Karriere – will ich das überhaupt?

14.05.2014 |  Von  |  Selbstmanagement
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Karriere – will ich das überhaupt?
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Karriere ist doch eine gute Sache – oder nicht? In Unternehmerkreisen ist der Begriff sowohl mit positiven als auch negativen Bedeutungen besetzt. In diesem Artikel diskutieren wir daher, was Karriere überhaupt ist und ob es sich lohnt, diesen vermeintlichen Erfolg zu erstreben.

Die zwei Seiten der Karriere
Grundsätzlich ist die Bedeutung von Karriere in zwei unterschiedliche Bereiche eingeteilt:



  • Beispielsweise lassen Aussagen wie „Der hat aber schnell Karriere gemacht!“ darauf schliessen, dass diese Person Karriere als etwas Positives empfindet. In diesem Zusammenhang gehen mit Karriere zahlreiche andere Eigenschaften einher: Erfolg, Status, Macht, Ansehen, Einfluss und eine wahrscheinlich strahlende Zukunft. Über die negativen Seiten des Begriffs wird hier nicht nachgedacht. Anhänger dieser Botschaft sind vor allem ältere Personen und Unternehmen.
  • Gleichzeitig kann Karriere aber auch deutlich negativ beschrieben werden. „Wenn der weiter so mit seinen Kollegen umgeht, macht er immerhin eine schnelle Karriere.“ In diesem Satz wird Karriere als etwas beschrieben, wofür man Durchsetzungsvermögen benötigt – im negativen Sinne. Erfolg ohne Kompromisse, Grenzen, Rücksicht oder Sympathie für andere wird dem typischen Karrieremenschen gerne unterstellt. Gerade für die jetzt frischen Mitarbeiter hat Karriere häufig einen bitteren Beigeschmack.

Wie so häufig liegt auch hier der richtige Weg irgendwo dazwischen. Als Stichwort darf auch der Begriff Work-Life-Balance gelten, der gerade jungen Menschen wichtig ist. Arbeit und das eigentliche Leben sollen irgendwie ausbalanciert werden, ohne dass diese Personen eine klare Vorstellung davon haben, wie das überhaupt funktionieren soll. Das liegt auch daran, dass gar keine exakte Definition des Begriffs Karriere gegeben ist. In den folgenden Absätzen wollen wir daher untersuchen, was Karriere genau bedeuten kann.

Wie entsteht Karriere?

Zunächst darf Karriere nicht als allgemeingültiger Begriff verstanden werden. Im Optimalfall ist sie etwas Persönliches: Wer seine Vorstellungen von Karriere anhand von Vorbildern aufbaut, wird fast zwangsläufig enttäuscht. Beispielsweise haben Vorstände weltumspannender Konzerne sicherlich im klassischen Sinn Karriere gemacht – aber nur ein winziger Bruchteil aller infrage kommenden Personen wird jemals einen solchen Posten erreichen. Indem man sich eine Person in dieser Stellung als Vorbild nimmt, werden Ziele unerreichbar hoch gesteckt.



Besser ist es, Karriere persönlich zu definieren: Welche Fähigkeiten habe ich, wie kann ich diese bestmöglich einsetzen und ist das überhaupt möglich, ohne dabei Familie, Freunde, Freizeit, Hobbys und Reisen zu vernachlässigen? Karriere ist für junge Menschen häufig eine Kombination aus Arbeit und Leben, die veralteten Muster sollten daher nicht mehr als Massstab genommen werden. Auch das Verharren in einer bestimmten Berufsrichtung gilt nicht mehr als richtig. Wer als Schuster nur bei seinem Leisten bleibt, führt zwar ein wahrscheinlich sicheres Leben, aber gleichzeitig schränkt diese Philosophie auch die Entdeckung neuer Fähigkeiten drastisch ein.

Auch Unternehmen profitieren von Karrieren. (Bild: Yuganov Konstantin / Shutterstock.com)

Auch Unternehmen profitieren von Karrieren. (Bild: Yuganov Konstantin / Shutterstock.com)




Auch Unternehmen profitieren von Karrieren

Als Unternehmer könnte man nun leichtfertig sagen, dass diese neue Generation zwar jedes Recht habe, ihr Leben nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten, aber dass diese Menschen für Unternehmen natürlich einen geringeren Wert hätten. Wer nicht viel arbeiten möchte, leistet doch zwangsläufig weniger als der typische Karrieremensch, der für das Unternehmen lebt, oder? Insgesamt ist diese Ansicht zu kurz gedacht, denn auch Betriebe profitieren von einer gesunden Einstellung zu Leben und Arbeit.



Wenn ein Mitarbeiter seine Fähigkeiten perfekt einsetzt und gleichzeitig noch Spass am Leben durch eine Balance mit seiner freien Zeit erreicht, führt das zwangsläufig zu einem wahrscheinlich glücklichen Leben. Zufriedene Personen arbeiten motiviert, eigenständig und sehr sorgfältig. Sie sehen den Weg zur Arbeit nicht als notwendiges Übel an, um den Lebensunterhalt zu verdienen, sondern möchten dem Unternehmen tatsächlich helfen. Aus der Sicht dieser Menschen haben sie bereits Karriere gemacht – und zwar in Form eines glücklichen Lebens und nicht als zeitlich unflexibler Vorstand eines grossen Konzerns.

Karriere im 21. Jahrhundert

Weiterhin haben sich in den letzten Jahren auch die Ansichten in Bezug auf klassische Karrieremuster geändert. Beispielsweise wäre es fast unmöglich gewesen, als alleinerziehende Mutter vor 30 Jahren einen wichtigen Posten beispielsweise als Eventmanagerin in einem Unternehmen innezuhaben und gleichzeitig von zu Hause aus zu arbeiten. Heute hingegen ist das durchaus möglich, weil auch Unternehmen die Vorteile glücklicher Mitarbeiter erkannt haben. Der Begriff der Karriere an sich, der nur eine einzige Möglichkeit zum beruflichen und sozialen Aufstieg beschreibt, existiert heute nicht mehr. Vielmehr verbirgt sich dahinter eine schwammige Definition, die weiter aufzuweichen droht.

Gleichzeitig wollen wir Flexibilität, Lebenszeit, Freizeit und all die anderen schönen Dinge auch nicht über die Karriere des typischen „Ellenbogentypen“ stellen. Wer möchte, darf auch weiterhin gerne alles tun, um ein Unternehmen ohne Rücksicht auf die eigenen Vorstellungen voranzubringen. Vielmehr soll dieser Artikel dazu animieren, die eigenen Ziele zu hinterfragen und zu reflektieren – um dann vielleicht festzustellen, dass der klassische Weg nach oben durch einige Haltestationen vielleicht noch sehr viel interessanter und vielseitiger gestaltet werden kann.



 

Oberstes Bild: © Peshkova – Shutterstock.com


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