Trojaner als Browser-Erweiterung getarnt

07.01.2015 |  Von  |  Allgemein, Apps, Neue Medien
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Trojaner als Browser-Erweiterung getarnt
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Die Browsergeneration der Gegenwart ist mit den Browsern vergangener Jahre nicht mehr zu vergleichen. Browser beschränken sich längst nicht mehr auf die Darstellung von Internetseiten. Mit Add-ons können sie weiter individualisiert werden. Solche Erweiterungen bieten alle Browseranbieter an, allen voran Mozilla und Google. Mit dabei sind aber auch Hacker, die ihre Programme als Trojaner getarnt anbieten. Das Risiko mit einem Add-on auch einen Trojaner zu installieren steigt. Das eigene Verhalten beim Serven im Internet und sensible Informationen können ausspioniert werden.

Mit Add-ons können dem Browser neue Funktionen hinzugefügt oder seine Verhaltensweise geändert werden. Add-ons nutzen Teile der bereits vorhandenen Software und werden daher auch nur im unmittelbaren Umfeld des Browsers ausgeführt. Da sie nicht auf das System an sich zugreifen, können sie auch einfacher deinstalliert werden. Die Bandbreite der neuen Funktionen ist sehr vielfältig. Sowohl das Design des Browsers als auch völlig neue Werkzeuge zur Optimierung von vorhanden Darstellungen oder Funktionen können installiert werden. Ähnlich wie bei den Apps für Tablets und Smartphones ist der prüfende Blick auf den Publisher unabdingbar.

Trojaner gelangen über den Browser ins System

Gewöhnlich werden Browser-Plug-ins im Store des jeweiligen Anbieters offeriert. Zusätzliche Erweiterungen für Firefox, Chrome u. a. Browser gibt es auch von privaten Entwicklern, deren Angebote von eigenen Websites heruntergeladen werden können. Diese Add-ons können jedoch getarnte Trojaner sein, die neben der gewünschten Funktion unerwünscht Informationen vom eigenen Gerät aufzeichnen oder an einen Hacker weitersenden. Add-ons, die eigentlich als Sicherheitssoftware geladen werden, richten dann genau den Schaden, der vermieden werden sollte, an und leiten beispielsweise Passwörter direkt zum Hacker weiter.

Die Add-ons können getarnte Trojaner sein, die unerwünscht sensible Informationen vom eigenen Gerät aufzeichnen. (Bild: Imilian / Shutterstock.com)

Die Add-ons können getarnte Trojaner sein, die unerwünscht sensible Informationen vom eigenen Gerät aufzeichnen. (Bild: Imilian / Shutterstock.com)

Download der Trojaner durch den Nutzer stets unbemerkt




Der Anwender eines Internetbrowsers mit Add-ons kann nicht erkennen, dass ein Trojaner mit gekoppeltem Backdoor-Programm innerhalb des Systems wirkt. Der Angriff eines Virus wird relativ schnell erkannt. Der Schaden wird schnell wahrgenommen. Bei einem Trojaner ist es der Nutzer selbst, der das Schadprogramm auf den Computer oder das mobile Gerät lädt, weil die gewünschte App die vorhandene Software seines Gerätes verwendet. Während er also die Funktion seiner neuinstallierten App nutzt, treibt der Trojaner lange unbemerkt sein Unwesen.




Sicherheitssoftware von Browserherstellern




Das Risiko von Schadsoftware ist auch den Anbietern von Browsern bekannt. Eine App zu programmieren, ist vergleichsweise einfach und der Anbietermarkt ist entsprechend gross. Produzenten von Browsern wie Chrome, Firefox und Internet-Explorer bieten daher ihren Anwendern grundsätzliche Sicherheitsmassnahmen an, damit der Download einer App nicht zum Desaster wird. Gerade Chrome von Google war dabei den anderen Browseranbietern einen Schritt voraus. Für Chrome werden Add-ons für den Browser ausschliesslich über den Web-Shop angeboten und vor dem Release zusätzlich noch einmal überprüft.

Dies ist eine erste Massnahme, das Risiko einen Trojaner oder einen Virus über den Browser ins System zu laden, entscheidend zu senken. Es ist sehr wahrscheinlich, dass auch die anderen grossen Browser-Hersteller ähnliche Mechanismen installieren und ihre Software besser sichern. Letztlich liegt das auch in ihrem eigenen Interesse, weil Nutzer früher oder später zu einem andern sichereren Browser wechseln würden.

Nutzer von Browsern sind selbst verantwortlich

Die Schutzmassnahmen für Browser von Microsoft, Mozilla oder Google allein reichen sicher nicht auf Dauer. Jedem Anwender ist es daher zu empfehlen, auch eigene Sicherheitsmechanismen einzusetzen. Das eigene System kann jeder selbst am besten vor den unerwünschten Viren und Trojanern schützen, wenn er vor jedem Download die Seriosität des Anbieters überprüft und den Publisher hinsichtlich getarnter Seiten kontrolliert. Unbekannte Entwickler sollten sehr kritisch betrachtet und eher nicht für Downloads ausgewählt werden. Bei grossen bekannten Unternehmen ist die Chance grösser, schadfreie Software angeboten zu bekommen.




Vor einem Download hilft die Internetrecherche, um sicher zu gehen, dass der Anbieter als sicher einzuschätzen ist. Praktisch zu jedem soliden Add-on finden sich auf einschlägigen Seiten Testberichte oder Bewertungen von Nutzern. Auch in Foren geben Nutzer nützliche Auskünfte über die Anwenderprogramme und berichten über ihre Erfahrungen oder warnen vor Trojanern der Zusatzprogramme.

Gefahren in anderen Bereichen der Internetnutzung frühzeitig erkennen




Beim Surfen im Internet war über viele Jahre der Browser das etablierte Programm zur Darstellung von Webseiten. Mit dem Aufkommen und der weltweiten Verbreitung der mobilen Geräte wie Tablets und Smartphones entstand eine Alternative. Auf diesen Geräten werden die meisten Funktionen per App aufgerufen, die dann anbieterabhängig erweiterbar sind und über Updates aktualisiert werden. Das Risiko, das Betriebssystem mit einem Virus oder einem Trojaner zu infizieren, ist dem Risiko beim Browser vergleichbar. Eine genaue Überprüfung des Publishers ist daher immer zu empfehlen, ehe eines der Zusatzprogramme installiert wird. Gemessen an der Vielzahl der Angebote an Zusatzprogrammen, ist die Anzahl der unseriösen Anbieter noch gering. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass die Zahl der Hackerangriffe stetig ansteigt und zu einem allgemeinen Problem geworden ist.

 

Oberstes Bild: Für Browser wie Firefox oder Chrome ist das Risiko von Trojanern beim Download von Add-ons gestiegen. (© alexskopje / Shutterstock.com)

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