Immobilienwertsteigerung in der Schweiz und Europa: Trends und Prognosen

Die Immobilienmärkte in der Schweiz und in Europa haben in den letzten Jahren eine beachtliche Wertsteigerung erfahren. Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, wirtschaftliche Trends und sich verändernde Käuferpräferenzen haben die Immobilienwerte erheblich beeinflusst.

In diesem Blogbeitrag untersuchen wir die Faktoren, die zur Wertsteigerung von Immobilien in der Schweiz und in Europa beitragen, sowie die relevanten Daten für 2022 und die Prognosen für 2023/2024.

Wertsteigerung von Immobilien in der Schweiz

Der Schweizer Immobilienmarkt hat sich im Laufe der Jahre als widerstandsfähig und stabil erwiesen. Nach Angaben von SwissInfo haben die Immobilienpreise in der Schweiz inmitten der Pandemie einen bemerkenswerten Anstieg erlebt. In den Jahren 2022 und 2023 setzte sich die Immobilienwertsteigerung in der Schweiz trotz der unsicheren wirtschaftlichen Lage weltweit  fort.

Der Schweizer Wohnimmobilienpreisindex ist im 4. Quartal 2022 um 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen. Die Hauspreise haben ein Preiswachstum von 6,7 Prozent und die Wohnungspreise von 4,1 Prozent erreicht.

Bereits im Jahr 2021 verzeichneten Eigentumswohnungen eine Wertsteigerung von 6,7 Prozent und Einfamilienhäuser von 8,3 Prozent. Die Nachfrage auf dem Schweizer Immobilienmarkt lässt zwar leicht nach, aber bleibt immer noch auf hohem Niveau.

Prognose für Schweizer Immobilienpreise 2023/2024

Wenn wir einen Blick in die nahe Zukunft werfen, sehen wir gemischte Prognosen für den Zeitraum 2023/2024. Einige Experten gehen von einer möglichen Stagnation der Immobilienpreise aus, während andere sogar einen Rückgang in bestimmten Regionen erwarten. Die anhaltend niedrigen Zinsen dürften die Nachfrage stützen, während die Angebotsknappheit ein Schlüsselfaktor für die Wertsteigerung in Spitzenlagen bleiben wird.

Die Schweizerische Nationalbank hat jüngst den Leitzins von -0,75% auf 1% erhöht und im März 2023 nochmals um 0,5 Basispunkte auf 1,5% angehoben. Diese Zinserhöhungen könnten sich auf den Immobilienmarkt auswirken, da potenziell weniger Menschen in der Lage sein werden, eine Hypothek aufzunehmen. Eine solche Entwicklung könnte die Nachfrage beeinträchtigen und möglicherweise zu einem Rückgang der Immobilienpreise in der Schweiz führen. Es ist daher wichtig, die weitere Entwicklung genau im Auge zu behalten, da sie erhebliche Auswirkungen auf den Schweizer Immobilienmarkt haben könnte.

Faktoren, die die Wertsteigerung von Immobilien in der Schweiz beeinflussen:

  • Niedrige Zinssätze: Die Entscheidung der Schweizerischen Nationalbank, den Negativzins von -0,75% bis März 2023 beizubehalten, hat die Kreditaufnahme gefördert und die Nachfrage auf dem Immobilienmarkt angekurbelt. Dieses günstige Kreditumfeld hat Wohneigentum attraktiv gemacht und den Preisanstieg unterstützt.
  • Angebots- und Nachfragedynamik: Auf dem Schweizer Immobilienmarkt herrscht ein ständiges Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Die begrenzte Verfügbarkeit von Grundstücken und strenge Bebauungsvorschriften schränken Neubauten ein, was zu einem Aufwärtsdruck auf die Preise führt.
  • Internationale Investoren: Die politische Stabilität, die starke Wirtschaft und der Status der Schweiz als sicherer Hafen ziehen internationale Investoren an, die ihre Portfolios diversifizieren wollen. Ausländische Investitionen in Schweizer Immobilien haben die Nachfrage angekurbelt, insbesondere in Spitzenlagen.

Wertsteigerung von Immobilien in Europa

Die Immobilienwertsteigerung in Europa verlief unterschiedlich in den Jahren 2021 und 2022. Bis zum ersten Quartal 2022 erreichten die Hauspreise im Euroraum ein Wachstum von 9,8 Prozent und in der EU sogar 10,4 Prozent. Ab dem dritten Quartal 2022 verlangsamte sich der Anstieg der Hauspreise im Euroraum auf 6,9 Prozent und in der EU auf 7,4 Prozent. Dabei zeigten sich grosse Unterschiede zwischen den Ländern; Estland verzeichnete den stärksten Anstieg mit 24,2 Prozent, während Dänemark mit -2,2 Prozent einen Rückgang der Immobilienpreise erlebte.

Faktoren, die den Wertzuwachs von Immobilien in Europa beeinflussen:

  • Urbanisierung und Demografie: Die europäischen Grossstädte haben aufgrund von Urbanisierung und Migration ein erhebliches Bevölkerungswachstum zu verzeichnen. Die daraus resultierende Nachfrage nach Wohnraum hat in Verbindung mit dem begrenzten Platzangebot in den Stadtzentren die Immobilienwerte in die Höhe getrieben.
  • Trends zum Homeoffice: Die Pandemie beschleunigte die Einführung des Homeoffice, was zu einer Verschiebung der Wohnpräferenzen führte. Vorstädte und kleinere Städte sind für Hauskäufer attraktiv geworden, die mehr Platz, bessere Annehmlichkeiten und einen weniger hektischen Lebensstil suchen.
  • Nachhaltige Entwicklung: Umweltverträglichkeit und Energieeffizienz sind für Immobilienkäufer zu entscheidenden Faktoren geworden. Immobilienentwicklungen mit grünen Zertifizierungen und umweltfreundlichen Merkmalen haben an Beliebtheit gewonnen und tragen zur Wertsteigerung bei.

Prognosen für 2023/2024 Immobilienpreise in Europa

Die Immobilienpreise in der Eurozone werden 2023/2024 laut Immobilienmarkt-Analysten sinken. Die Niederlande und Deutschland stehen an der Spitze und dürften bis Ende 2024 einen Rückgang von -8 Prozent verzeichnen. Faktoren wie der wirtschaftliche Aufschwung, das Bevölkerungswachstum und die sich verändernden Käuferpräferenzen werden die regionalen Unterschiede beeinflussen. Ausserdem wird erwartet, dass nachhaltige und technologieorientierte Immobilien weiterhin gefragt sein werden.

Herausforderungen und Risiken

Folgende Herausforderungen und Risiken könnten sich in naher Zukunft auf den weltweiten Immobilienmarkt auswirken und zu einer möglichen Abnahme der Wertsteigerung führen:

  • Wirtschaftliche Ungewissheit: Die anhaltenden Auswirkungen der Pandemie, geopolitische Spannungen und die globale Wirtschaftslage könnten das Vertrauen der Käufer und ihre Investitionsentscheidungen beeinträchtigen.
  • Regulatorische Änderungen: Die Regierungen könnten neue politische Massnahmen oder Vorschriften einführen, die die Immobilienpreise, die Besteuerung und die Marktdynamik beeinflussen könnten.
  • Angebotsverknappung: Die Verknappung des Wohnungsangebots in bestimmten europäischen Städten kann zu Problemen bei der Erschwinglichkeit führen und möglicherweise den Wertzuwachs von Immobilien beeinträchtigen.

Online-Immobilienbewertung als nützliches Werkzeug

Um die Immobilienwertsteigerung zu verstehen und die richtigen Entscheidungen zu treffen, ist eine fundierte Immobilienbewertung unerlässlich. Eine professionelle Immobilienbewertung berücksichtigt verschiedene Faktoren wie den Zustand der Immobilie, die Lage, vergleichbare Verkaufspreise und Markttrends. Sie liefert eine objektive Schätzung des aktuellen Marktwerts und unterstützt Investoren und Verkäufer bei der Preisgestaltung und Verhandlung.

Eine Online-Immobilienbewertung kann eine schnelle und bequeme Option sein, um eine erste Einschätzung des Immobilienwerts zu erhalten. Plattformen wie RealAdvisor bieten Online-Bewertungsdienste an, bei denen Algorithmen und umfangreiche Datenbanken verwendet werden, um den Wert einer Immobilie zu schätzen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass eine professionelle Immobilienbewertung durch einen Experten immer empfehlenswert ist, insbesondere wenn es um komplexe Immobilien oder spezifische Marktbedingungen geht.

Fazit: Immobilienpreise werden weltweit sinken

Der Anstieg der Immobilienpreise in der Schweiz und in Europa in den letzten Jahren ist auf eine Kombination aus wirtschaftlichen Faktoren, Wohnpräferenzen und internationalen Investitionen zurückzuführen. In der Schweiz haben die niedrigen Zinssätze und das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage zum Anstieg der Immobilienpreise beigetragen. In Europa hat der vielfältige Markt aufgrund der Urbanisierung, des Trends zur Telearbeit und der zunehmenden Bedeutung der Nachhaltigkeit ein Wachstum erfahren. Für 2023/2024 prognostizieren Experten dann aber eine Stabilisierung des Schweizer Immobilienmarktes, während Europa sogar einen Rückgang der Immobilienpreise erwartet.

 

Titelbild: © Indigoextra Ltd. own

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