Die arabische Staats-Airline Etihad greift die Kernkompetenz der Swiss an

23.06.2014 |  Von  |  News
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Die arabische Staats-Airline Etihad greift die Kernkompetenz der Swiss an
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Es gibt weltweit Fluglinien, die man als Herzstücke und Kernkompetenzen gewisser Airlines ansehen kann. Für die Swiss gilt, dass ihre Route mit der grössten Tradition im nationalen Luftverkehr die zwischen Zürich und Genf ist – die Business-Strecke. Die staatliche Fluggesellschaft Etihad aus Arabien will diese Strecke über ihre regionale Airline bedienen. Zusätzlich soll ein Airbus A330 auf der Strecke zwischen Zürich und Abu Dhabi zum Einsatz kommen – das gesamte Paket kann der Swiss nicht wirklich gefallen.

Mit diesem Streckenausbau expandiert Etihad weiter, zieht das Netz der eigenen Flugstrecken enger und begibt sich damit in den harten Wettbewerb mit diversen europäischen Airlines. Durch das schier unerschöpfliche Finanzpolster der Scheichs – die ihre finanzielle Potenz auch in den Fussball-Ligen Europas immer wieder nachhaltig unter Beweis gestellt haben und ganze Vereine sowie Stadien kauften – wird europäischen Airlines das Leben schwer gemacht. Und besonders die Strecke zwischen Zürich und Genf ist für die Swiss eine harte Nuss, die es zu knacken gilt.



Etihad – mit den Scheichs im Reich der Superlative

Anlässlich der Vorstellung der neuesten Flugroute der arabischen Staats-Airline Etihad wurde wahrlich nicht gekleckert, sondern massiv geklotzt. Im Dolder Grand geizten die Manager und Köpfe hinter Etihad nicht mit Superlativen, um die Strecke aus der Schweiz nach Abu Dhabi dem Publikum vorzustellen. Der Airbus A330 ist es, der das Emirat nun mit Zürich verbinden soll. Ziel ist, dass die 312 Sitze, die im Flieger zur Verfügung stehen, mit Gästen besetzt werden sollen, die aus Europa ins Emirat fliegen wollen.

Zusätzlich dazu plant man natürlich, dass die Etihad Regional mit ihrer Flotte, bestehend aus zwölf Turbo-Propellerflugzeugen, die Zuarbeit liefert. Etihad Regional übernimmt mit den Fliegern die Funktion eines Zubringers nach Zürich und soll Fluggäste aus Leipzig, Linz, Verona, Florenz, Genf und Turin nach Zürich schaffen, um von dort weiter nach Abu Dhabi zu fliegen. Mit der Zubringertätigkeit zwischen Genf und Zürich trifft Etihad Swiss erneut in der eigenen Kernkompetenz. Auch diese Strecke hat für die Eidgenossen echte Tradition.

Es schmerzt die Swiss, dass auf ihrer Traditionsstrecke vor der eigenen Haustüre nun die Etihad-Tochter Etihad Regional Fluggäste abbeissen möchte. (Bild: Natali Glado / Shutterstock.com)

Es schmerzt die Swiss, dass auf ihrer Traditionsstrecke vor der eigenen Haustüre nun die Etihad-Tochter Etihad Regional Fluggäste abbeissen möchte. (Bild: Natali Glado / Shutterstock.com)




Attacke der Etihad auf Zubringerstrecke Genf–Zürich



Es schmerzt die Swiss, dass auf ihrer Traditionsstrecke vor der eigenen Haustüre nun die Etihad-Tochter Etihad Regional Fluggäste abbeissen möchte. Schon Swissair und Crossair waren vor der Swiss auf der Strecke daheim, und der Transferflug hat sogar einen eigenen Namen: Pendulair werden die Transfers genannt, mit welchen in den 90ern durch die Swissair zwei der drei Flughäfen in der Schweiz vernetzt wurden. Diese Strecke, so lässt sich ohne Übertreibung sagen, ist das Herzstück der Swiss.

Natürlich haben auch andere Gesellschaften die Strecke absolviert – so nahmen beispielsweise Egypt Air oder Air Mauritius in Genf Passagiere auf, die dann nach Zürich geflogen wurden –, aber dabei ging es stets nur darum, dass die Fluggäste dann ab Zürich zur eigentlichen Destination geflogen wurden. Im Falle von Egypt Air oder Air Mauritius eben Kairo oder Mauritius. Ein Aussteigen in Zürich war auf diesen Transferflügen nicht möglich, denn das Exklusivrecht der Transfers mit einem Um- und Aussteigen lag nur bei der nationalen Fluggesellschaft, also bei Swissair.

Harter Wettbewerb – und durch die Hintertüre auch Partner



Neben der Swiss gab es eine weitere Airline aus der Schweiz, welche die Strecke zwischen Genf und Zürich im Portfolio hatte: Baboo. Seit dem Jahr 2005 hält Baboo als Schweizer Regionalfluggesellschaft mit Sitz im Tessin die Konzessionsrechte, Genf und Zürich verbinden zu dürfen. Genutzt wurde diese Konzession jedoch nur innerhalb eines sehr engen Zeitfensters. Im Jahr 2011 geriet Baboo ins Straucheln und wurde von Darwin Airlines vor der Liquidation gerettet, indem Teile der Flugrechte übernommen wurden.

Aktuell ist jedoch die Scheich-Airline Etihad zu 33 % Anteilseigner von Darwin Airlines und sorgte für die Umbenennung in Etihad Regional. Bei der Konzession von Etihad Regional, die es erlaubt, Zürich und Genf zu vernetzen, handelt es sich jedoch nicht um die alte von Baboo, sondern um eine neue, die man laut Urs Holderegger, Sprecher des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (Bazl), auch beanstandungsfrei erhalten hat.

Aus dieser Konstellation ergibt sich, dass die Wettbewerber Swiss und Etihad nun auch Partner sind. Seit Ende des Jahres 2005 gibt es eine Kooperation zwischen Swiss und Darwin Airlines auf der Schweizer Strecke zwischen Lugano und Zürich. Dieses Vertragswerk hat auch heute noch Gültigkeit, obwohl Etihad die Tessiner Gesellschaft übernommen hat. Ob man den Vertrag, der im Oktober 2014 ausläuft, verlängert, steht noch nicht fest. Wie Swiss betont, würden zwar Verhandlungen geführt, bisher aber ohne echte Ergebnisse. Die Partnerschaft zwischen Etihad und Swiss im Tessin kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die beiden Airlines auf vielen anderen Strecken erbitterte Wettbewerber sind, die sich bis aufs finanzielle Blut bekämpfen. Gerade auch was die Strecke zwischen Genf und Zürich angeht.

Wie James Hogan als Chef der Etihad betont, sieht man sich als sehr wettbewerbsfähige Alternative zur Swiss. Und doch kündigte er im Dolder Grand an, dass man den europäischen Airlines auf ihren Hausstrecken nicht das Wasser abgraben wolle, aber ob das der Realität entspricht, muss die Zukunft zeigen. Bei der Swiss jedenfalls fürchtet man die Einbussen, welche durch die Etihad Regional wohl bald folgen werden.

Dass es Verluste geben wird, zeigt die aggressive Preispolitik der Scheichs: Von Zürich nach Genf und zurück werden rund 100 Franken fällig. Swiss berechnet dafür den fünffachen Preis, und selbst ein Zugticket ohne Halbtax-Abo schlägt schon mit 170 Franken zu Buche. Die Preise sagen aus, dass die Scheichs de facto auf Konfrontationskurs mit der Swiss gehen und ein Verdrängungswettbewerb entstehen wird.



 

Oberstes Bild: © Art Konovalov – Shutterstock.com



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