Geschäftsreisen mit Hotel – Vorsicht Falle!

18.03.2014 |  Von  |  Organisation

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Ja, Geschäftsreisende haben ihre Bleibe auf Zeit oftmals im Hotel. Nein, bei weitem nicht alle Hotels erweisen sich als Falle. Aber immer wieder begegnen mir Hotels, die mit aberwitzigen Ideen dem Gast unverschämt tief in die Tasche greifen oder für Verwirrung bis hin zu echtem Ärger sorgen.

In diesem Beitrag wird nicht das System Hotel an sich schlecht gemacht. Viel mehr gibt es hier amüsante, ärgerliche und wundersame Anekdoten, die nicht immer wirklich lustig, geschweige denn gastfreundlich sind. Konkrete Hotelnamen gibt es natürlich nicht, aber so mancher Geschäftsreisender wird sich und die Situation schnell wiedererkennen.



Parkhaus für Fahrräder

Besonders in Innenstadtlagen sind auch in der Nähe von Hotels Parkplätze Mangelware. Schön, wenn das Hotel dann eine eigene Tiefgarage hat. Ärgerlich aber, wenn der Stellplatz locker schon mal 10 Franken am Tag kosten kann. Noch komischer wird es, wenn die vorgezeichneten Parkflächen gerade mal für einen Smart oder zwei Fahrräder reichen. Dann besetzt man eben mal zwei Stellflächen und bezahlt eben auch doppelt.

Vertrauensvorschuss? Nein Danke!

An der Rezeption werde ich noch vor der ausgesprochen netten Begrüssung erst einmal misstrauisch beäugt. Wieder ein Hoteldieb, der sich am Inhalt der Minibar bereichert oder gar den Bademantel rausschmuggelt? Vielleicht will der auf dem Zimmer auch noch rauchen? Hartnäckig werde ich nach meiner Kreditkarte gefragt. Ist die einmal hingegeben, wird sofort eine Kaution abgebucht. Für eventuell zahlungspflichtige Hotel-Fernsehangebote, für den geklauten Badteppich und natürlich für den Inhalt der Minibar. Ich bekomme ja alles wieder, wenn beim Auschecken nichts fehlt.



Die Zimmersuche

Endlich habe ich meinen Zimmerschlüssel. Eigentlich eine Plastikkarte. 537 – klingt nach vielen Zimmern. Letztlich heisst das aber nur Etage fünf, Zimmer 37. Die Ausschilderung verwirrt und so suche ich lange nach meinem Zimmer. Gerade Zahlen linker Flur, ungerade Zahlen rechter Flur. Logisch. Verwinkelte Gänge und winzig kleine Zimmerzahlen machen die Fahndung noch aufregender.



Mit Schlüssel wäre das nicht passiert

Als Türschloss gibt es hier einen Kartenleser. Also Karte in allen verschiedenen Möglichkeiten eingeführt, nichts passiert. Noch einmal dasselbe Spiel. Nichts. Also zurück an die Rezeption. Oh, man hat vergessen die Karte neu zu codieren. Aus Sicherheit wird das nach jedem Gastwechsel gemacht. Dann eine lange Erklärung, wie die Karte einzuführen sei. Schlimmer als am Bankomaten.

Drück mich und vergiss mein nicht

Endlich im Zimmer wird es wieder spannend. Eine ganze Armada an Schaltern begrüsst mich gleich neben der Tür. Ich drücke hier und drücke da, es bleibt dunkel. Dann die Erleuchtung. Erst den unteren Schalter drücken, der gibt den Strom im Zimmer frei. Und dann suchen mit welchem Schalter welches Licht angeht. Holla, mit dem in der Mitte kann ich von der Tür aus den Fernseher einschalten. So werden keine neuesten Informationen aus dem Hotel versäumt. Klasse!

Jetzt aber gemütlich machen

Kofferablage, Fehlanzeige. Schrank eher winzig und vor allem hat der gar keine Böden. Nur eine Reihe klappernder Bügel starrt mich an. Also hänge ich meine Socken auf den Bügel. Und den Slip gleich daneben. Was soll’s? Ich kann ja auch aus dem Koffer leben. Der Fernseher steht günstig, nur der Stuhlsessel nicht. Und der lässt sich im engen Zimmer auch kaum besser stellen. Dann eben Relaxen im Liegen. Ist sowieso viel bequemer.



Begrüssungsgetränk mit Klasse

Eine Flasche Mineralwasser grinst mich an. Das Glas gleich daneben scheint auf Hochglanz poliert. Nur der Kapselheber fehlt. Als vielreisender Mann habe ich natürlich ein Taschenmesser. Nach dem ersten Schluck des heftig sprudelnden Wassers die Überraschung. Unter der Flasche ein kleiner Zettel mit Preisvermerk. 5 Franken. Offenbar ein wirklich edler Tropfen, von dem ich bei Aldi um die Ecke mindestens einen ganzen Kasten zum gleichen Preis bekommen hätte. Da wird es doch spannend, was die kleine Schokotafel in der Grösse eines Betthupferls kostet. Auch 5 Franken. Einheitspreise machen das Rechnen leichter. Solange man die Minibar zu lässt. Dann nämlich wird es richtig teuer.

Eiszeit ganzjährig garantiert

Irgendwie wird es mir kalt. Ich drehe die Heizung voll auf. Auch nach einer halben Stunde keine Änderung. Fröstelnd tappe ich zur Heizung, die bleibt kalt. Vielleicht ist hier auch Wärme kostenpflichtig. Ich denke über die weltweite Klimaerwärmung nach und wünsche mir ein Stück davon hierher. Dann die Erleuchtung. Ah, Klimaanlage. Die hat aber nur Kühlstufen und keine Heizfunktion. Also Eiszeit zu jeder Jahreszeit. Dann wärme ich mich eben unter der Dusche auf.

Achtung! Nicht aufhängen!

Habe ich eigentlich nicht vor. Schön wäre es, wenn es im kleinen aber feinen Badezimmer wenigstens ein paar Haken und Ablagen gäbe. Nichts da! Also lege ich alles was geht auf das WC, den Rest auf den Boden. Einen Duschvorhang gibt es nicht, dafür eine Duschtür, die sich nicht schliessen lässt. So wird aus dem Badezimmer schnell so etwas wie ein Dusch-Klo. Am Ende natürlich alles nass, inklusive meiner Wäsche und der Handtücher. Also trockne ich mich heute mal nass ab.

schlafender Mann

Kampf in den Schlaf. (Bild: Light Impression / Fotolia.com)

Kampf in den Schlaf

Naja, morgen kann ich ja denn endlich mein Seminar durchführen. Bis dahin ist Schlaf die beste Lösung. Sofern man den Kampf mit Matratzen, Decken, Kopfkissen und Bettwäsche gewinnt. Und dann immer der Lärm klappernder Damenschuhe auf dem Flur. Ein Teppichboden wäre nicht schlecht gewesen. Nach zwei Stunden vergreife ich mich dann doch an der Minibar. Zwei Dosen Bier und zwei Miniflaschen Wodka machen das Einschlafen vielleicht leichter. Auch ein guter Schlaf hat seinen Preis! Wenn ich jetzt nur noch den richtigen Schalter für das Licht finde. Gute Nacht!



 

Oberstes Bild: © fhmedien_de – Fotolia.com

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.


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