Finanzielle Engpässe überbrücken: Das können Unternehmer & Selbstständige tun

19.11.2020 |  Von  |  Finanzen, News

Finanzielle Engpässe sind gerade zur Zeit für viele Selbstständige und Unternehmer ein bekanntes Problem. Dabei können die Problematiken immer auftreten und sind für die Betroffenen eine ernsthafte Gefahr.

Denn ein Engpass zieht nahezu immer einen sprichwörtlichen Rattenschwanz mit sich. Aber was können Unternehmer tun, wenn sie sich in der Situation befinden?

Kredit suchen

Für Selbstständige und Unternehmer ist es gerade im privaten Rahmen oft schwierig, einen Kredit zu erhalten. Die aus Kreditgebersicht unsicheren Geldeingänge erschweren die Aufnahme massiv. Dennoch sollte niemals zu schnell aufgegeben werden, denn auch Unternehmer erhalten für den geschäftlichen oder privaten Bereich einen Kredit. Wichtig ist nur:

  • Kredite vergleichen – dieser Schritt sollte niemals übersprungen werden. Günstige Konditionen sind beim Vergleich ebenso wichtig wie Sonderleistungen. Ein Kredit sollte immer Sondertilgungen, Ratenpausen und Ratenanpassungen ermöglichen.
  • Vorbereiten – gut ist, wenn man sich schon vor dem Vergleich vorbereitet. Wichtig sind Unterlagen, die die Einnahmen aus den letzten zwei Jahren, mindestens aber die das letzten Jahres bescheinigen. Auch mögliche Sicherheiten sollten bereitgehalten werden. Dabei ist es hilfreich, die Dokumente gleich zu digitalisieren, da viele Kredite mittlerweile vollständig online beantragt und geprüft werden.
  • Plan B – letztlich hilft es auch, einen Plan B zu haben. Dieser kann beispielsweise so aussehen, dass eine zweite Person als Kreditnehmer auftritt oder dass ein Kredit gemeinsam aufgenommen wird. In diesem Fall steht die zweite Person gleichzeitig als Sicherheit bereit.

Längst gibt es spezielle Kreditangebote, die sich nur an Selbstständige, Gründer und Unternehmer richten und die nicht nur die geschäftliche Ebene betreffen. Speziell auf diese Angebote zu schauen, erleichtert das Unterfangen ebenfalls.

Fördermittel ausloten

Hängt der finanzielle Engpass mit dem eigenen Geschäft zusammen, so könnten staatliche Hilfen in Anspruch genommen werden. Die Schweiz bietet gerade den Personen aus den stark betroffenen Bereichen Hilfen an. Auch Selbstständige sind inbegriffen:

  • Überbrückungskredite – insbesondere kleine und mittlere Unternehmen konnten auf Überbrückungskredite hoffen. Bei Krediten von bis zu 500.000 Franken wird der Kredit zu einhundert Prozent von dem Bund abgesichert, darüber sind es 85 Prozent.
  • Selbstständige – hier wurden nur die unmittelbar Betroffenen geschützt, doch gab es ebenfalls Überbrückungsgelder.

Die ersten Hilfemassnahmen liefen am 31. Juli aus. Doch auch bei der zweiten Welle sind Selbstständige und Unternehmer teilweise abgedeckt:

  • Unternehmen – sie können eine Kurzarbeitsentschädigung, Härtefallhilfen und teilweise auch Unterstützungskredite erhalten.
  • Einzelpersonen – Selbstständige erhalten einen Corona-Erwerbsersatz.

Grundsätzlich müssen sich Selbstständige und Unternehmer eigenständig über mögliche Hilfen informieren. Die Art, Weise und Höhe der etwaigen Hilfe hängt stets mit der Branche zusammen. Die besonders betroffenen Bereiche werden hier natürlich bevorzugt behandelt. Auch diesen die Fördermittel nicht dazu, ohnehin angeschlagenen Unternehmen zu helfen, sondern nur dazu, die durch die Coronakrise entstehenden Probleme abzumildern.

Da auch in der Schweiz rund um das erste Massnahmenpaket Betrugsfälle bekannt wurden, ist nun davon auszugehen, dass der Staat bei Anträgen genauer hinschaut und mehr Nachweise anfordert. Zu bedenken ist auch, dass die Hilfsgelder oft rasch zurückgezahlt werden müssen. Das ist gerade im Hotel- und Gastronomiebereich ein Problem, da davon auszugehen ist, dass das Geschäft nicht von heute auf morgen wieder voll anläuft.


Angebote sollten vorher immer genau gecheckt werden. (PhuShutter - shutterstock.com)

Angebote sollten vorher immer genau gecheckt werden. (PhuShutter – shutterstock.com)


Crowdlending nutzen

Beim Crowdlending kann sich ein Kredit ganz ohne Bank gesichert werden. Grundsätzlich gilt:

  • Kreditgeber – dies sind Einzelpersonen, oftmals Privatpersonen, die gemeinsam in ein Projekt investieren. Durch die fallenden Zinsen und die unsicheren Aktienmärkte investieren etliche Privatpersonen auf diese Weise. Somit können die möglichen Summen sehr unterschiedlich ausfallen. Von Kleinkrediten über wenige tausend Franken bis hin zu Krediten im 100.000er-Bereich ist viel möglich. Für die Kreditgeber herrscht natürlich immer die Gefahr des Komplettausfalls.
  • Kreditnutzer – das können Privatpersonen, aber auch Unternehmer und Start-ups sein. Die Plattformen stehen im Regelfall allen offen.
  • Plattformen – rund um das Crowdlending gibt es spezielle Plattformen, die sich auf diesen Bereich konzentrieren. Die Plattform dient praktisch als eine Art Börse: Suchender und Bieter finden sich und klären gemeinsam die Konditionen des Kredits.

Ganz ohne eine Prüfung funktioniert das Crowdlending natürlich nicht. Generell gibt es diesbezüglich jedoch massive Unterschiede. Einige Plattformen dienen tatsächlich nur dem Zusammenkommen und stellen sozusagen den Marktplatz dar, andere übernehmen mitunter die Prüfung und auch die korrekte Ausgestaltung des Kreditvertrags. Meist ist es so:

  • Digitaler Antrag – der Kreditantrag wird bei der Plattform gestellt. Im Antrag muss der Antragssteller die gewünschte Summe, die Laufzeit und weitere Konditionen niederlegen. Die Vermittlungsplattform prüft schon im Vorfeld die Person des Antragsstellenden. Alle Formalitäten laufen digital ab, sodass die Prüfung schnell geht. Eine ähnliche Prüfung muss übrigens auch der Kreditgeber durchlaufen. Auch hier wird gecheckt, ob derjenige überhaupt liquide ist oder ob sonstige Probleme offensichtlich sind.
  • Berechnung – durch die Prüfung wird die Bonität des Antragstellers bestimmt, sodass er in eine Risikoklasse eingeteilt werden kann. Die Risikoklasse entscheidet über die Konditionen des Kredits. Erst, wenn dies abgeschlossen ist, erscheint das Kreditgesuch auf der Plattform.

Nun können sich einzelne Kreditgeber oder mehrere Geldgeber dazu entscheiden, das benötigte Geld zu verleihen. Kommt es zu einer Übereinkunft, wird das Gesuch an eine übliche Bank weitergegeben, die nun das Darlehen realisiert. Das Crowdlending fungiert als Sicherheit für den Kredit.

Diese Lösung ist natürlich gerade im unternehmerischen Umfeld praktisch. Für private Zwecke wären eher Kredite von Privatleuten sinnvoller. Auch für diese Kreditform gibt es spezielle Plattformen, doch ist dort gezielt darauf zu achten, dass die Verträge für beide Seiten rechtssicher sind. Ein Fehler im privaten Kreditvertrag kann im Ernstfall bedeuten, dass die Rückzahlungssumme wesentlich höher wird oder dass der Kredit nicht auf zwei Jahre, sondern binnen zwei Monaten zurückzuzahlen ist.

Fazit – Kredite trotz Selbstständigkeit

Auch während der aktuellen Zeit haben Selbstständige und Unternehmer Chancen auf einen Kredit. Wird der finanzielle Engpass direkt durch Corona verursacht, kommen sogar staatliche Hilfen in Betracht.

 

Titelbild: ldutko – shutterstock.com

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