Damit Versandkosten nicht zum Kundenschreck werden: Keep it simple

15.10.2013 |  Von  |  Organisation, Web

Geschätzte Lesezeit: 4 minutes

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Versandkosten sind ein fester Bestandteil des E-Commerce. Allzu oft passiert es jedoch, dass potenzielle Käufer den Webshop genau dort verlassen, wo sie mit den Versandkosten konfrontiert werden. Warum das so ist, und was Sie dagegen tun können, zeigen wir Ihnen im folgenden Beitrag. Die Botschaft lautet: Keep it simple!

Versandkosten decken den Aufwand für Kommissionierung, Verpackung und den Versand selbst. Dieser wiederum wird von den Logistikunternehmen nach komplexen Formeln berechnet. Als Unternehmer sollten Sie diese Komplexität jedoch nicht an Ihre Kunden weitergeben.



Die Lieferkosten errechnen sich aus Kenngrössen wie Gewicht, Grösse, Lieferzeitpunkt und Fragen der Versicherung. Doch das können Sie getrost den Logistikunternehmern überlassen. Denn eine einfache Versandkostenstruktur spart Ihnen Arbeit – und dem Kunden unnötige Entscheidungen.

Versandkostenstruktur: So einfach wie möglich

Der Punkt ist: Jede Entscheidung ist zwar ein Ausdruck von Freiheit, bringt aber unweigerlich einen gewissen Stress mit sich. Denn wenn nicht entschieden wird, geht es nicht weiter! Eben deswegen sollte jeder E-Commerce-Händler ernsthaft überlegen, seine Versandkostenoptionen auf ein absolutes Minimum herunterzuschrauben. Und das lautet: Nur noch einziger Versandkostentarif, der dem Kunden gleich zu Beginn des Bestellprozesses zugesichert wird! So unglaublich sich das anhören mag – es ist das Beste für beide Parteien. Denn stellen Sie sich vor, der Kunde müsste (wie in vielen Webshops noch der Fall) 1. überlegen, ob er das Produkt gegen Aufpreis schneller erhalten möchte und 2. die Überraschung über die Höhe von nach Gewicht und Grösse differenzierten Versandkosten hinnehmen – und das kurz vor Abschluss des Bestellvorgangs, weil eine pauschale Aussage ja nicht möglich ist. Sehen Sie auch die Gefahr, dass hier jemand abspringt und in Zukunft bei einem kundenfreundlicheren Onlineshop einkauft?

Die Lösung heisst Mischkalkulation. Man bietet seinen Kunden einen einzigen Versandkostentarif an, der als guter Durschschnittswert der anfallenden Lieferkosten aller im Sortiment verfügbaren Produkte errechnet wird. Dieser Preis sollte für den Kunden natürlich attraktiv sein.




Kostenloser Versand

Psychologisch noch klüger ist es, grundsätzlich kostenlosen Versand anzubieten. Dafür müssen die Versandkosten natürlich in den Warenpreis mit eingepreist werden. Das ist auch bei kleinen Preiserhöhungen der Logistikunternehmen die Methode der Wahl. Dem Kunden fällt es kaum auf, und der Unternehmer hat weniger Aufwand. Gerade bei grösseren Gewinnmargen ist der kostenlose Versand finanziell problemlos realisierbar. Wahrscheinlich wird das Attribut “Kostenloser Versand” von Kunden auch deswegen so positiv aufgenommen: Wer kostenlos versendet, macht wahrscheinlich viel Umsatz, und wer viel Umsatz macht, muss sich bewährt haben.



Ein Kompromiss aus den beiden bisher genannten Wegen wäre, kostenlosen Versand ab einem bestimmten Bestellwert anzubieten – bei sonst einheitlicher Preisgestaltung.

Ausnahmen: Sperrige Güter, Versand ins Ausland

Was aber machen, wenn man im Sortiment Produkte führt, die in Grösse und Gewicht erheblich vom Rest abweichen, und deswegen auch in den Lieferkosten? Hier kann man durchaus (bei reichtzeitiger Belehrung des Kunden) eine Zweiteilung vornehmen:

  • Standard-Versand (kostenlos oder einheitlicher Preis)
  • Versandkosten für besonders schwere und/oder grosse Produkte

Gleiches gilt für Sendungen ins Ausland. Unterteilen Sie die Versandkosten auch hier maximal in zwei Bereiche, zum Beispiel Europa und restliche Welt oder EU-Ausland/Nicht-EU-Ausland.

Expressversand anbieten?

Mit dieser Frage hat sich wohl schon jeder E-Commerce-Händler herumgeschlagen. Soll man den Kunden einen Expressversand innert eines Tages oder sogar über Nacht anbieten? Unsere Meinung: Nein. Denn länger als 3 Werktage braucht ein Paket in der Schweiz (und den meisten Nachbarländern) auch beim Standardversand nicht, um beim Kunden anzukommen. Wer allerdings in einem Bereich tätig ist, in dem sehr kurzfristige und dringende Bestellungen vorkommen, kann diese Option natürlich trotzdem in Erwägung ziehen.



 

Oberstes Bild: © VRD – Fotolia.com



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