Karriereplanung: Welches Tempo passt dazu?

16.04.2014 |  Von  |  Selbstmanagement
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Karriereplanung: Welches Tempo passt dazu?
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Hochschulabsolventen starten in der Regel mit recht konkreten Karrierezielen in die Arbeitswelt. Viele haben sich durch Auslandsaufenthalte und gezielte Praktika auf diesen Zeitpunkt vorbereitet. Im Unternehmen beginnt der Karriereweg jedoch zunächst in kleinen Schritten – nicht wirklich schlimm, wenn die Arbeitsaufgaben motivierend sind und auch das Arbeitsklima stimmt.

Ein zu langes Verharren auf derselben Position kann allerdings auch zum Karrierekiller werden. Hier kommt der Faktor Zeit ins Spiel – auch das Timing einer erfolgreichen Karriere wollen geplant sein. Zeit spielt im Übrigen auch schon vor dem Eintritt in eine bestimmte Firma eine Rolle. Bin ich bereits zu alt für den Job? Oder womöglich noch zu jung? Mit welchen Fristen für das Bewerbungsverfahren muss ich rechnen? Später stellt sich vielleicht die Frage, wann der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel ist – innerhalb oder ausserhalb des Unternehmens. Wir geben einen Überblick, an welchen Punkten der Faktor Zeit für die Karriereplanung wichtig werden kann.



Zu jung oder zu alt für eine erfolgreiche Bewerbung?

Auch in der Schweiz ist der Bachelor inzwischen der erste Studienabschluss, in der Regel wird er nach einer dreijährigen Studienzeit erworben. Seit seiner Einführung plagen viele Absolventen ganz neue Sorgen: Sie befürchten, dass potenzielle Arbeitgeber sie nicht akzeptieren, da sie für die eine oder andere vakante Position einfach noch „zu jung“ sind. Berechtigt ist diese Befürchtung ebenso wenig wie die Idee, dass ein vergleichsweise später Abschluss den Berufseinstieg schwierig machen wird.

Die Personalverantwortlichen in den Unternehmen interessiert vor allem, ob ein Bewerber in der Lage ist, seinen Werdegang schlüssig zu begründen. Wichtig sind nicht das Alter, sondern ein souveräner Auftritt und gute Argumente zur persönlichen Eignung für die offene Stelle. Wer sein Studium deutlich über die Regelstudienzeit hinaus verlängert hat, ist ebenfalls nicht chancenlos, wenn er erklären kann, was er in dieser Zeit getan hat und welche Rolle dies für seine Arbeit spielt. Die L’Oréal-Personalmanagerin Yvonne van de Finn sagt beispielsweise, dass der Konzern in den vergangenen Jahren sowohl 21-jährige Bachelors als auch Promovierte im Alter über 30 eingestellt habe.

Der richtige Zeitpunkt für die Bewerbung?



Bewerbungsverfahren für qualifizierte Positionen brauchen Zeit. Zwischen dem Eingang des Bewerbungsschreibens und der endgültigen Entscheidung kann bis zu einem halben Jahr vergehen. Bewerber, die einen bestimmten Einstiegstermin ins Auge fassen, sollten also mit längeren Fristen kalkulieren. Die zweite Frage für eine chancenreiche Bewerbungsphase ist: Soll ich meine Unterlagen nur wenigen präferierten Arbeitgebern schicken oder sie doch etwas breiter streuen? Der Tendenz nach besser Letzteres, solange echtes Interesse an der Vakanz erkennbar ist – nicht jede Bewerbung ist erfolgreich. Die Jobbörse Staufenbiel, die sich mit ihren Angeboten speziell an Studierende und Absolventen wendet, hat für den deutschen Arbeitsmarkt ermittelt, dass 2012 nur jede zehnte Bewerbung zu einem Vorstellungsgespräch geführt hat, jeder fünfte aus dieser Gruppe wurde schliesslich eingestellt. Die Erfolgsquote in der Schweiz dürfte allerdings spürbar höher liegen. 

Welche Zeit ist für den nächsten Karriereschritt angemessen? (Bild: beermedia / Fotolia.com)

Welche Zeit ist für den nächsten Karriereschritt angemessen? (Bild: beermedia / Fotolia.com)

Welche Zeit ist für den nächsten Karriereschritt angemessen?



Eine pauschale Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Optimal ist, wenn der Aufstiegskandidat auf seinem bisherigen Arbeitsplatz alle Kenntnisse und Fähigkeiten entwickeln und ausprobieren konnte, die er für die nächste Karrierestufe braucht. Für Produktmanager sind etwa drei Jahre auf derselben Stelle angemessen, im Forschungs- und Entwicklungsbereich sind eher fünf Jahre die Regel. Karriereexperten raten Berufsanfängern in dieser Hinsicht zu Gelassenheit: Zum einen müssen sie erst zeigen, was sie können. Zum anderen ist der angestrebte Karriereschritt vielleicht sogar verfrüht, wenn ein Mitarbeiter das Gefühl hat, auch auf seiner aktuellen Position noch einiges lernen zu können. Eine aktuelle Studie förderte übrigens gerade erst zutage, dass sich in Schweizer Unternehmen die Frage oft aus einer anderen Richtung stellt: Viele Firmen befördern junge High Potentials schnell, um sie nachhaltig an sich zu binden – und überfordern die begehrten Talente, deren Karriereerwartungen sie eigentlich erfüllen wollen, damit in vielen Fällen.

Interner Aufstieg oder Unternehmenswechsel?



In den ersten fünf Jahren nach dem Berufsstart wechselt mehr als die Hälfte der Hochschulabsolventen ihren Arbeitgeber. Vielen von ihnen geht es dabei nicht nur um ein höheres Gehalt, sondern auch darum, mit dem Stellenwechsel ihren „Marktwert“ offensiv zu kommunizieren. Für die Vita kann allerdings auch ein interner Aufstieg ein Pluspunkt sein – er zeigt, dass der Arbeitgeber dem Betreffenden vertraut und seine Fähigkeiten honoriert. Die Notwendigkeit eines Wechsels kann jedoch auch aus der Unternehmensgrösse resultieren: Grosse Konzerne bieten in der Regel auch zahlreiche Aufstiegschancen, im Mittelstand sind interessante Stellen respektive Führungspositionen dagegen oft dauerhaft besetzt.

Wenn sich in einem solchen Fall nach drei Jahren keine realistische Karriereperspektive bietet, bleibt ambitionierten Mitarbeitern meist nicht viel anderes als ein Wechsel. Auch mittelständische Unternehmen sind nicht unattraktiv. Vor allem dann, wenn die Firma etwas grösser ist und international agiert, kann sie Berufsanfängern interessante Karrierechancen eröffnen. Das entscheidende Plus sind die im Vergleich zu Grosskonzernen oft flacheren Hierarchien. Ausserdem gibt es bessere Möglichkeiten, sich als Allrounder zu profilieren.

Personalverantwortliche bewerten einen Arbeitgeberwechsel jedenfalls nicht immer positiv. Gern gesehen sind Wechsler, die eine solche Entscheidung mit dem Wunsch dazuzulernen und mit besseren Entwicklungsperspektiven begründen. Man muss die Motive glaubwürdig erklären können. „Jobhopper“, denen es bei einem Wechsel erkennbar nur um mehr Geld und einen höheren Status geht, sind hier in einer deutlich schlechteren Position – zumal ihre Loyalität auch beim neuen Arbeitgeber zu wünschen übrig lassen dürfte.



 

Oberstes Bild: © fotogestoeber – Fotolia.com



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