Corporate Health: Was können Unternehmen für ihre Mitarbeiter tun?

08.01.2014 |  Von  |  Allgemein
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Corporate Health: Was können Unternehmen für ihre Mitarbeiter tun?
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Betriebliches Gesundheitsmanagement oder Corporate Health ist in den vergangenen Jahren immer mehr in den Focus der Human Resources Abteilungen gerückt und wird das Personalmanagement auch in der nahen Zukunft stark beschäftigen.

Zwar geht die Zahl von Arbeitsunfällen seit etwa zwei Jahrzehnten mehr und mehr zurück, aber Phänomene wie Burn Out-Syndrom oder „innere Kündigung“ erleben einen Zuwachs, an dem kein Unternehmen vorbeigehen kann. Diese arbeitsbedingten Erkrankungen haben sich nicht, wie erwartet, verbessert, sondern führen mittlerweile volkswirtschaftlich gesehen zu jährlichen Schäden in Milliardenhöhe.



Globalisierung, technische Entwicklungen und die damit einhergehenden Konsequenzen wie Intensivierung der täglichen Arbeit, Unsicherheiten, Zeitdruck und andere spezifische Arbeitsbedingungen verlangen von Mitarbeitern ständige Flexibilität und immer grössere Effizienz bei der Erfüllung ihrer Aufgaben. Dies führt zu psychischen Belastungen, permanentem Stress und Depressionen. Der Erfolg eines Unternehmens hängt aber wesentlich davon ab, ob seine Angestellten die Veränderungen bewältigen können, ohne dass ihre Fähigkeiten oder ihre Gesundheit darunter leiden.

Die bisherigen Erfahrungen verdeutlichen, dass betriebliches Gesundheitsmanagement Massnahmen etablieren muss, welche die physische und psychische Gesundheit der Mitarbeiter langfristig und nachhaltig fördern. Ohne ein entsprechendes Fachwissen bleiben alle Bemühungen um eine Corporate Health schnell auf der Strecke. Darüber hinaus müssen Verbindungen zu anderen Unternehmensbereichen wie Organisation, Planung, Steuerung, Qualitäts- und HR-Management erkannt und in das Gesundheitsmanagement miteinbezogen werden.

Corporate Health muss als gleichberechtigter Bestandteil des allgemeinen Unternehmensmanagements gesehen und entsprechend behandelt werden. Als wichtiges Element der Social Responsibility wirkt es sich auch auf die Bewertung von Unternehmen von aussen her aus. Wer das Thema Gesundheit nicht ausreichend angeht, wird als Arbeitgeber auf Dauer unattraktiv für neue Fachkräfte.

Was können Unternehmen für ihre Mitarbeiter tun? Corporate Health ist ein weites Feld mit vielen Angebotsmöglichkeiten, welche die Gesundheit einer Belegschaft am Arbeitsplatz fördern können. Ein erster Schritt wäre beispielsweise die Einführung flexibler Arbeitszeiten, damit die Angestellten Berufs- und Privatleben möglichst stressfrei bewältigen können. Das gilt vor allem für Eltern von kleinen Kindern. Weitere Massnahmen sind kostenfreie Sportangebote, regelmässige Gesundheitschecks oder eine gesunde und vollwertige Ernährung in der Betriebskantine, etwa mit frischen Produkten aus der Region oder mit vegetarischen Gerichten.

Grundsätzlich aber gilt: Bevor Sie eine Strategie für Ihre Corporate Health entwickeln oder gar Entscheidungen über die Inhalte und Ziele formulieren, sollten die Mitarbeiter nach ihren Wünschen und Bedürfnissen befragt werden. Ein betriebliches Gesundheitsmanagement, das am wirklichen Bedarf vorbeigeht und von den Angestellten nicht wahrgenommen wird, macht überhaupt keinen Sinn. Weitere Faktoren für den Erfolg sind Anreize wie Erfolgsprämien oder die aktive Beteiligung der Führungsetage.



Drei erfolgreiche Beispiele aus der Praxis mögen verdeutlichen, wie Gesundheitsmanagement nachhaltig eingesetzt werden kann. Da wäre erstens ein mittelständischer Personaldienstleister mit 350 Angestellten. Das Unternehmen bietet regelmässige Gesundheitsleistungen, etwa Rückenschulungen, und übernimmt die Gebühren für Fitness-Studios. Ausserdem erhalten die Mitarbeiter ein Bonusheft, in dem die erfolgreich besuchten Veranstaltungen dokumentiert werden. Wenn das Heft voll ist, bekommt der Mitarbeiter eine Prämie, zum Beispiel ein Sportgerät für Zuhause. Positive Erfahrungen und eine zusätzliche Motivation bringt auch die Teilnahme der Führungskräfte an den Massnahmen.

Ein grosser Pharmakonzern beschäftigt mittlerweile sogar eine eigene Gesundheitsmanagerin. Sie steht in ständigem Austausch mit den Angestellten und entwickelt ihre Corporate Health Programme ausschliesslich nach deren Wünschen. Was die Mitarbeiter nicht wollen oder ablehnen, wird auch nicht umgesetzt. Die Erfahrungen des Unternehmens mit dieser Strategie sind durchweg positiv. Oft genug gibt es so viele Interessenten für die Seminare, Vorträge und Kurse, dass nicht alle unterkommen. Die Führungsetage ist auch hier aktiv beteiligt.



Als letztes Beispiel für gelungenes Gesundheitsmanagement sei ein mittelständischer Maschinenbaubetrieb genannt, der seinen Mitarbeitern diverse Sportkurse, Gesundheitschecks und ein gesundes Essen in der Kantine mit regionalen Produkten anbietet. Auf diese Weise konnte der Krankenstand in den letzten Jahren permanent gesenkt und auf ein besonders niedriges Level gebracht werden.

Eine eigene Gesundheitsmanagerin kommt natürlich nur für die wenigsten Unternehmen in Frage. In den übrigen sollte Corporate Health von der Personalabteilung mitübernommen werden. Ohne Fachwissen geht es aber nicht. Professionelle Tipps für ein nachhaltiges Gesundheitsmanagement geben beispielsweise die Krankenkassen. Deren Experten empfehlen in der Regel ein schrittweises Vorgehen bei der Einführung.



Corporate Health sollte wie alle anderen Projekte auch strukturiert und organisiert werden. Klare Ziele zu formulieren sowie die entsprechenden Aufgaben zu definieren, sind die ersten Schritte. Darüber hinaus sollten Sie als Verantwortlicher das Vorhaben unter der Belegschaft transparent machen und engagierte Mitarbeiter ins Projektteam holen.

Die bisherigen Stärken und Schwächen des betrieblichen Gesundheitsmanagements lassen sich am besten auf der Basis einer Umfrage unter den Angestellten analysieren. Welche Massnahmen greifen bereits, welche sind unsinnig, wo besteht dringend Nachholbedarf? Aufgrund der Ergebnisse können Sie dann Ihre unternehmensspezifische Strategie entwickeln, je nach Art der Arbeiten und des jeweiligen Umfelds.

Die Einführung eines nachhaltigen Corporate Health Management verursacht natürlich Kosten. Langfristig profitieren aber sowohl Unternehmen als auch Mitarbeiter. Experten gehen davon aus, dass ein gutes Gesundheitsmanagement die Ausfallzeiten von Mitarbeitern wegen physischer oder psychischer Probleme bzw. Erkrankungen um rund 40 Prozent senken kann. Hinzu kommt ein Imagegewinn für den Betrieb, der ihn – gerade im Hinblick auf die immer schwierigere Rekrutierung neuer, kompetenter Mitarbeiter – attraktiver macht als Wettbewerber ohne Corporate Health Konzept.



 

Oberstes Bild: © apops – Fotolia.com



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Über Ulrich Beck

hat Germanistik, Geschichte und Philosophie studiert und ist zusätzlich ausgebildeter Mediendesigner im Segment Druck. Er schreibt seit über 30 Jahren belletristische Texte und seit rund zwei Jahrzehnten für Auftraggeber aus den unterschiedlichsten Branchen.



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