UBS-Immobilienblasen-Index weist auf Gefahren hin

30.09.2016 |  Von  |  Finanzen, News
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UBS-Immobilienblasen-Index weist auf Gefahren hin
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Der Global Real Estate Bubble Index von UBS misst das Risiko von Immobilienblasen auf ausgewählten Märkten weltweit. Konkret werden die Preise für Wohnimmobilien in 18 bedeutenden Städten rund um den Globus betrachtet.

In vielen dieser Metropolen gab es in den letzen Jahren starke Preissteigerungen, die Gefahr einer Überhitzung ist gewachsen. Das ist erstaunlich, da die letzten grossen Immobilienblasen, die zur Finanzkrise führten, noch nicht so lange her sind.

Vancouver hat das grösste Blasenrisiko

Jetzt zeigt der Global Real Estate Bubble Index von UBS erneut eine erhebliche Überbewertung der Wohnungsmärkte in einigen städtischen Zentren. Vancouver steht dabei aktuell an der Spitze. Das Risiko einer Immobilienblase scheint ebenfalls hoch in London, Stockholm, Sydney, München und Hongkong. Deutlich überbewertet sind San Francisco und Amsterdam, gefolgt von Zürich, Paris, Genf, Tokio und Frankfurt. Nach einem weiteren Preisrückgang gilt Singapur hingegen als fair bewertet, ebenso Boston, New York und Mailand. Chicago ist weiterhin unterbewertet.

Claudio Saputelli, Leiter Global Real Estate bei UBS CIO WM sagt: „Seit 2011 sind die Wohnungspreise in den Städten der Blasenrisikozone durchschnittlich um fast 50 Prozent gestiegen. In den übrigen analysierten Finanzzentren legten die Preise hingegen um weniger als 15 Prozent zu. Diese Differenz steht in keinerlei Verhältnis zu Unterschieden des lokalen wirtschaftlichen Umfelds und zu Inflationsraten. Gemeinsam sind diesen Städten zu niedrige Zinsen, die nicht in Einklang mit der robusten realwirtschaftlichen Entwicklung stehen.

Geldpolitik im Euro-Raum begünstigt Blasenbildung

Innerhalb des Euro-Raums können die Zinssätze nicht an die jeweiligen wirtschaftlichen Entwicklungen in den einzelnen Mitgliedsstaaten angepasst werden. Gleichzeitig zwingt die wirtschaftliche Schwäche des Euroraums die anderen EU-Staaten und die Schweiz, eine lockere Geldpolitik zu verfolgen.

Diese Tiefzinsphase hat zur Überhitzung der Märkte für städtische Wohnimmobilien in den letzten Jahren beigetragen. Dementsprechend wurde in Stockholm der stärkste Anstieg gemessen, gefolgt von München, London und Amsterdam. Mit einem Indexwert von 2.06 bleibt London weiterhin der am deutlichsten überbewertete Wohnungsmarkt in Europa. Seit 2013 sind die Immobilienpreise in London jedes Jahr zweistellig gestiegen.

Aufgrund der geldpolitischen Lockerung der Bank oft England und der erneuten Abwertung des britischen Pfunds nach dem Entscheid der Briten, die EU zu verlassen, sowie des begrenzten Angebots dürften die überhöhten Preise bis auf Weiteres Bestand haben. Allerdings ist die Gefahr einer deutlichen Korrektur im Falle einer längerfristigen Konjunkturschwäche sehr hoch.


Der Global Real Estate Bubble Index von UBS misst das Risiko von Immobilienblasen. (Bild: © UBS)

Der Global Real Estate Bubble Index von UBS misst das Risiko von Immobilienblasen. (Bild: © UBS)


Schweiz: Zürich vor Genf, aber keine Blasenbildung

Genf wies zwischen 2000 und 2012 den zweitstärksten Preisanstieg aller analysierten Städte auf und befand sich vor vier Jahren am Rande des Blasenrisikos. Die schrittweise Normalisierung des Genfer Wohnungsmarktes seit 2012 deutet auf einen Rückgang der spekulativen Nachfrage im Soge der Schwäche des lokalen Finanzsektors hin. Allerdings verhindern die weltweit tiefsten Zinssätze und die geringfügige Bautätigkeit eine stärkere Korrektur.

Als Folge einer Erholung der Preisentwicklung und eines anhaltenden schleppenden Wirtschaftswachstums begannen die Bewertungen in Zürich nach einer kurzen Verschnaufpause in den letzten zwölf Monaten erneut zu steigen. Laut Index liegen die Bewertungen in Zürich mittlerweile höher als in Genf – vom Risiko einer Blasenbildung sind jedoch beide derzeit weit entfernt. Verglichen mit vielen Städten rund um den Globus sind die Wohnungen in beiden Schweizer Städten vergleichsweise erschwinglich.

Wiederkehrende Muster erkennen

Der Begriff Blase bezeichnet eine deutliche und anhaltende Fehlbewertung eines Vermögenswerts. Das Vorliegen einer Blase kann vor ihrem Platzen nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Doch die historischen Daten zeigen wiederkehrende Muster am Immobilienmarkt. Der UBS Global Real Estate Bubble Index misst das Risiko einer Immobilienblase anhand wiederkehrender Muster in ausgewählten globalen Finanzzentren.

 

Artikel von: UBS AG
Artikelbild: © photogearch – istockphoto.com

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