Swiss Money Map 2022: Ein Bargeldatlas für die Schweiz (Video)

Die Verwendung von Bargeld ist in der Schweiz seit einiger Zeit rückläufig. Dennoch bleibt Bargeld ein wichtiges Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel. Daher ist es für viele Schweizerinnen und Schweizer wichtig, Bargeld einfach abheben und einzahlen zu können.

Wie und wo man Zugang zu Bargeld hat, zeigt die neu aufgelegte HSG-Studie „Swiss Money Map“.

Das Projekt „Swiss Money Map“ untersucht erstmals die räumliche Verteilung von Geldautomaten und Bankfilialen in der Schweiz. „Auf der Grundlage des Schweizer Strassennetzes berechnen wir die tatsächlichen Distanzen und Fahrtzeiten zur nächstgelegenen Bargeldbezugsstelle. Wir beabsichtigen, unseren Datensatz und das interaktive Dashboard (dashboard.moneymap.ch) jedes Jahr zu aktualisieren, um ein umfassendes Verständnis der Bargeldzugangsstellen im Laufe der Zeit zu vermitteln“, sagt Dr. Tobias Trütsch, Studienautor und Leiter des Center for Financial Services Innovation (FSI-HSG) an der Universität St.Gallen.

Guter Zugang zu Bankautomaten

Die Untersuchung zeigt: Das Netz der Geldautomaten und Bankfilialen ist in vielen Teilen des Landes relativ dicht. Die Schweizer Bevölkerung hat demnach insgesamt einen guten Zugang zu Bargeld: Sie wohnt in einer durchschnittlichen Entfernung von 1,1 km zu einem Geldautomaten und von 1,6 km zu einer Bankfiliale.

Die durchschnittliche Fahrzeit zum nächsten Geldautomaten und zur nächsten Bankfiliale beträgt 3,6 bzw. 4,1 Minuten. Die Wegstrecken und -zeiten nehmen mit der Grösse der Gemeinde ab. Kleine, städtisch geprägte Kantone wie Basel-Stadt und Genf weisen sehr kurze Wegstrecken und -zeiten zum nächstgelegenen Bargeldbezugsort auf, während diese beiden Variablen in eher ländlich geprägten Kantonen tendenziell zunehmen. Rund zwei Drittel bzw. die Hälfte der Bevölkerung wohnen in einem Umkreis von 1 km um den nächsten Geldautomaten und die nächste Bankfiliale. 82% bzw. 74% der Bevölkerung benötigen weniger als 5 Minuten bis zum nächsten Geldautomaten bzw. zur nächsten Bankfiliale. In Gemeinden mit mehr als 50’000 Einwohnern erreicht die Hälfte der Menschen einen Geldautomaten (Bankfiliale) innerhalb von 300 m (900 m), in Gemeinden mit weniger als 2’000 Einwohnern sind es 2,1 km (3 km).

Je kleiner die Gemeinde, desto weiter entfernt der Zugang zu Bargeld

In einigen Gebieten ist der Zugang zu Bargeld allerdings stärker eingeschränkt: Mehr als 5 km müssen 2,6 % (rund 225’000 Einwohner) und 4,9% (rund 420’000 Einwohner) der Bevölkerung zurücklegen, um den nächsten Geldautomaten oder die nächste Bankfiliale zu erreichen. Diese Anteile steigen allmählich mit abnehmender Gemeindegrösse: 61% (58%) dieser Einwohner leben in Gemeinden mit weniger als 2’000 Einwohnern und 82% (80%) in Gemeinden mit weniger als 5’000 Einwohnern, um den nächsten Geldautomaten (Bankfiliale) zu erreichen.

Nur ein kleiner Teil der Schweizer Bevölkerung in jeder Gemeinde wohnt mehr als 5 km vom nächsten Geldautomaten und der nächsten Bankfiliale entfernt. Mehr als 40% der Bevölkerung in 236 bzw. 368 Gemeinden müssen mehr als 5 km zurücklegen, um den nächsten Geldautomaten bzw. die nächste Bankfiliale zu erreichen (10,9% bzw. 16,9% aller 2’172 Gemeinden). In diesen Gemeinden ist die Zahl der Einwohner eher gering, mit einer durchschnittlichen (medianen) Zahl von 579 (445) bei den Geldautomaten und von 896 (631) bei den Bankfilialen.

„Wir stellen fest, dass 921 (42,4%) und 1’172 (54,0%) der Gemeinden in der Schweiz nicht mit einem Geldautomaten oder einer Bankfiliale ausgestattet sind“, sagt Studienleiter Trütsch. Der Anteil der Gemeinden ohne Geldautomaten und Bankfiliale sei gerade in den Kantonen Basel-Landschaft, Waadt, Jura und Genf sehr hoch. Der Anteil der Personen mit einem Anfahrtsweg von mehr als 5 km ist in Gemeinden ohne Bancomaten (Bankfiliale) um 15 (18) Prozentpunkte höher (16,3% bzw. 19,9%) als in Gemeinden mit Bancomaten (Bankfiliale) (1,2% bzw. 1,7%). Die durchschnittliche Entfernung zum nächsten Geldautomaten (Bankfiliale) beträgt 3,4 km (3,7 km) in Gemeinden ohne Geldautomaten (Bankfiliale) im Vergleich zu 0,9 km (1,1 km) in Gemeinden mit Geldautomaten (Bankfiliale).

Bargeldversorgungssicherheit und Erreichbarkeit gewährleisten

Die Studienergebnisse ermöglichen eine ganzheitliche Überprüfung der Bargeldversorgungsicherheit in der Schweiz, ein Mandat der Schweizerischen Nationalbank. Weiterhin sind die Resultate der Untersuchung für die Schweizer Banken relevant, um ihr Filial- und Geldautomatennetz hinsichtlich Erreichbarkeit zu überprüfen.

 

Quelle: Universität St.Gallen (HSG)
Titelbild: Symbolbild © Wara1982 – shutterstock.com

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