„Wie lautet Ihre IBAN?“ – Vier dreiste Fragen, die Telefonbetrüger stellen

13.02.2020 |  Von  |  Finanzen, News

Stromanbieter, Gewinnspiele und falsche Polizisten – Telefonbetrüger versuchen mit einer Vielzahl von Tricks, ahnungslose Gesprächspartner um ihr Hab und Gut zu bringen. Aufmerksame Angerufene können jedoch schnell erkennen, ob sie im Begriff sind, betrogen zu werden.

Der Experte für Anruferkennung und Spam-Schutz Thomas Wrobel von Clever Dialer verrät vier freche Fragen, die nur Telefonbetrüger stellen:

„Können Sie mir bitte Ihre IBAN nennen?“

„Herzlichen Glückwunsch, Sie haben eine Reise im Wert von 500 Euro gewonnen!“ ertönt eine Stimme aus dem Hörer. Was für ein Glück, da hat sich die Teilnahme am Gewinnspiel endlich ausgezahlt! Allerdings sollten vermeintliche Glückspilze aufpassen, denn oft wird der Gewinn an Bedingungen wie den Abschluss eines Zeitschriftenabonnements geknüpft. Hierzu möchten Anrufer zunächst die Kontonummer des Teilnehmers aufnehmen. Sobald diese Frage aufkommt, können sich vermeintliche Gewinner sicher sein, dass es sich bei dem Anruf um einen Betrugsversuch handelt. Seriöse Anrufer würden niemals am Telefon fremde Kontodaten abfragen. Die Betrüger versuchen dem Gesprächspartner lediglich beispielsweise ein Zeitungsabo aufzuzwingen, ohne dass dieser jemals einen Gewinn erhalten wird.

„Könnten Sie einmalig 20 Euro überweisen, um Ihren Gewinn zu beanspruchen?“

Ob Gewinnspiel-Sieger oder Lottoausschüttung – Telefonbetrüger locken häufig mit attraktiven Belohnungen. Allerdings hat das grosse Glück häufig einen Haken: Die Anrufer versuchen ihre Gesprächspartner dazu zu bringen, eine bestimmte Geldsumme auf ein Bankkonto zu überweisen. Diese Forderung wird häufig damit begründet, dass eine gewisse Bearbeitungsgebühr für die Ausschüttung des Gewinns nötig sei. Seriöse Anrufer gehen hier diskreter vor. Sie informieren über Kosten, ohne Druck auszuüben. Zusätzlich erfolgt der Zahlungsverkehr erst nach schriftlichem Nachrichtenaustausch.

„Könnten Sie mir bitte Ihre Adresse verraten?“

Das Telefon klingelt, der Anrufer wirbt mit einem günstigen Stromtarif. Der Mitarbeiter möchte nur noch kurz ein paar Daten aufnehmen, und schon kann der Vertrag abgeschlossen werden. Hier ist jedoch Vorsicht geboten. Die Weitergabe persönlicher Daten am Telefon sollte nur erfolgen, wenn der Gesprächspartner zu hundert Prozent vertrauenswürdig ist. Diese Angaben können verwendet werden, um falsche Verträge in dem Namen der Angerufenen zu erstellen oder um Betrüger mit den privaten Informationen zu versorgen.

„Könnten Sie unserem Boten die Tür öffnen?“

Telefonbetrüger wenden eine Vielzahl an Tricks an, um Menschen möglichst viele Wertgegenstände oder hohe Geldbeträge abzunehmen. So gaukeln Kriminelle oft einen Notfall vor, wegen dem Wertgegenstände in Sicherheit gebracht werden sollten. Dabei geben sich die Anrufer als Polizisten aus und behaupten, dass sich ein Verbrecher in der Nachbarschaft aufhielte. Um einen Diebstahl zu verhindern, werde ein Bote bei dem Gesprächspartner klingeln und Wertgegenstände vermeintlich in Sicherheit bringen. In Wahrheit jedoch ist die angebliche Notsituation frei erfunden und die abgegebenen Objekte wandern direkt in die Hände der Telefonbetrüger.

Experten-Tipps von Thomas Wrobel

  • Bei Unsicherheit, ob der eingegangene Anruf seriös ist, gilt immer das Auflegen als beste Option.
  • Hinweise für unseriöse Anrufe, sind die Aufforderung persönliche Daten, wie auch die eigenen Bankdaten, preiszugeben oder sensible Handlungsanweisungen bspw. Vorab-Überweisungen zu tätigen.
  • Sobald ein zunächst gefühlt seriöses Gespräch damit endet, dass ein Bote angekündigt wird, sollte das Gespräch sofort abgebrochen werden.

 

Titelbild: fizkes – shutterstock.com

Über Thomas Wrobel

Der Experte für Anruferkennung und Spam-Schutz Thomas Wrobel ist CTO der Müller Medien-Tochter validio und Gründer von Clever Dialer. Die App liefert verlässliche Anrufinformationen und schützt Verbraucher vor Spam-Telefonaten.


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