Konzeptarbeit ist Entwicklungsarbeit

14.07.2014 |  Von  |  Organisation
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Konzeptarbeit ist Entwicklungsarbeit
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Im unternehmerischen Alltag geschieht es fast täglich: Der Chef ruft einen Mitarbeiter zu sich, im Gespräch werden neue Anforderungen, Ziele oder Bedürfnisse von Kunden blumig geschildert und am Ende steht die Aufforderung, ein passendes Konzept für unterschiedlichste Anforderungen zu entwickeln. Dabei muss es nicht immer um völliges Neuland gehen. Oftmals sind es auch Produkt- oder Verfahrensänderungen, Personalumstellungen oder einfach nur das Sommerfest im Unternehmen, wofür neue Konzepte gebraucht werden.

Alles was planbar ist, soll mit einem wasserdichten Konzept unterlegt werden. Der beauftragte Mitarbeiter hat dann meist nur wenige Informationen, aber immer ein weisses Blatt Papier vor sich. Fehlen dem Mitarbeiter jetzt die entscheidenden Kompetenzen zur Konzeptentwicklung, dann steht er schon auf verlorenem Posten. Das sollte auch Chefs bewusst sein, die unbedacht Mitarbeiter mit Konzeptarbeit betrauen. Konzeptarbeit ist Entwicklungsarbeit und hat weitreichende Auswirkungen auf die Unternehmensentwicklung.



Die Arbeit am Konzept ist Arbeit an der Unternehmensentwicklung

Manchmal wird es kaum bemerkt und dennoch hat die Konzeptarbeit weitreichende Auswirkungen auf die Entwicklung des Unternehmens. Und nicht selten wird Konzeptarbeit als solche gar nicht erkannt und eher in das völlig normale Aufgabengebiet integriert.

So entstehen mehr oder minder professionell:

  • Marketingkonzepte
  • Konzepte für Umstellungen in der Produktion
  • Entwicklungspläne für Mitarbeiter
  • EDV-Konzeptionen
  • Pläne für Feste und Feiern sowie
  • jede Menge andere konzeptioneller Ansätze.

Wenn diese Konzepte Hand und Fuss haben sollen, dann müssen die damit betrauten Mitarbeiter auch über entscheidende Schlüsselqualifikationen verfügen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass oberflächlich erstellte Konzepte nicht nur nachteilig auf den jeweiligen Unternehmensbereich, sondern vielleicht sogar negativ auf das Gesamtunternehmen wirken.



Diese Schlüsselqualifikationen werden gebraucht

Wer sicher und erfolgreich in der konzeptionellen Arbeit sein will, muss über ein Mindestmass an folgenden Schlüsselqualifikationen verfügen:



  • kommunikative Fähigkeiten
  • soziale Eigenschaften und
  • Methodenkompetenz.

Ohne diese grundlegenden Schlüsselqualifikationen funktioniert die konzeptionelle Arbeit praktisch gar nicht. Daher unterscheiden sich konzeptionsstarke Mitarbeiter auch von Projektleitern und Projektmitarbeitern, weil sie zusätzlich zu ihrer beruflichen Qualifikation über besondere Kompetenzen und Fähigkeiten verfügen müssen.

Bei den kommunikativen Fähigkeiten geht es insbesondere um das aktive Zuhören. Der Konzeptentwickler muss verstehen, was Kunden oder Geschäftspartner wollen. (Bild: Marcin Balcerzak / Shutterstock.com)

Bei den kommunikativen Fähigkeiten geht es insbesondere um das aktive Zuhören. Der Konzeptentwickler muss verstehen, was Kunden oder Geschäftspartner wollen. (Bild: Marcin Balcerzak / Shutterstock.com)

Bei den kommunikativen Fähigkeiten geht es insbesondere um das aktive Zuhören. Der Konzeptentwickler muss verstehen, was Kunden oder Geschäftspartner wollen, was das Unternehmen braucht. Dieses Verständnis lässt sich nur über das aktive Zuhören mit den richtigen und deutlich gestellten Zwischenfragen erreichen. Wird in der ersten Stufe der Konzeptarbeit, nämlich bei der Ermittlung der Wünsche und Zielstellungen nicht richtig zugehört und an den entscheidenden Punkten nicht konsequent nachgefragt, kommt es schnell zu Missverständnissen und entsprechend fehlerhaften oder unvollständigen Konzepten, die dann im Zweifelsfall nicht umsetzbar sind.



Die soziale Kompetenz kommt vor allem dann zum Tragen, wenn Konzeptarbeiter mit Kunden, Partnern, Mitarbeitern und Auftragnehmern ins Gespräch kommen. Hier muss auf der einen Seite eine klare Abklärung der eigenen Position erfolgen, auf der anderen Seite sind die Beteiligten als Partner in der Konzeptentwicklung zu verstehen. Die Methodenkompetenz erfordert neben einer strukturierten und sicheren Arbeitsweise auch die Fähigkeit, unterschiedliche Wege in der Erarbeitung eines Konzeptes gehen zu können. Nicht zuletzt spielen hier Budgetierungen und aktuelle Entwicklungen am Markt und im gesellschaftlichen Umfeld immer wieder eine grosse Rolle. Auch dann, wenn die Präsentation des Konzeptes im grossen oder kleineren Kreis ansteht, braucht der Konzeptentwickler Sicherheit und eine methodenbasierte Struktur für die erfolgreiche Vermittlung der Konzeptinhalte und der Auswirkungen auf andere Bereiche.

Kreativität als Unterpfand für Erfolg

Konzeptarbeiter müssen darüber hinaus ein hohes Mass an Kreativität mitbringen. Hier geht es weniger um das Malen, Zeichnen und Basteln, auch über Präsentationstechniken lässt sich vortrefflich streiten. Was hier mit Kreativität in erster Linie gemeint ist, ist die Fähigkeit, anders als in den eingefahren Bahnen zu denken. Neue, oftmals völlig unbekannte oder ungewöhnliche Lösungen erfordern eine kreative Denkweise, die zwar die derzeitigen Möglichkeiten immer fest im Auge behält, aber dennoch nach neuen Wegen zum Erreichen von Zielen suchen kann. Dieses Mass an Kreativität zeichnet die Entwickler von Konzepten besonders aus.

Hier wird nicht vom Anfang zum Ende gedacht, wie es beispielsweise Projektleiter gern tun. Oftmals läuft die Denkrichtung genau in die andere Richtung. Ein Ziel ist meist vorgegeben. Von dieser Stelle aus denken viele Konzeptentwickler in die andere Richtung und bauen damit einen Fundus verschiedener Möglichkeiten zur Erreichung des Ziels auf. Sie denken gewissermassen vom angestrebten Ergebnis zurück zur Ausgangslage.

Sind die Wege zum Erreichen des Ziels erkannt, müssen diese auf die Umsetzbarkeit mit den aktuell zur Verfügung stehenden Mitteln überprüft werden. Hier trennt sich dann die Spreu vom Weizen und nicht selten wird klar, dass für die Umsetzung des Konzeptes auch eine andere Ausgangslage geschaffen werden muss. Vielen sachlich denkenden Projektarbeitern kommt dieser Entwicklungsweg in der Konzeptarbeit etwas eigenartig vor. Sie denken meist von der aktuellen Situation über den nächsten Schritt hin zum Ziel. Konzeptarbeit funktioniert jedoch anders als die klassische Projektarbeit und ist damit der Entwicklung auch immer ein Stückchen voraus.

Aus dieser Klarheit ergibt sich auch die Wichtigkeit einer kompetenzstarken und sicheren Konzeptarbeit, da diese immer auf Veränderungen abzielt und damit auch umfassende Wirkungen auf unternehmerische Prozesse hat.



 

Oberstes Bild: © g-stockstudio – Shutterstock.com

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.


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