Wie sich kleinere Unternehmen international etablieren können

23.03.2014 |  Von  |  Marketing, Organisation
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Wie sich kleinere Unternehmen international etablieren können
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Während der Weltmarkt besonders für die grossen Unternehmen und Konzerne immer weiter zusammenrückt, bleiben viele, vor allem kleine Unternehmen in einer regionalen Beschränkung gefangen.

Damit werden oftmals Entwicklungspotentiale und weitaus grössere Kundenkreise verspielt, die sich vor allem langfristig positiv auf den Unternehmenserfolg auswirken könnten.



Sicherlich bedarf nicht jede Unternehmung grenzüberschreitender Aufmerksamkeit. Besonders lediglich regional agierende Unternehmen wie beispielsweise Detailhändler ohne angeschlossenen Online-Shop können auf eine internationale Präsenz verzichten. Für kleinere Produkthersteller und für viele Dienstleister und Freelancer bleibt der Weg auf das internationale Parkett hingegen eine Option für die Zukunft, die nicht leichtfertig verspielt werden sollte. Nationale Grenzen von Angebot und Leistung können relativ leicht überwunden werden und eröffnen neue Wege in durchaus interessante Absatzgebiete.

Marktchancen international bewerten

Hat sich ein Unternehmen am lokalen Markt etabliert, ist der Schritt in eine weitaus grössere Präsenz durchaus der richtige. Um die Chancen im internationalen Wettbewerb zu erkennen, bedarf es dazu zunächst einer gründlichen Marktanalyse. Was zeichnet mein Produkt aus? Welche Alleinstellungsmerkmale hat mein Angebot? In welchem Preissegment bewege ich mich? Wo sind meine potentiellen Kunden? Wie kann die Marktverfügbarkeit im Ausland gesichert werden?

Das sind entscheidende Fragen, deren Antworten darauf schliessen lassen, ob sich ein internationaler Auftritt mit Unternehmen und Produkt als lohnend darstellt. Im Rahmen einer solchen Marktanalyse muss auch ermittelt werden, wie und ob Produkte und Leistungen im Ausland etabliert werden können. Dafür bedarf es unter anderem auch der Überwindung möglicher Sprachbarrieren.



Sprachbarrieren lassen sich relativ einfach überwinden

Einfach ist es, wenn Kleinbetriebe, Einzelunternehmen und Freelancer zunächst überprüfen, welche ausländischen Märkte auch in der eigenen Muttersprache erreicht werden können. Für die Sprache Deutsch sind hier beispielsweise die Schweiz selbst, natürlich Deutschland, Österreich und ein Teil Italiens interessante Märkte. Darüber hinaus wird auch in den Grenzgebieten Frankreichs, der Tschechei und der Slowakei, Polens, der Niederlande und Dänemarks oftmals sehr gut Deutsch gesprochen. Mit dieser Kenntnis lässt sich das Verbreitungsgebiet für Waren und Leistungen schon deutlich über die Schweiz hinaus ausweiten.



Eine weitere Möglichkeit einer internationalen Präsenz ist das Übersetzen der Webauftritte im Internet in die wichtigsten Fremdsprachen. Hier zählen Englisch, Französisch und Spanisch, bei speziellen Angeboten auch Russisch und asiatische Sprachen. Diese Übersetzungen des Inhaltes von Webseiten sollten allerdings nicht maschinell erfolgen. Übersetzungen aufgrund mehr oder weniger guter Übersetzungsprogramme weisen oftmals erhebliche Fehler und vor allem grammatikalische Unsicherheiten auf. Damit wirkt der internationale Webauftritt dann wenig professionell und kann dann unter Umständen auch zur echten Lachnummer werden. Das gilt es dringlichst zu vermeiden.

Ist der Webauftritt erst einmal internationalisiert, muss auch mit entsprechend fremdsprachigen Anfragen gerechnet werden. Selbstverständlich müssen auch diese beantwortet werden. Jetzt brauchen Sie möglicherweise einen guten Übersetzer, der Anfragen und Antworten nach Möglichkeit selbständig beantworten kann. Günstig ist es, wenn diese Übersetzer schnell zum festen Glied in Ihrem Team werden können. Dann sind Sie ein gutes Stück näher am internationalen Markt.

Businessman

In vielen Fällen empfiehlt sich das Zwischenschalten von Partnern, die die jeweils nationalen Märkte bedienen. (Bild: ratch / Shutterstock.com)

Vermarktungspartner finden

Nicht immer ist es sinnvoll, wenn Produkte und Leistungen direkt vom heimischen Unternehmen an die Kunden im Ausland versandt werden. In vielen Fällen empfiehlt sich das Zwischenschalten von Partnern, die die jeweils nationalen Märkte bedienen. Das ist besonders dann wichtig, wenn beispielsweise Produktgarantien oder Servicewerkstätten erforderlich sind. Die müssen mit den Gepflogenheiten im Ausland und der jeweiligen Sprache bestens vertraut sein, um den entsprechenden Service auch wirklich leisten zu können.



Darüber hinaus können Partnerunternehmen im Ausland auch die dortige Distribution sichern und überwachen. Das lässt sich vom Firmenstandort in der Schweiz meist nur schwerlich bewerkstelligen. Darüber hinaus haben die Partner einen direkteren Draht zum Kunden und können auch in Sachen Preisgestaltung, Werbung und Kundenkommunikation oftmals besser agieren.

Ein Beispiel für die vorsichtige Internationalisierung

Seit Jahren besteht ein Textbüro, das sich in erster Linie mit dem Verfassen von Webtexten in Deutsch befasst. Der Kundenstamm ist gut sortiert, ständig kommen neue Interessenten hinzu. Allmählich finden sich auch Kunden, die Texte in Deutsch und zumindest einer anderen Fremdsprache brauchen. Hier kann das Textbüro auf der Bearbeitung ausschliesslich in der deutschen Sprache beharren oder sich für den internationalen Markt öffnen.

Im konkreten Fall war die Internationalisierung des Angebotes relativ einfach. Im Rahmen strategischer Allianzen hat das Textbüro Übersetzer unterschiedlicher Sprachen in einer freiberuflichen Zusammenarbeit verpflichtet. Diese leisten immer dann ihre Arbeit, wenn Übersetzungen eigener und mittlerweile auch fremder Texte gefragt sind. Die Freelancer mussten nicht fest in das kleine Unternehmen eingestellt werden, tragen aber nicht unwesentlich zum Unternehmenserfolg bei.

So einfach kann die Internationalisierung des eigenen, zunächst sprachlich begrenzen Angebotes sein. Mittlerweile bedient das eher kleine Textbüro feste Auftraggeber aus fünf Ländern und konnte so seinen Auftragsbestand und die internationale Präsenz deutlich erweitern. Das lohnt sich auch finanziell.

Was keinesfalls passieren sollte

In keinem Fall sollten Angebote im Ausland offeriert werden, wenn sie dort vom Gesetz verboten sind. Das führt schnell zu unliebsamen Schwierigkeiten und kann dem Unternehmen nachhaltig schaden. Auch ein zu breiter internationaler Auftritt ohne entsprechende Leistungsfähigkeit muss vermieden werden. Es sollen immer nur Leistungen angeboten werden, die auch tatsächlich im oder für das Ausland erbracht werden können. Dabei spielen sprachliche Grenzen eine ebenso beachtenswerte Rolle wie Kapazitätsgrenzen.



 

Oberstes Bild: © doomu – Shutterstock.com

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.



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