facebook & Co. im Privatbereich ermöglichen soziale Plattformen im Internet die kommunikative Einbindung virtueller Mitarbeiter, sofern die Unternehmen bereit sind, die technischen Möglichkeiten dafür zu schaffen.



Mit Systemen wie Podio oder Yammer gibt es hier inzwischen auch hervorragende Facebook-Alternativen, die sich explizit an Unternehmen wenden. Allerdings müssen die Firmen in diesem Fall auch Strategien und Methoden für virtuelle Teamarbeit entwickeln und ihre Mitarbeiter in entsprechende Prozesse einbeziehen. Die meisten Unternehmen stehen in diesem Bereich noch ganz am Anfang.

Für viele Mitarbeiter ist die Möglichkeit zur Arbeit unterwegs dagegen eine praktische ebenso wie eine Statusfrage. Wenn das Unternehmen solche Möglichkeiten einräumt, wirke dies gerade auf Top-Talente motivierend. Toni Bernal ist überzeugt, dass die Option, über Zeit und Ort der Arbeit selber zu bestimmen, für die Generation Y und damit die dringend benötigten Talente ein wesentlicher Faktor für die Attraktivität von Arbeitgebern ist. Viele Firmen haben diesen Trend im Übrigen erkannt. Die im Herbst 2013 erhobene Citrix-Studie „Mobility in Business“ weist aus, das 63 Prozent der befragten Unternehmen die Mobilität ihrer Angestellten für einen wichtigen Wettbewerbsvorteil halten.





Sensible Daten. (Bild: rvlsoft  / Shutterstock.com)

Sensible Daten. (Bild: rvlsoft / Shutterstock.com)




Sensible Daten – wie sicher ist die Cloud?

Viele Unternehmen äussern Sicherheitsbedenken, wenn es darum geht, sensible Daten in der Cloud zu speichern und bringen damit gleichzeitig einen wesentlichen Einwand gegen mobile Arbeit in grösserem Umfang vor. Toni Bernal hält dagegen, dass es viele Möglichkeiten gibt, wie Firmen ihre Daten schützen können. So müssen die Unternehmen darauf achten, alle technischen Möglichkeiten für hohe Datensicherheit zu nutzen, also beispielsweise sichere Verbindungen sowie robuste Verschlüsselungs- und Authentifizierungsverfahren installieren.

Auch der Sitz des Cloud-Providers und seiner Rechenzentren ist hier wichtig, da sich die Datenschutzvorschriften und damit die Sicherheit der eigenen Unternehmensdaten nach den dortigen Gesetzen richten. Bei Laptops, Tablets oder Smartphones können auch Diebstahl oder Verlust zu Datenrisiken führen, die sich jedoch durch eine virtuelle Infrastruktur, bei der Daten und Anwendungssoftware nicht auf den mobilen Endgeräten liegen, minimieren lassen. Nicht zuletzt erfordert hohe Datensicherheit heute auch gut geschulte Mitarbeiter, welche die Gefahren von Schadsoftware und Phishing-Attacken sowie sicherheitsorientierte Verhaltensoptionen kennen müssen.

Die digitale Wunschausstattung – Motivationsfaktor für junge Arbeitnehmer

Interessant ist Bernals Sicht auf die professionelle Verwendung von Geräten, die den Mitarbeitern selbst gehören. Hier kommen wieder die Themen Generation Y und Motivation ins Spiel – der Experte rät, solche Geräte im Unternehmen zuzulassen, was sich vor allem junge Mitarbeiter wünschen. Viele der „Digital Natives“ haben schon früh klare Präferenzen für bestimmte Geräte, Marken und Betriebssysteme entwickelt und möchten diese auch an ihren Arbeitsplätzen nutzen. Bei Citrix gibt es deshalb sogar die Möglichkeit, auf die Firmenausstattung völlig zu verzichten, die Mitarbeiter bekommen dann stattdessen ein Budget, um ihre Wunschgeräte zu erwerben.

Bernals Fazit: Die Mobilisierung der Arbeit und damit die Kollaboration auf virtuellen Plattformen in der Cloud ist nicht mehr aufzuhalten. Theoretisch ist es heute möglich, selbst Smartphones als komplette virtuelle Arbeitsplätze auszustatten – dass sich dieser Ansatz massenweise durchsetzt, ist allerdings schon wegen der geringen Displaygrösse der Geräte nicht wahrscheinlich. Anders sieht es bei Tablets aus, die in bestimmten Bereichen einen herkömmlichen PC durchaus ersetzen können und zum Teil bereits ersetzen.

Unser Eindruck ist allerdings, dass Schweizer Unternehmen den Trend zur virtuellen Arbeit zwar erkennen, komplexe Lösungen dafür jedoch bisher nur in Ausnahmefällen in Erwägung ziehen. Fraglos akzeptiert ist mobile Arbeit immer dann, wenn sich die Notwendigkeit dazu aus der Arbeitssituation – etwa auf Reisen oder im Aussendienst – ergibt. Ansonsten ist in den Firmen bisher die herkömmliche Präsenzkultur die Regel.



 

Oberstes Bild: © TATSIANAMA – Shutterstock.com



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