Weniger Steuerbelastung für forschungsintensive Unternehmen

Dank der innovationsfreundlichen Ausgestaltung des Schweizer Steuersystems ist die Steuerbelastung für forschungsintensive Unternehmen tiefer als im Schweizer Mittel. Bei einer durchschnittlichen Forschungsintensität reduziert sich die effektive Steuerbelastung im Schweizer Schnitt von 13.5 auf 12.1 Prozent, bei einer sehr hohen Forschungsintensität auf 9.0 Prozent.

Besonders Hochsteuerkantone können ihre Standortattraktivität für forschungsintensive Unternehmen durch die umfassende Nutzung der international konformen FuE-Instrumente deutlich verbessern. Die für innovationsintensive Unternehmen steuerlich attraktivsten Kantone liegen in der Zentral- und Ostschweiz.

Erhaltung der Standortattraktivität durch Innovationsförderung

Die Schweizer Wirtschaft ist stark auf technologisch führende Produkte und Dienstleistungen spezialisiert. Daher sind unternehmerische Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten entscheidend für das Schweizer Wirtschaftswachstum und künftigen Wohlstand. Wie in zahlreichen anderen Ländern gibt es in der Schweiz seit 2020 mit dem Bundesgesetz über die Steuerreform und AHV-Finanzierung (STAF) steuerliche Instrumente, um die Steuerbelastung von Unternehmen mit Forschungstätigkeit zu reduzieren. Dies sind eine Patentbox (steuerliche Begünstigung von Einnahmen aus Patenten) und FuE-Abzüge (steuerliche Begünstigung von Ausgaben für Forschung und Entwicklung).

Diese kantonalen Instrumente sind mit einer Entlastungsbegrenzung versehen, um ein „race to the bottom“ und damit verbundene Steuerausfälle zu begrenzen. Die Kantone können die STAF FuE-Instrumente innerhalb gewisser Parameter frei ausgestalten und an ihre spezifischen Bedürfnisse anpassen. Die gesetzlich maximal möglichen FuE-Ermässigungen werden von neun Kantonen, unter anderem Bern und Zürich, gewährt. In sechs Kantonen z.B. Basel-Stadt wird hingegen neben der Patentbox kein zusätzlicher Abzug für F&E-Aufwand gewährt. Mit den STAF FuE-Instrumenten fördern die Kantone die Innovationsaktivitäten von Unternehmen und erhalten ihre Standortattraktivität im internationalen Steuerwettbewerb.

Im Rahmen des Projekts BAK Taxation Index, welches in enger Kooperation mit dem ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung erstellt wird, wurde untersucht, wie sich die STAF FuE-Instrumente auf die EATR-Steuerbelastung (d.h. die effektive Durchschnittssteuerbelastung) für Unternehmen im Jahr 2024 auswirken.

Deutliche Reduktionen der Steuerbelastung durch FuE-Instrumente

BAK Economics hat für den Rechtsstand 2024 berechnet, welche zusätzlichen Entlastungen mit den STAF FuE-Instrumenten für forschungsintensive Unternehmen möglich sind. Das Ausmass der Reduktion der effektiven Durchschnittssteuerbelastung (EATR) fällt je nach Forschungsintensität der Unternehmen unterschiedlich aus. Bei Unternehmen mit einer durchschnittlichen Forschungsintensität reduziert sich die effektive Steuerbelastung im Schnitt über alle 26 Kantone um 1.4 Prozentpunkte, von 13.5 Prozent (Referenzgrösse BAK Taxation Index ohne FuE-Instrumente) auf 12.1 Prozent.

Die Entlastungsbegrenzung greift in diesem Fall nur in einem Kanton. Bei sehr forschungsintensiven Unternehmen sinkt die Belastung durchschnittlich um 4.5 Prozentpunkte auf 9.0 Prozent. Die Entlastungsbegrenzung greift nun bei 11 Kantonen. Im Grenzfall (Unternehmen mit reiner Forschungstätigkeit) beträgt die durchschnittliche effektive Steuerbelastung 8.0 Prozent (-5.5 Prozentpunkte). Die Entlastungsbegrenzung greift nun bei nahezu allen Kantonen (23).

Gegenüber dem Jahr 2022 ist die Steuerbelastung bei einer durchschnittlichen Forschungsintensität in den meisten Kantonen stabil geblieben. In einigen Kantonen hat sich die Steuerbelastung aufgrund von Anpassungen bei Steuersätzen und -füssen geändert. Zu Änderungen bei der Ausgestaltung der FuE-Instrumente kam es in keinem Kanton.

FuE-Instrumente sind in entwickelten Volkswirtschaften weit verbreitet. Gegenüber den meisten internationalen Vergleichsstandorten weisen die Schweizer Kantone bei einer durchschnittlichen Forschungsintensität eine tiefere Steuerbelastung auf. In Irland, Singapur und Frankreich werden forschungsintensive Unternehmen aufgrund grosszügiger FuE-Instrumente hingegen weniger stark besteuert als im Schweizer Schnitt.



Hochsteuerkantone verbessern ihre Wettbewerbsfähigkeit

Das Ausmass der steuerlichen Entlastung durch die FuE-Instrumente hängt von der kantonalen Ausgestaltung sowie dem Niveau der ordentlichen Steuerbelastung ab. Dadurch kann die resultierende steuerliche Entlastung zwischen den Kantonen stark variieren. Besonders Kantone mit einer hohen ordentlichen Steuerbelastung können mit grosszügigen FuE-Instrumenten die effektive Steuerbelastung stark senken. Dadurch können sich Kantone wie Bern und Zürich bei einer hohen Forschungsintensität im Ranking deutlich nach vorne bewegen. Dennoch führen die Tiefsteuerkantone aus der Zentral- und Ostschweiz das Ranking weiterhin an.

 

Quelle: BAK Economics
Bildquelle: Suteren Studio/Shutterstock.com

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