Die Grenzen der Produktivität

13.07.2014 |  Von  |  Organisation
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Die Grenzen der Produktivität
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Mehr geht nicht – meinen manche Unternehmen, wenn sie in Sachen Produktivität an die Grenzen ihrer Kapazität gekommen zu sein glauben. Aber dann geht doch noch etwas und die Produktivität steigt weiter. Besser qualifizierte Mitarbeiter, neue Materialien und technologische Veränderungen sorgen stetig dafür, dass einst empfundene Produktivitätsgrenzen immer weiter nach oben verlagert werden können.

An dieser Stelle fragt sich mancher, wo denn nun eigentlich die Grenzen der Produktivität liegen. Darauf gibt es nur eine Antwort: Die letzte Produktivitätsgrenze ist dann erreicht, wenn der Markt vollkommen gesättigt ist und ein Überhang an Produktionskapazitäten auch neue Absatzmärkte unkompliziert durchdringen kann. Ein Zustand, der nicht für jedes Unternehmen unbedingt erstrebenswert ist. Letztlich wäre dann das Unternehmen oder zumindest ein Bereich davon überflüssig geworden oder müsste sich mit sinkenden Absatzzahlen wegen Marktübersättigung abfinden.



Produktionskraft Mensch längst nicht an der Grenze

Oftmals haben wir den Eindruck, dass die Beschäftigten in einzelnen Unternehmen an der Grenze ihrer Leistungskraft angelangt seien. Arbeitsprozesse stagnieren oder verlangsamen sich, die Produktivitätsgrenze erscheint aufgrund der menschlichen Belastbarkeit erreicht zu sein. Dass dem dann letztlich nicht so ist, zeigen immer wieder neue, zunächst einzelne Spitzenleistungen, die bei genauer Analyse und Überführung in neue Standards die Leistungskraft der Produktivkraft Mensch weiter befördern können. Dazu braucht es neben einer besseren Schulbildung und Grundausbildung im Beruf vor allem spezialisierte Feinheit in der beruflichen Qualifikation. Echtes Expertenwissen ist gefragt und reguliert auch den Stellenmarkt, auf dem zunehmend mehr Fachkräfte mit einem hohen bis überdurchschnittlichen Leistungsvermögen gefragt sind.

Dabei erweist sich der Mensch als solcher in einer Weise flexibel, die immer neue Höchstleistungen in der Produktion möglich macht. Der Mensch als Produktivkraft wird also sehr wahrscheinlich nicht die Grenze der Produktivität markieren.

Produktivkraft Technik erscheint grenzenlos. (Bild: Max Griboedov / Shutterstock.com)

Produktivkraft Technik erscheint grenzenlos. (Bild: Max Griboedov / Shutterstock.com)




Produktivkraft Technik erscheint grenzenlos

Auch in der technischen Entwicklung scheint es ab und an Punkte zu geben, an denen eine Steigerung zunächst unmöglich erscheint. Das Streben nach dem Schneller und Besser scheint an physikalische Grenzen zu kommen, die letztlich auch die Produktivität limitieren könnten. Meist dauert es an solchen Punkten angekommen nicht lange, bis neue Technologien die bisherigen Grenzen der Produktivität weiter nach oben verschieben. Im Zusammenwirken der Produktivkräfte Mensch und Technik kommt es dann zu Produktivitätssteigerungen bislang ungekannten Ausmasses.

Auch neue Materialien und Rohstoffe sowie deren Kombinationen machen weitere Schritte in Richtung einer Produktivitätssteigerung möglich. Die technologische Entwicklung selbst erweist sich eher als ein Motor denn als eine Bremse in der Entwicklung der Produktivität.

Produktivitätsgrenze Marktübersättigung – das Horrorszenario für unbewegliche Unternehmen

Für viele Unternehmen scheint es ein Horrorszenario zu geben, das letztlich die wahre Grenze der Produktivität umreisst. Es geht um die totale Marktübersättigung. Dieser Zustand ist erreicht, wenn alle bisherigen und auch die künftig möglichen Zielgruppen mit einer Ware oder einem Produkt versorgt sind und die Weiterproduktion gewissermassen auf Halde fortgesetzt wird. Der Absatz stagniert, die Produktion muss gebremst werden und die Preise fallen. Letztlich wirkt sich dieser Umstand auf die Bilanzen der Unternehmen aus, die aufgrund einer vollständigen Marktübersättigung ihre Leistungen und Produkte am Markt nicht mehr verkaufen können. Darunter leiden besonders unflexible Unternehmen, die sich nicht in der Lage sehen, das Produktportfolio umzustellen oder signifikante Änderungen in der Bedürfnisstruktur herbeiführen zu können.

Künstlich geschaffene Bedürfnisse als Kaufanreiz

Oftmals wird dann zu künstlich geschaffenen Kaufanreizen tendiert, die einen neuen Markt aufbauen sollen. Sprich, es werden Waren, Leistungen und Produkte für Zielgruppen angepriesen, die in Wirklichkeit keinen Bedarf haben. „Must-have!“ lautet einer dieser künstlich geschaffenen Kaufanreize, die signalisieren, dass ein bestimmtes Produkt unbedingt erworben werden muss, um irgendeine Stellung im gesellschaftlichen System zu erreichen und aufrechterhalten zu können oder ein bestimmtes, bislang nicht empfundenes Bedürfnis zu befriedigen. Diese künstlich geschaffenen Kaufanreize haben nichts mit der wirklichen Bedürfnisstruktur der Menschen in einer bestimmten Altersgruppe, Lebenssituation oder sozialen Schicht zu tun und nutzen nur der weiteren Durchdringung brach liegender Marktsegmente, um hier die Produktivitätsgrenze Marktübersättigung weiter in die Ferne zu verschieben.

Unternehmerischer Kollaps: endgültige Marktsättigung



Eine tatsächliche Marktübersättigung stellt letztlich den absoluten unternehmerischen Kollaps dar. Es gibt keinen Grund mehr, die bisherige Produktivität auf das einzelne Produkt hin aufrechtzuerhalten. Darunter leiden manchmal nicht nur einzelne Abteilungen, auch ganze Unternehmen können an einem solchen Zustand zugrunde gehen. Besonders dann, wenn viele Unternehmen innerhalb einer Branche um die Marktsättigung mit einem bestimmten Produkt kämpfen, ist dieser Punkt relativ schnell erreicht. Dann wird dieses Produkt nicht mehr erstrebenswert und verliert zunehmend an Attraktivität.



Massnahmen zur Gegensteuerung

Jetzt muss entweder eine künstliche Verknappung her oder das Produkt muss von sich aus in einen völlig neuen Kontext zum Leben und zu den Bedürfnissen der Menschen gebracht werden. Günstiger ist es jedoch, einer solchen Marktübersättigung rechtzeitig zu begegnen.

Ein Mittel dazu sind relativ knapp gehaltene Angebote, um zunächst die Nachfrage zu steigern. Auch diese gesteigerte Nachfrage wird dann nur zum Teil befriedigt, bis ein Produktnachfolger auf den Markt gebracht wird. Dieser zeichnet sich durch verbesserte oder umfangreichere Funktionen aus und schafft so auch bei den Besitzern der Vorserie ein neues Bedürfnis. Auf diese Weise lassen sich Marktübersättigungen von vornherein ausschliessen, sofern die Konkurrenz sich ebenso am Markt bewegt.



 

Oberstes Bild: © Max Griboedov – Shutterstock.com



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Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.


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