Wie können sich globale Arbeitsnomaden in Zürich zugehörig und zuhause fühlen?

02.11.2018 |  Von  |  Arbeitsmarkt, News
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Wie können sich globale Arbeitsnomaden in Zürich zugehörig und zuhause fühlen?
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Die Integration hochqualifizierter, international mobiler 30- bis 39-Jähriger stellt die Unternehmen und die Gesellschaft vor Herausforderungen.

Die Stadtentwicklung Zürich diskutierte mit Firmen, Verbänden und der Stadtverwaltung über neue Ideen zur Integration und über eine verbesserte Vernetzung bereits bestehender Angebote, damit sich globale Arbeitsnomaden in Zürich zugehörig und zuhause fühlen können.

Die Generation der 30- bis 39-Jährigen in der Stadt Zürich ist gut ausgebildet und stark in den Arbeitsmarkt integriert. Sieben von zehn Personen dieser Altersgruppe verfügen über einen Tertiärabschluss und 92 Prozent sind erwerbstätig. Gleichzeitig sind die 30- bis 39-Jährigen sehr mobil. Zuwanderung aus dem Ausland in die Stadt Zürich und Wegzüge aus der Stadt in andere Zürcher Gemeinden kommen bei dieser Altersgruppe überdurchschnittlich häufig vor.

Spannungsfeld zwischen globaler Mobilität und lokaler Integration

Die hohe Mobilität dieser ökonomisch bedeutsamen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wirft bei den Unternehmen und der Stadt die Frage auf, was in den Betrieben, aber auch in den Quartieren und Nachbarschaften nötig ist, damit sich die 30- bis 39-Jährigen zugehörig und zuhause fühlen. An einem halbtägigen Workshop und einer Podiumsdiskussion hat Stadtentwicklung Zürich am Mittwoch, 31. Oktober 2018, das Spannungsfeld zwischen globaler Mobilität und lokaler Integration mit Expertinnen und Experten aus der Stadtverwaltung, von Arbeitnehmerverbänden und Arbeitgeberseite ausgelotet.

Niederschwellige Angebote über die Arbeit hinaus und mehr Partizipation

Natascha Tummeley, Co-Direktorin von Swiss Fintech Innovations, schilderte in ihrem Inputreferat persönliche Erfahrungen aus ihren Arbeitsstationen in Deutschland, Spanien, Argentinien und der Schweiz, von gegenseitigen Vorurteilen, nötigen Anpassungen des eigenen Verhaltens bis zu den Chancen und Qualitäten des international flexiblen Arbeitens.

Die Podiumsdiskussion unter der Leitung von Barbara Josef, Mitgründerin von „5to9“ und Mitinitiantin der „Work Smart-Initiative“, beleuchtete die Herausforderungen von Unternehmen, Arbeitnehmenden und der öffentlichen Hand bei der Integration von hochqualifizierten Zuziehenden. Kristine Duyck, HR Managerin bei Molecular Partners, betonte die hohe Bedeutung einer Integration, die über den Arbeitsplatz hinausgeht und gerade bei der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen auch das familiäre Umfeld einbezieht.

Eine erfolgreiche Integration erfordere neben der Arbeit zwei bis drei weitere Verknüpfungen mit dem lokalen Umfeld. Sabina Erni, Leiterin Beruf und Innovation beim Kaufmännischen Verband Zürich, votierte für eine Integration, die sich nicht nur auf die Herkunft, sondern verstärkt auf verbindende Aspekte konzentriert. Integration sei ein Thema für alle, Vernetzungsangebote müssten entsprechend für Zuziehende und bereits Ansässige leicht und niederschwellig zugänglich sein.

Benno Seiler, Leiter der Wirtschaftsförderung der Stadt Zürich, unterstrich die Bedeutung der Partizipation und der Mitsprache als Element der Integration und hob die sich neu eröffnenden Chancen und Möglichkeiten durch digitale Formen der Partizipation hervor.

Stärkere Vernetzung und Koordination der Massnahmen erwünscht
Einig waren sich die Podiumsteilnehmenden und das Podiumspublikum über den Nutzen einer verbesserten Integration. Unternehmen profitieren von tieferen Fluktuationsraten bei den hochqualifizierten Mitarbeitenden. Die Gesellschaft gewinnt durch den Einbezug globaler Ar- beitsnomaden an Vielfalt und dadurch an Lebensqualität.

Die Ideen zu Massnahmen, die die Integration befördern, reichten von Begegnungsorten, zum Beispiel als Zwischennutzungen von Liegenschaften und Brachen, über ein „Zürich-Pedia“ als Verzeichnis aller Integrationsangebote bis zu Welcome-Anlässen von Unternehmen und digitalen Partizipations- und Vernetzungsplattformen zur Diskussion von Integrationsthemen. Als Konsens ergab sich aus der Diskussion, dass sowohl die Unternehmen als auch die öffentliche Hand bereits eine beachtliche Zahl an Aktivitäten organisierten, dass aber die Vernetzung und die gegenseitigen Kenntnisse zu bereits bestehenden Massnahmen noch stark ausbaufähig sind.

„Stadt der Zukunft – ZRH3039“

Die Stadtentwicklung Zürich nimmt mit der Veranstaltungsreihe „ZRH3039“ die verschiedenen Geschichten hinter den Zahlen zur Alterskohorte der 30- bis 39-Jährigen auf und stellt Fragen zu deren Lebenswelten und ihrer Einbindung in die städtische Gesellschaft. Es ist nach „Handel im Wandel“ die zweite Veranstaltungsreihe der Stadtentwicklung Zürich zu Trends und Treibern der wirtschaftlichen, sozialen und räumlichen Entwicklung der Stadt Zürich.

 

Quelle: Stadt Zürich
Titelbild: Boris-B – shutterstock.com

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