Bitcoin ist das Schweizer Finanzwort des Jahres 2017

11.12.2017 |  Von  |  Finanzen, News
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Bitcoin ist das Schweizer Finanzwort des Jahres 2017
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Eine Jury aus renommierten Finanzexperten hat das Schweizer Finanzwort des Jahres 2017 gekürt. Es heisst Bitcoin.

Die Wahl aus mehr als 250 Einsendungen erfolgte unter Federführung der Migros Bank und des Finanzportals finews.ch.

„Bitcoin“– so heisst das Schweizer Finanzwort des Jahres 2017. Unter Federführung der Migros Bank und des Finanzportals finews.ch fand die Wahl dieses Jahr zum vierten Mal statt. Das Finanzwort des Jahres wird aus zahlreichen eingesandten Publikumsvorschlägen von einer fünfköpfigen Fachjury ausgewählt. Die Jury setzt sich zusammen aus dem ehemaligen Bankier Oswald Grübel, der Professorin Sita Mazumder, dem Schriftsteller Michael Theurillat, dem finews.ch-Gründer Claude Baumann und Thomas Pentsy, dem Markt- und Produktanalysten der Migros Bank.

Kein anderes Phänomen in der Finanzbranche hat 2017 für mehr Aufsehen gesorgt als die Kryptowährung Bitcoin. Geradezu explosionsartig und verbunden mit riesigen Schwankungen hat sich deren Wert im Verlauf der vergangenen zwölf Monate vervielfacht, und ein Ende dieser unglaublichen Hausse ist nicht in Sicht.

Bitcoin revolutioniert dank der ihm zugrunde liegenden disruptiven Technologie traditionelle Geschäftsmethoden und -praktiken und verändert so ganze Prozesse. Die Blockchain-Technologie, über die der Bitcoin gehandelt wird, ermöglicht beispielsweise die Unterstützung von „intelligenten Verträgen“(smart contracts). Ein wesentlicher Vorteil besteht aber vor allem darin, dass das Bitcoin-Netzwerk dezentralisiert aufgebaut ist und damit keiner Kontroll- oder Regulierungsstelle unterliegt – eine Weltwährung.

Insofern ist der Bitcoin die erste und einzige globale Internetwährung mit Glaubwürdigkeit, was zu einem grossen Teil den Preisanstieg erklärt. Doch es gibt weitere Gründe für die bisherige Entwicklung: Früher mochten der Dollar oder der Franken monetäre Glaubwürdigkeit garantiert haben, doch heute ist das nur noch begrenzt der Fall.

Vor dem Hintergrund der weltweiten Geldentwertung durch Null- und Negativzinsen und der damit verbundenen Kreditausweitung und der Abschaffung des Bankgeheimnisses fürchten Millionen von Klein-Anlegern (insbesondere in Ländern mit einer hohen Geldentwertung) um ihr Erspartes und hoffen daher, im Bitcoin eine neue Sicherheit zu finden. Durch die limitierte Menge erscheint der Bitcoin als begehrenswerte Alternative zum „Papier-Geld“der Zentralbanken. Dies ist ein entscheidender Grund dafür, dass sich die Finanzwelt mit dem Bitcoin schwertut, und dass manche

Staaten den Bitcoin verbieten wollen. Doch ein Verbot dürfte die Nachfrage vermutlich nur noch weiter in die Höhe treiben – zumal es sich nicht umsetzen lässt.

Der Bitcoin ist, wie jede andere begehrte Währung, auch zu einem Hafen für Aktivitäten geworden, die bis hin zu Cyberkriminalität und zur Kapitalflucht aus Ländern mit strikten Kapitalverkehrs- kontrollen oder aus politisch instabilen Staaten reichen. Als einzige echte Weltwährung ist der Bitcoin davon mehr betroffen als nationale Währungen.

Gewiss, die Blockchain-Technologie verbunden mit Bitcoin hat das Potenzial, die Finanzwelt zu revolutionieren. Das Aufkommen des Internets in den 1990er-Jahren war ebenfalls ein Paradigmenwechsel. Viele „zündende“Geschäftsideen der damaligen Dotcoms setzten sich allerdings erst viel später am Markt durch. Unter diesen Prämissen hat 2017 unzweifelhaft die Stunde des Bitcoin geschlagen – wie es weitergeht, ist jedoch offen. Zu erwarten ist, dass die weitere Entwicklung der Bitcoin vorerst so wechselvoll und schwankungsanfällig sein wird, wie sie es bisher war.

 

Quelle: Migros Bank
Artikelbild: Symbolbild © Wit Olszewski – shutterstock.com

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