Berufswelt im Wandel

25.08.2014 |  Von  |  Allgemein
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Berufswelt im Wandel
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Schlägt man in einschlägigen Berufsratgebern nach, dann wird man von einer wahren Fülle unterschiedlichster Ausbildungsberufe förmlich erschlagen. Zu finden sind dabei die klassisch beliebten Berufe genauso wie moderne Berufsfelder oder solche, die mittlerweile antiquiert bis exotisch wirken.

Die Berufswelt ist im Wandel, und sicherlich sah ein solcher Berufekatalog vor 30 Jahren völlig anders aus als heute. Und einige, besonders Handwerksberufe, sind mittlerweile völlig verschwunden oder vom Aussterben bedroht. Dazu kommt eine Menge an Tätigkeitsfeldern, die aufgrund veränderter Technologien auf dem existenziellen Prüfstand stehen.



Radmacher und Goldgräber sind out

Wer kennt noch einen Radmacher, der aus Holz und Eisenreifen Räder für Kutschen, Handkarren und Gespannwagen fertigt? Bestenfalls als Rademacher sind solche Leute in den Adressverzeichnissen noch zu finden. Das alte Holzrad, ein Meilenstein in der menschlichen Geschichte, wurde abgelöst von Stahlrädern mit Gummibereifung und mittlerweile gegossenen Aluminiumfelgen mit deutlichen Vorteilen in Gewicht und Belastbarkeit. Den Spezialisten für die Herstellung, Reparatur und Restauration von Holzrädern findet man bestenfalls noch in entsprechend spezialisierten Werkstätten und Restaurationsabteilungen.

Auch der ominöse Goldgräber aus den Zeiten des amerikanischen Goldrausches ist längst verschwunden. Wenn auch heute noch Gold gefördert wird, dann doch in aller Regel von speziell ausgebildeten Bergleuten, die sich dabei einschlägiger moderner Technik bedienen. Und selbst der Beruf des Bergmannes ist in einigen Regionen fast schon ausgestorben, weil es dort nichts mehr zu schürfen und zu fördern gibt. Musterbeispiel sind hier die Regionen im ostdeutschen Uranbergbau oder der Umbruch ganzer Industrien im westdeutschen Ruhrgebiet.

Viele Berufsbilder und Tätigkeitsbereiche verschwinden schnell oder schleichend vom Markt und werden durch andere ersetzt. Das erfordert nicht nur von den möglicherweise aktuell Betroffenen, sondern von der Gesellschaft insgesamt eine gewisse Wandlungsfähigkeit. Diesen Wandel verpasst haben beispielsweise viele Verlage, die im Zeitungsgeschäft den Wandel der Lesegewohnheiten und des Medienkonsums vor allem durch das Internet regelrecht verschlafen haben. Zeitungsredakteure gehören zu einer aussterbenden Spezies, die zunehmend durch Online-Redakteure ersetzt werden muss. Leider zeigen viele Verlage wenig Engagement, wenn es darum geht, hier auch wirklich professionelle Online-Redakteure mit einer guten Ausbildung und dem passenden Handwerkszeug zu finden. Schnell wird hier auf Agenturen zurückgegriffen, die in einer sich verändernden Arbeits- und Medienwelt auch schnell mal den unausgebildeten Quereinsteiger als Redakteur verkaufen.



Berufe sterben dort aus, wo sie durch Technik ersetzt werden können



Meist sorgt die moderne Technik dafür, dass gewisse Tätigkeitsfelder aus dem Blickwinkel verschwinden. Bedroht sind dabei nicht nur alte Berufe, sondern durchaus auch zeitlos erscheinende Tätigkeitsfelder. So werden Stromableser durch technische Verfahren der Online-Übertragung oder der drahtlosen Zählerstands-Übermittlung ersetzt. Finanzbeamte sind in vielen Ländern weniger gefragt, wenn dort automatisierte Besteuerungsverfahren, vereinfachte Steuergesetze und Online-Steuererklärungen den Einzug in dieses Metier zelebrieren. Der Zeitungsausträger wird zur Rarität, wenn immer mehr Tageszeitungen vom Markt verschwinden und durch ihre Online-Pendants ersetzt werden. Diese Auflistung bedrohter Berufe könnte durchaus fortgesetzt werden, muss sie aber nicht.

Neue Berufe erobern den Markt. (Bild: chanpipat / Shutterstock.com)

Neue Berufe erobern den Markt. (Bild: chanpipat / Shutterstock.com)




Neue Berufe erobern den Markt

Denn dort, wo Tätigkeitsfelder verschwinden, werden Sie oftmals schnell durch andere ersetzt. So war das Internet seit seiner weltumspannenden Verbreitung nicht nur eine Bedrohung für viele Berufsgruppen, sondern hat auch eine Menge völlig neuer Berufe und Tätigkeitsfelder entwickelt. Wer hat sich vor einer oder zwei Generationen schon für IT-Spezialisten interessiert, wem waren Online-Redakteure wichtig und welches Telefonunternehmen dachte schon daran, eine Sparte für die Internet-Kommunikation eröffnen zu müssen? Als das Internet noch in den Kinderschuhen steckte, waren hier bestenfalls Exoten gefragt, die sich mit Programmiersprachen oder einfachen Vernetzungsmöglichkeiten auskannten. System-Administratoren waren da genauso überflüssig wie etwa ein Kropf.

Folgerungen für Schule und Ausbildung

Auch in den kommenden Jahrzehnten ist damit zu rechnen, dass der eine oder andere Beruf in der Wirtschaft weniger nachgefragt sein wird, andere dafür aber einen echten Boom erleben werden. Und mit Sicherheit wird es auch Berufe und Tätigkeitsfelder geben, von denen wir heute keine Ahnung haben. Die Entwicklung ist hier einem mehr oder minder schnellen, aber steten Wandel unterworfen. Der schon jetzt weltweit grassierende Fachkräftemangel zeigt, dass Schule und berufliche Ausbildung viel eher und vor allem viel schneller auf solche Entwicklungen reagieren müssen. So besteht jetzt und in Zukunft ein deutlich erhöhter Bedarf beispielsweise im Bereich der Datensicherheit. Wo sind hier die Experten und wo eine modern angepasste Strafverfolgung, die Online-Kriminalität effektiv bekämpfen kann? Allein in diesem Bereich tun sich Entwicklungen auf, auf die es zu reagieren gilt.

Die schulische Ausbildung und vor allem die universitäre und Berufsausbildung müssen sich darauf einstellen, viel schneller auf die Veränderungen in der Gesellschaft und Wirtschaft reagieren zu können. Ein ausgeprägteres Allgemeinwissen und vor allem eine viel früher einsetzende Spezialisierung in der Bildung sind wichtige Grundzüge für schnellere Reaktionen auf Entwicklungen. Dazu kommt, dass die Unternehmen in Zukunft ihre Spezialisten zunehmend mehr selbst ausbilden müssen, wenn dem Fachkräftemangel effektiv begegnet werden soll. Und anstatt Arbeitslosigkeit zu verwalten, sollte auch hier der Blick darauf gelegt werden, welche bereits gut ausgebildeten Fachleute im erzwungenen Ruhestand sitzen, statt mit spezialisierten Bildungsmassnahmen schnell in die Lücken der Wirtschaft gesetzt werden zu können.



 

Oberstes Bild: © kurhan – Shutterstock.com



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Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.


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