Googles Bargeldreserven

26.05.2014 |  Von  |  News

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So kann man es auch machen: Google hat für Notzeiten etwa 30 Milliarden US-Dollar im Ausland deponiert, um für Übernahmen in Zukunft gerüstet zu sein. Was genau das Unternehmen damit vorhat, ist nicht klar – aber schuld könnte auch ein in jüngster Vergangenheit geplatzter Deal gewesen sein.

Druck von den Behörden



Die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC hatte Google dazu angehalten, Einsicht in die Geldreserven im Ausland zu gewähren. Bereits im Dezember 2013 wurde der Brief an die SEC gesendet, nun jedoch ist er auch frei einsehbar. 20 bis 30 Milliarden US-Dollar hält Google demnach für ein angemessenes Polster, um Firmen zu übernehmen und Patente zu kaufen. Namen möglicher Firmen, welche Google erwerben könnte, werden jedoch nicht genannt.

Schuld an den astronomischen Reserven im Ausland könnte auch eine gescheiterte Übernahme gewesen sein: Vor der Veröffentlichung des Briefes sollte eigentlich ein grösseres Unternehmen übernommen werden, die Verhandlungen waren aber gescheitert. Das Volumen dieser Akquisition hätte den Deal mit dem Kartendienst Waze für eine Milliarde US-Dollar noch deutlich übertroffen – wenn es denn so weit gekommen wäre. Als grosser Aufkäufer ist Google unterdessen nicht bekannt: 27 Milliarden US-Dollar hat der Suchmaschinenbetreiber in den vergangenen zehn Jahren für Firmenaufkäufe ausgegeben, ein Grossteil davon entfällt auf den Motorola-Zukauf.

Unter den Augen des Kartellamts

Weitere vier Milliarden US-Dollar werden weiterhin aufbewahrt, um Büros zu kaufen und Datenzentren zu erweitern. Zusammen mit dem Geld in den USA würde sich Googles Bargeldvermögen auf fast 60 Milliarden US-Dollar belaufen. Schlimm ist das natürlich nicht, aber gerade das Geld im Ausland ist den Steuerbehörden ein Dorn im Auge. Google selbst hält jedoch daran fest, sich an die Steuergesetze weltweit zu halten, und sieht sich damit im Recht.

Innerhalb der EU beäugt man Google ebenfalls kritisch: Ein marktbeherrschendes Unternehmen sei der Konzern mittlerweile, findet Andreas Mundt vom deutschen Kartellamt. Viel weiter – und in unrealistische Gegenden – spinnt der deutsche Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel seine Fantasien: Nach ihm müsste Google zuerst reguliert und anschliessend vielleicht zerschlagen werden. Ob der Staat in die Wirtschaft eingreifen sollte, sei dahingestellt – aber immerhin erkennen wir daraus, dass es Google derzeit zumindest wirtschaftlich blendend geht.



 

Oberstes Bild: © rzstudio – Shutterstock.com



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