Frauen an die Macht – oder was?

01.10.2014 |  Von  |  Organisation
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Frauen an die Macht – oder was?
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Eine Studie der Credit Suisse wird so manchen Unternehmer und Konzernchef nachdenklich stimmen. Demnach machen genau die Unternehmen mehr Gewinn, die auch mehr Frauen in ihren Topkader integriert haben. Zum jetzigen Zeitpunkt (September 2014) sind 12,9 % aller Topmanager in der Welt weiblich; Tendenz steigend.

Obwohl die Schweiz als innovationsstarkes und -bewusstes sowie modernes Land angesehen wird, haben die hiesigen Konzernchefs und Unternehmensführer diese Entwicklung anscheinend weitgehend verschlafen. So ist zum Beispiel die Anzahl der weiblichen Verwaltungsräte in eidgenössischen Unternehmen die zweittiefste in ganz Europa. Kein Wunder, dass die Schweizer Firmen in der Studie ungenügende Noten erhalten haben, wenn es um Frauen in Spitzenpositionen geht.

Nachholbedarf: Die Schweiz erhält ungenügende Noten

Die Studie, die sich auf Datenmaterial von 28’000 Managern aus 40 Ländern und 3000 Unternehmen stützt, bringt dabei im Detail interessante Fakten ans Tageslicht. Während weltweit 12,9 % der Spitzenmanager weiblich sind, kommt die Schweiz hier lediglich auf eine Quote von 9,1 %. Ganz nach oben ist der Weg noch dorniger: Gerade einmal 1,7 % aller Unternehmenschefs sind Frauen; international steht hier eine Quote von 3,9 % zu Buche.

Interessant ist diesbezüglich vor allem die Tatsache, dass Unternehmen mit mehreren Frauen in Spitzenpositionen oftmals bessere Finanzkennzahlen vorweisen können. Zukünftig könnten also wirtschaftliche Überlegungen für ein Aufstocken der weiblichen Führungskräfte in einem Unternehmen sprechen. Noch besteht diesbezüglich aber enormes Aufholpotenzial. Weltweit, vor allem aber in der Schweiz.

Unklar: Zusammenhang zwischen gesteigerter Unternehmensleistung und Frauenquote

Diese Zahlen sprechen aber für sich: Unternehmen, die mindestens einen Frauenanteil von 15 % in der Führungsriege aufweisen, erwirtschaften – gemessen am Eigenkapital – einen höheren Gewinn. Laut entsprechenden Erhebungen liegt die Eigenkapitalrendite in einem solchen Fall um rund 52 % über der Rendite von Firmen, die einen geringeren Frauenanteil im Führungskader haben. Allerdings kann die Männerwelt noch aufatmen. Denn: Es bleibt unklar, ob ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Frauenanteil und der tatsächlichen Unternehmensleistung besteht.

Frauenanteil in den Verwaltungsräten: Schweiz auf dem vorletzten Platz

Laut der Studie setzen weltweit immer mehr Firmen auf toughe Frauen in Spitzenpositionen. Zwar bis jetzt noch eher im bescheidenen Rahmen, aber ein Trend zeichnet sich allemal ab. In der Schweiz scheint ein diesbezüglicher Umdenkungsprozess in den Führungsetagen dagegen noch nicht wirklich stattgefunden zu haben. In Bezug auf den Anteil der Frauen in den Verwaltungsräten liegt die Schweiz mit 8,6 % unter dem globalen Mittelwert von 11,3 %. Während Norwegen – insbesondere Oslo, Bergen und Trondheim – mit einem diesbezüglichen Frauenanteil von knapp 40 % an der Spitze thront und auch Deutschland inzwischen eine Quote von rund 23 % aufweist, finden sich die Eidgenossen auf dem vorletzten Platz wieder.

 

Oberstes Bild: © xavier gallego morell – Shutterstock.com


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