Schweiz an der internationalen Wettbewerbsspitze – aber wie lange noch?

12.06.2014 |  Von  |  Finanzen
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Schweiz an der internationalen Wettbewerbsspitze – aber wie lange noch?
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Die Schweiz steht nach der Auswertung der Zahlen aus 2013 weltweit mit ganz oben an der Spitze der Wettbewerbsfähigkeit. Besser stehen nur noch die USA da, selbst Deutschland musste in Sachen Wettbewerbsfähigkeit hinter die Schweiz zurücktreten.

Ein Fakt, der durchaus Grund zur Freude bietet, aber nichtsdestotrotz für das Jahr 2014 wohl nicht einfach so übernommen werden kann. In der Folge des Schweizer Volksentscheides zur Begrenzung der Masseneinwanderung zeigen sich schon jetzt Probleme, die sich auch auf die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz auswirken. Ob das allerdings der einzige Grund zur Besorgnis ist, darf offen bleiben.



Was die Schweiz attraktiv macht

Die wirtschaftlichen Kennzahlen aus dem Jahr 2013 stützen sich vor allem auf einen regen Binnenhandel und die glänzende Aussenwirtschaftsbilanz der Schweizer Unternehmen. Die wirtschaftliche Attraktivität mit günstigen Standortbedingungen hat viele international agierende Unternehmen in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten in die Schweiz gelockt. Gerade diese internationalen Unternehmen sind es auch, die massgeblich an der guten Bilanz der Schweiz beteiligt sind.

Mit der Internationalität in der Unternehmenslandschaft kamen auch zunehmend mehr hochspezialisierte Fachkräfte in die Schweiz, die durchaus für die Wirtschaftskraft des Alpenlandes mitverantwortlich gemacht werden dürfen. Aber ausser den Experten kam besonders in den letzten Jahren auch eine Schar kaum oder gar nicht qualifizierter Menschen aus dem Ausland in die Schweiz und profitierte hier von den Sozialleistungen und ab und an auch von den Chancen eines lukrativen Binnenmarktes.

Schluss mit lustig



Der Volksentscheid gegen die Masseneinwanderung setzte klare, wenn auch in der Entscheidung selbst knappe Zeichen gegen den weiteren Zustrom von Ausländern im Zuge der Akzeptanz der europäischen Personenfreizügigkeitsregelungen. Auch wenn klare Regelungen zur Umsetzung der Begrenzung der Masseneinwanderung noch fehlen, werden zunehmend mehr Unternehmen in der Schweiz hellhörig und vorsichtig. Diese Vorsicht geht manchmal so weit, das Firmen mit Bedarf an ausländischen Fachkräften der Schweiz vollkommen den Rücken kehren.

In diesem Zusammenhang ist bereits ein Rückgang an Investitionen zu vermerken, und auch die Stärke des Schweizer Franken macht die Geschäfte mit der Schweiz nicht einfacher. Zu beobachten ist auch, dass Deutschland auf Platz sechs der aktuellen Statistik zur Wettbewerbsfähigkeit drei Plätze gewonnen hat und als einziges Land der Euro-Zone unter die Top Ten gekommen ist.

Interessant ist diese Tatsache in zweierlei Hinsicht: Erstens stellt Deutschland für die Schweiz einen sehr wichtigen Aussenhandelspartner dar. Auf der anderen Seite zieht Deutschland zunehmend Experten aus dem Ausland und eben auch aus der Schweiz an. Hier entwickelt sich eine Konkurrentenrolle der zwei wettbewerbsstärksten Länder in Europa. Das mag ja nicht weiter schlimm sein, zumal Konkurrenz den Wettbewerb ohnehin anfeuert.



Der spannendste Faktor für die Entwicklung der nächsten Jahre bleibt wohl die Einwanderungsbegrenzung. Um hier keine weiteren Einbussen zuzulassen, sollte die Schweizer Politik schon sehr ernsthaft darüber nachdenken, wie die Entscheidung aus dem Volksentscheid vom 9. Februar 2014 elegant umgesetzt werden kann. Vielleicht wäre es klug, Fachleuten mit Beschäftigungsvertrag auch weiterhin einen Platz in der Schweiz zu lassen und im Gegenzug eine Zuwanderung ohne gesichertes eigenes Einkommen zu unterbinden. Sprich, wer in der Schweiz leben will, muss auch selbst für sein Auskommen sorgen können. Und zwar mit legalen Möglichkeiten.

Aber diese Gedankenspiele sollten wir doch wirklich der Politik überlassen. Spannend bleibt da nur, wie die Ergebnisse des Volksentscheides so umgesetzt werden sollen, dass die Schweizer Wirtschaft nicht weiter darunter leidet. Interessant ist immerhin auch die Feststellung, dass sich viel wirtschaftliches Engagement wegen der zunehmenden Rechtsunsicherheit aus der Schweiz zurückzieht.

Der Begriff Rechtsunsicherheit wird vor allem von international agierenden Unternehmen gewählt, die sich nur wenig mit dem Funktionieren der Volksdemokratie in der Schweiz abfinden können. Eine scheindemokratische Diktatur der Wirtschaft ähnlich wie in einzelnen Ländern der Europäischen Union dürfte so manchem internationalem Wirtschaftslenker mit Blick auf die Schweiz dann doch lieber sein.

Chancen für die Zukunft. (Bild: CHAIWATPHOTOS / Shutterstock.com)

Chancen für die Zukunft. (Bild: CHAIWATPHOTOS / Shutterstock.com)




Chancen für die Zukunft

Trotz aller Bedenken stehen die Chancen für eine erfolgreiche wirtschaftliche Weiterentwicklung der Schweiz längst nicht so schlecht, wie sie oft dargestellt werden. Auch wenn vielleicht der eine oder andere Unternehmer der Schweiz den Rücken kehrt, ist das längst noch kein Grund dafür, starke Rückschläge in der wirtschaftlichen Entwicklung befürchten zu müssen. Immerhin lebt die Schweiz sehr stark von ihrem Binnenhandel und ebenso stark von traditionellen Schweizer Unternehmen, die ihrem Land wohl kaum die Freundschaft und Solidarität aufkündigen werden.

Immerhin bestimmt sich die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes auch aus der Kraft des eigenen Konsums, und der ist in der Schweiz wirklich nicht als schlecht zu bewerten. Wettbewerbsfähigkeit darf nicht daran festgemacht werden, ob die Schweiz den europäischen Nachbarn bequem ist oder nicht, und noch weniger daran, ob sich die Schweiz jedem internationalen Diktat beugt. Ebensolches wird wohl auch nicht von Hongkong und Singapur erwartet, die hinter der Schweiz auf Platz drei und vier der aktuellen Statistik der Wettbewerbsfähigkeit rangieren.



 

Oberstes Bild: © Niyazz – Shutterstock.com



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Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.



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